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Eilenburg Westkämper: Schwarz und tiefsinnig wie eh und je
Region Eilenburg Westkämper: Schwarz und tiefsinnig wie eh und je
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23:00 13.03.2011
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. Dort präsentierte das Ballhaus Westkämper aus Delitzsch, alias Stephan Westkämper, Matthias Denef und Sven Uber, am Freitag- und Samstagabend sein neues Programm und entzückte von der ersten bis zur letzten Minute.

Künstler haben es nicht einfach, wenn sie etwas Neues aushecken. Womit beginnen? Womit enden? Was zwischendrin? Und irgendwie muss die Spannung ja erhalten bleiben, muss ein Höhepunkt her.

Naja, Sorgen muss man sich nicht machen bei dem Trio. Mit zarten Geigen-Klängen und tiefen Blicken in die Damenwelt des Publikums sorgte Sven Uber schon mal für ein gekonntes Warm-Up und erste Lachsalven, allein mit seiner unverwechselbaren Mimik, die mitunter bitterernst und furchteinflößend war. Alles freilich gewollt. Hinzu kommen Schnipsereien mit den Fingern, ein merkwürdiges Gezische und der Kopf des Trios schleicht sich von hinten durch das Publikum auf die Bühne – Stephan Westkämper, während Matthias Denef schon eifrig das Klavier strapaziert. „Ich hab Fieber – mir is so schlecht", singt er und wirft sich die ersten Bälle mit seinen Kompagnons zu. Ja, das ist Westkämper, wie man die Drei kennt und liebt. Glücklich seien sie, „dass sich Eilenburger für Leute interessieren, die aus Delitzsch kommen". Und glücklich, dass es bald schönes Wetter gibt. „Der Frühling ist da, geh‘n mer Tauben vergiften im Park". Ein Lied, so schwarz wie die drei Herren gekleidet waren. Was soll da noch mehr kommen? Viel! Zum Beispiel der Hit: „Mein Weib will mich verlassen, Gott sei Dank!", ein Arztbesuch und die ernsthafte Frage: Muss ich alles über Promis wissen? Da machte sich Stephan Westkämper durchaus berechtigte Sorgen, warum Elton John nicht die richtige Frau findet, stellte fest, dass Model Heidi Klum Germany‘s Top-Trottel ist und Florian Silbereisen ein volkstümlicher Held, der im Labor gezüchtet wurde. Und überhaupt: „Seit der Kachelmann nicht mehr richtig kacheln kann, ist das Wetter beschissener, drum sprecht ihn endlich frei."

Männer und Frauen – das ist sowieso so eine Sache. Ihm, dem Ja-Schatz-Sager, lässt Westkämper nachts zur Axt greifen, um dem bösen Spiel Ehe ein Ende zu bereiten. Doch im Schlaf raunt sie: „Tür zu, es zieht!" Und er knickt ein: „Ja, Schatz!" Am Ende bleibt‘s also beim Holzhacken.

Mit „Hello Again", besser gesagt: „Du, ich muss mal aufs Klo, Madlen" ging‘s dann in die „Pinkelpause" und Westkämper kam als russische Zarin Katharina zurück, sang von Stroganoff und anderen, ließ Sven Uber zum Balletttänzer im weißen Mini-Röckchen werden. Da war der Höhepunkt da, das Zwerchfell an den Rand der Explosion getrieben. Beim Länderraten verdiente sich das Publikum wiederum Schluckis und um Wehwehchen handelte es sich, „wenn die Pumpe noch kloppt und der Schwengel noch troppt".

Ballhaus Westkämper hat es mit seinem neuen Programm wieder mal geschafft, musikalisch höchst erfrischend Komik zum Besten zu geben. Das Trio harmoniert, jede Bewegung, jeder Blick, jede Pointe sitzt. Um Zugaben kam das Trio nicht herum! Zwei vergnügliche Abende in der Stadt, wo der Berg rutscht.

Nico Fliegner

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