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Eilenburg Windkraftanlagen: Schöna und Langenreichenbach bleiben beim Nein
Region Eilenburg Windkraftanlagen: Schöna und Langenreichenbach bleiben beim Nein
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15:35 19.05.2015

"Bei uns haben Vertreter eines Leipziger Unternehmens bereits Ende August angefragt, wie sich der Ortschaftsrat zu fünf bis sieben Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils drei Megawatt und einer Höhe von insgesamt 200 Metern zwischen Langenreichenbach und dem Nachbarort Staupitz positionieren würde", berichtete in dieser Woche Ortsvorsteher Detlef Bölke (Freie Wähler). In der Ortschaftsratssitzung Ende September habe es zu dem Ansinnen sechsmal und damit ein einstimmiges Nein gegeben. Dafür nannte Bölke zwei Hauptgründe: Erstens hätten sich vor acht Jahren in der Gemeinde Mockrehna mehr als 80 Prozent der Teilnehmer eines Bürgerentscheids gegen solche Investitionen ausgesprochen. "Und auch, wenn so eine Entscheidung nach fünf Jahren auf den Prüfstand kommen kann, gab es damals ein eindeutiges Veto", so Bölke, der rückblickend aber nicht verhehlt, dass er seinerzeit nicht zu den Gegnern der alternativen Energieerzeuger zählte. Zweitens würden die Vergütungen durch die Investoren vor allem den Grundeigentümern zugute kommen. Die Gemeinde und damit die Allgemeinheit hätte mit dem unsicheren Posten Gewerbesteuer nicht viel davon. "Die Bürger haben Nein gesagt und es soll bei diesem Nein auch bleiben", ergänzte der Ortsvorsteher zum Protokoll der jüngsten Ortsratssitzung, das er der Gemeindeverwaltung dieser Tage übergeben will.

Das Ergebnis der Entscheidung in Langenreichenbach, so Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel (parteilos), wolle er den Investoren zur Kenntnis geben. Denn obwohl eine Novelle des Landesentwicklungsplanes, in dem unter anderem potenzielle Möglichkeiten für Windkraft ausgewiesen werde, zurzeit erst in der Diskussion sei, würden die Investoren schon dabei sein, sich mögliche Pfründe zu sichern. Denn bekanntlich schläft die Konkurrenz nicht.

Die sächsische FDP-Landtagsabgeordnete Anja Jonas hatte jüngst in dieser Zeitung darauf hingewiesen, dass der Landesentwicklungsplan zwar keine Flächennutzung vorschreibe, sondern lediglich Grundsätze und Ziele zur räumlichen Ordnung und Entwicklung einer raumordnerischen Gesamtkonzeption für den Freistaat. Sogenannte Vorrang- und Eignungsgebiete für Windkraftanlagen würden vielmehr die regionalen Planungsverbände ausweisen. Wofür es in Sachsen, wusste Klepel, um an Bundesziele anzuschließen, noch sieben bis acht fehlende Standorte gäbe.

Dazu hatten, wie berichtet, Investoren aus Brandis bei Leipzig - die sich übrigens bereits Anfang 2012 auch für den Zscheppliner Raum interessierten und dort Ablehnung erfuhren - die Stimmung außerdem in der Flur Schöna zwischen Gänseweide und Thammenhainer Weg sondiert. Auf diesem Gelände könnten, wenn die Eigentümer es gestatten und die kommunalpolitischen Gremien dazu ihre Zustimmung dazu geben, ebenfalls acht Windräder aufgestellt werden, hieß es. Aber auch dagegen ergaben sich in Schöna deutliche Mehrheiten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

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