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Eilenburg Weihnachten im Eilenburger Tierpark: Wenn der Elch beim Hirsch vorbeischaut
Region Eilenburg Weihnachten im Eilenburger Tierpark: Wenn der Elch beim Hirsch vorbeischaut
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07:00 24.12.2016
Lama Oskar möchte wissen, was im 24. Säckchen des Adventskalenders im Tierpark enthalten ist. Tierpflegerin Peggy Tessmann hält ihn am Zügel. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Weihnachten fängt für das Eilenburger Tierparkteam spätestens mit dem Schließen des Eilenburger Weihnachtsmarktes an. Denn die Tannen und Fichten, die dort am zweiten Advent für ein natürliches Flair sorgen, wandern schon seit einigen Jahren gleich anschließend gegen einen kleinen Obolus ein paar Meter weiter in den Tierpark. „Eine schöne Sache, denn sonst könnten wir uns keine 80 Fichten und Tannen leisten“, sagt Tierparkchef Stefan Teuber. So aber reicht es nicht nur für den Weihnachtswald, der wieder zwischen Gaststätte und Festpavillon wächst. Auch in der insgesamt knapp vier Hektar großen Oase glänzen zwischen den einzelnen Lichterketten die Weihnachtsbäume in ihrer vollen Pracht. Denn am Freitag und Heiligabend heißt es wieder Weihnachten im Tierpark.

Weihnachtsbäume mit Orangenscheiben und Brezeln

Der Eindruck trügt: Wollschwein Alf schaut sich die Orange zwar neugierig an, bevorzugt aber am Ende auch zu Weihnachten gestampfte Kartoffeln, die er natürlich bekommt. Quelle: Wolfgang Sens

Eine, die diese Bäume tierparktypisch vor allem mit Orangenscheiben und Brezeln geschmückt hat, ist Sara Krüger, die in dem Minizoo ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert. Doch auch den Festpavillon galt es in ein Weihnachtszelt mit Strohballensitzen, Bühne sowie einer Weihnachtsmannecke samt Ohrensessel zu verwandeln. Viel Zeit blieb dafür nicht. Denn etliche Schulkassen und Kindergartengruppen, aber auch 120 Kinder und ihre Eltern, die in den Kliniken der Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH arbeiten, haben es inzwischen bereits als Kulisse für ihre Weihnachtsfeier genutzt.

Heiligabend beginnt um 8 Uhr morgens

Der Heiligabend fängt trotz des Festes am Freitag im Tierpark schon am Morgen an. 8 Uhr beginnt für alle fünf Tierpfleger der Dienst. „Wir wollen schließlich früh mit den alltäglichen Arbeiten fertig sein, damit nicht nachmittags noch der Mist durch die Besucher gefahren werden muss“, begründet dies Tierparkchef Stefan Teuber. Auch das Festzelt braucht vor seinem letzten Einsatz einige Aufmerksamkeit, bis hin zu den Strohballen, die vermutlich auch in diesem Jahr noch einmal neu gerichtet werden müssen.

Sara Krüger, die gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Tierpark absolviert, schmückt die Weihnachtsbäume mit Orangenscheiben. Quelle: Wolfgang Sens

Erschwert wird die alltägliche Arbeit derzeit durch die Vogelgrippe. Obwohl es in Eilenburg keinen Fall gibt, muss auch im Tierpark das Geflügel weitgehend weggesperrt werden. Betroffen sind davon beispielsweise alle drei Hühnerrassen. Die Brahmas, die Kämpfer und Zwerghühner dürfen ihr Futter damit nicht als Freigänger picken, sondern bevölkern sämtliche Quarantäne- und Reservekäfige auf dem Wirtschaftshof, die zudem wegen der Auflagen zum Teil noch extra eine Plane aufs Dach bekommen mussten. Für den Tierpark bedeutet das zusätzlichen Aufwand, da weit mehr Ställe als sonst täglich gereinigt werden müssen.

Das 24. Säckchen begutachtet, dem Elch ins Gesicht gesehen

Der Besucher wird davon allerdings beim stimmungsvollen Jahresausklang am Heiligen Abend nichts merken. Die Zwillinge und Vereinsmitglieder Christian und Dietmar Dunkel haben die Parkeisenbahnen längst mit Volldampf herausgeputzt, Gerd Dähne, bereits seit Jahren als Weihnachtmann vom Dienst im Einsatz, freut sich auf das eine oder andere bekannte Gesicht. Weihnachtszauberer Wendulin hat seine Zaubertricks noch ein letztes Mal geprobt. Der Knüppelkuchenteig wartet schon auf sein Ende im Plasteeimer. Lamahengst Oskar wird bis Samstagnachmittag bei dem aus Futtersäckchen bestehenden Adventskalender das 24. Säckchen mehr als nur begutachtet haben. Wollschwein Alf, der auch zu Weihnachten gestampfte Kartoffeln einer Orange vorzieht, wird satt und zufrieden mit Brunhild, Kriemhild und Blondi im Stroh kuscheln. Und Damhirsch Felix? Der wird als pensionierter Filmdarsteller verdaut haben, dass bei ihm vor Kurzem sogar der Elch vorbeischaute.

Weihachten im Tierpark gibt es seit 1999

Das Tierparkteam ist nach einer Pause am Nachmittag jedenfalls wieder komplett an Bord, hat auf die Tiere ein Auge, schlüpft in Kostüme, reinigt aber auch Toiletten und leert Paperkörbe.

Es ist sicher kein Zufall, dass dieses Fest 1999, und damit unmittelbar nach dem Wechsel der Trägerschaft von der Stadt an den Verein, etabliert wurde. „Denn so was Heiligabend zu machen, dazu muss man schon auch ein bisschen verrückt sein“, fasst Stefan Teuber zusammen, der seine Mannschaft und viele freiwilligen Helfer hinter sich weiß. Auch das Gaststättenteam zieht mit. Bis zu zwölf Leute werden nicht nur am Grill die Röster wenden, Eierpunsch, Bratapfel-Sanddorn und Erdbeer-Vanille Glühwein reichen, sondern auch die beliebten Kräppelchen im Fett backen. „Diese selbst gemachte Spezialität gibt es nur zu Weihnachten“, verrät Gaststätteninhaberin Jeanett Teuber. Und spätestens wenn der Duft dieser Kräppelchen durch den Weihnachtswald des Tierparks zieht, dann riechen und fühlen die Stammgäste: Weihnachten beginnt.

Der Tierpark lädt Heiligabend ab 15 Uhr noch einmal zu „Weihnachten im Tierpark“ ein. Die Parkeisenbahn tuckert dann durch den weihnachtlich geschmückten Tierpark. Das Kinderprogramm mit Wendulin im Festzelt beginnt um 16.30 Uhr und 17.30 Uhr.

Von Ilka Fischer

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