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Eilenburg Wie weiter mit den Grundschulen? Eilenburg braucht einen Masterplan
Region Eilenburg Wie weiter mit den Grundschulen? Eilenburg braucht einen Masterplan
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00:19 17.06.2017
In der Belian-Schule gibt es im neuen Schuljahr nur eine erste Klasse. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Jan Werner war der Frust deutlich anzuhören. Mit dem Vorsitzenden des Elternrates zogen Eltern, Lehrer und Erzieher der Eilenburger Dr.-Belian-Grundschule enttäuscht von dannen. Von OBM Ralf Scheler (parteilos) und dem Stadtrat hatten sie sich andere Antworten erhofft als jene, die sie zu hören bekamen. Scheler zeigte Verständnis, machte aber auch deutlich: Es gibt Tatsachen, die nicht zu ändern sind. Eine andere Lösung hätte er an diesem Tag nicht bieten können.

Bisher gab es sechs 1. Klassen

Die Fakten, die seit Mai feststehen, sorgen für Unruhe. Bisher waren zugunsten kleinerer Klassenstärken bei den vorliegenden Schülerzahlen sechs 1. Klassen von der Bildungsagentur Sachsen zugelassen worden. Diesmal allerdings nicht – und das trotz schlagkräftiger Argumente, so Scheler. Nur eine Klasse wird an der Belian-Grundschule gebildet. Das heißt aber auch: 16 Mädchen und Jungen, die fest damit gerechnet hatten, ab August in die Einrichtung in der Gustav-Raute-Straße zu gehen, müssen vier Jahre lang nach Ost und auf den Berg pendeln. „Und das, obwohl die Kinder Schulweg, Haus und Lehrer kennen und die Hortverträge geschlossen waren. Die Kinder waren vorbereitet für diese Schule“, sagte Jan Werner. Kritik, dass die Stadt eine Entscheidung zwischen Schulleitung und Agentur übergangen habe, wies die Verwaltung zurück.

Bildungsagentur entscheidet über Klassenbildung

Nach dem Schulgesetz lege allein die Bildungsagentur fest, wie viele Klassen gebildet werden. Die Stadt spreche nur Empfehlungen aus, habe dabei die gleichmäßige Entwicklung aller Stadtteile im Blick. Sebastian Bierbaß, ein betroffener Vater, machte einen weiteren Knackpunkt aus: „Im Moment gibt es in der Stadt einen Hort, der zwei Klassen aufnehmen kann, in Ost nicht, die Kinder müssen in Kitas gehen.“ Aufkommende Meinungen, dass die Kinder nicht qualitätsgerecht betreut würden, wies Annett Krause, Leiterin des Bereiches Bürgerservice, zurück. Sowohl Bummi als auch Löwenzahn hätten dafür Fachkräfte. Schulleiterin Evelin Wiesner zeigte Folgen auf, die das Ausbleiben einer zweiten 1. Klasse für ihre Schule bedeute. Sie habe sich seit Jahren bemüht, junge Lehrer zu gewinnen: „Diese muss ich jetzt wieder wegschicken.“ Sie bat die Stadt deshalb eindringlich darum: „Wir brauchen einen Masterplan für die nächsten Jahre. Aufgrund des Schulbezirkes wird es diese Probleme auch nächstes Jahr geben.“

Sondersitzung am 3. Juli

Am 3. Juli trifft sich der Stadtrat, um darüber zu sprechen, wie es weiter geht. Die 2016 getroffene Entscheidung, aus drei Grundschul-Bezirken einen zu sbilden, habe sich als ungünstig erwiesen, räumte Scheler ein. Wie ein Masterplan aussehen könnte, ob Eilenburg seine Grundschulbezirke künftig jährlich festlegt, ist offen. Für die Schüler, die ab 7. August in die 1. Klasse kommen, wird dies auf jeden Fall keine Auswirkungen haben. Die Bildungsagentur werde ihre Entscheidung nicht rückgängig machen, die Bescheide sind raus, sagte Rainer Weihmann (SPD): „Wir brauchen Entscheidungen, die wieder zu sechs 1. Klassen führen.“ Auch Christiane Prochnow (Die Linke) betonte, dass alles getan werden müsse, damit es 2018/2019 nicht wieder zu solch einer Situation komme.

Von Kathrin Kabelitz

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