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Eilenburg Wasserverband: Eilenburg und Wurzen unter einem Dach vereint
Region Eilenburg Wasserverband: Eilenburg und Wurzen unter einem Dach vereint
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00:19 11.08.2017
Von links: Die Bürger- und Oberbürgermeister Jörg Röglin (Wurzen), Uwe Weigelt (Lossatal), Ralf Scheler (Eilenburg) und Verbands-Chef Roland Märtz (Doberschütz) mit VEW-Geschäftsführerin Ramona Seifert beim Band-Durchschnitt. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Seit 23 Jahren gehören die Altkreise Eilenburg und Wurzen zu einem Wasserversorgungsverband (VEW), haben aber zwei Servicebereiche. Ab jetzt ist alles anders. Erstmals sitzen die 42 Mitarbeiter unter einem Dach – im neuen Verwaltungsgebäude Am alten Celluloidwerk in Eilenburg. Gestern Nachmittag wurde der Dreigeschosser offiziell übergeben. Die Außenstelle in Wurzen ist seit Ende Juni geschlossen.

Fast 6500 Quadratmeter Fläche

Die 350 Stufen des nahen Wasserturms ist VEW-Geschäftsführerin Ramona Seifert in den letzten Monaten einige Male empor gestiegen. Zum einen, um fit zu bleiben. Zum anderen aber, um das Geschehen auf der rund 6500 Quadratmeter großen Fläche genau im Blick zu haben. Gleich beim ersten Treffen mit Achim Röder vom Archtiekturbüro Röder, erzählte Ramona Seifert, habe sie zu ihm gesagt: „Ich stelle mir gerade unser neues Gebäude vor. Es soll äußerlich den Charakter des Wasserturms aufnehmen und sich um ihn schmiegen.“ Nach 13 Monaten Bauzeit sagt Seifert glücklich: „Das ist gelungen.“

2015 fiel Beschluss zum Neubau

Im Mai 2015 war der Beschluss der 14 Verbands-Mitglieder zugunsten des Neubaus gefallen. Verbands-Chef Roland Märtz, CDU-Bürgermeister in Doberschütz, erinnerte an die Gründe: Noch mit dem Zusammenschluss 1993 saß die Verbands-Führung im alten Gebäude in der Martinstraße in Eilenburg, das nach dem Hochwasser 2002 nicht mehr zur Verfügung stand. Auch die Übergangslösung in der Winkelstraße stieß bald an ihre Grenzen. Dann das Bekenntnis zum Neubau, das die Kommunen mit der Entscheidung untermauerten, einen Kredit in Höhe von 3,41 Millionen Euro aufzunehmen, um das 3,45 Millionen Euro teure Projekt durchziehen zu können.

Dass es letztlich nur 13 Monate waren, die es brauchte, um das neue Gebäude emporzuziehen, hob Seifert im Beisein der Landräte von Nordsachsen, Kai Emanuel, und Landkreis Leipzig, Henry Graichen, mit einem kleinen Seitenhieb auf das Endlos-Projekt Berliner-Flughafen-Bau hervor. „Besonders stolz bin ich, dass wir für die Realisierung trotz europaweiter Ausschreibung fast nur regionale Unternehmen beauftragen konnten.“ Der Dank ging an die Planer und zahlreichen Firmen, aber auch an die eigenen Mitarbeiter. „Bei 32 Grad Hitze habt ihr fast 1000 Umzugskisten geschleppt. Die gesamte EDV der zwei Standorte wurde abgebaut und in nicht mal einer Woche waren wir betriebsbereit.“ All der Aufwand habe sich gelohnt: „Wir haben ab heute hervorragende Bedingungen.“

Bau auf Pfeilern

Auf dem rund 650 Quadratmeter großen Areal unweit des Wasserturms steht nun der wegen einer bestehenden Hochwassergefahr auf Pfeilern errichtete Dreigeschosser mit seinen 760 Quadratmetern Grundfläche. Im Erdgeschoss befinden sich lediglich das Materiallager sowie Versammlungs- und Speiseraum. Im ersten Geschoss sitzt der Technische Bereich, im zweiten die Kundenabteilung nebst Kasse, Buchhaltung und Geschäftsführung. Für jeden der 42 Mitarbeiter gibt es einen Parkplatz, für Kunden stehen weitere sechs Stellflächen zur Verfügung. Verbaut wurden während der 13 Monate Bauzeit: 150 Tonnen Bewehrung, 1200 Kubikmeter Beton. 1300 Quadratmeter Bodenbelag wurden verlegt, Wände in der Größe eines Fußballfeldes gestrichen, die 18 500 Meter Stark- und Schwachstromkabel würden von hier bis nach Brandis reichen, die Datenkabel haben eine Gesamtlänge von Eilenburg bis Wurzen. Auf dem Dach gibt es eine Fotovoltaikanlage, die einen großen Teil des Strombedarfs deckt. Im Winter wird der Bau mit Fernwärme versorgt.

Eine mit einem Augenzwinkern im Haus umgesetzte Idee ist übrigens der „Bleib-fit-Devise“ der Chefin geschuldet. Wer fährt – der zahlt. Will heißen: Wer den Fahrstuhl statt der Treppe in die oberen Etagen nutzt, darf einen kleinen Obolus in eine neben dem Fahrstuhl stehenden Wasseruhr entrichten.

Von Kathrin Kabelitz

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