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Eilenburg Wird 2016 ein Baby-Boomer-Jahr in Eilenburg? 50 Kinder sind schon geboren
Region Eilenburg Wird 2016 ein Baby-Boomer-Jahr in Eilenburg? 50 Kinder sind schon geboren
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07:00 19.02.2016
Dr. Christina Schmitz mit Emily (3 Tage alt), Schwester Britta Gollasch mit Finn Luca (1 Tag), Chefärztin Dr. Claudia Fichtner und Dr. Juliane Wünsche mit Thalia Sophie (6 Stunden alt, von links). Die Ärztinnen und Schwestern hoffen auch 2016 auf ein kinderreiches Jahr. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Fast 50 Kinder haben seit Jahresbeginn in der Eilenburger Entbindungsstation schon das Licht der Welt erblickt. Damit darf das Team von Ärzten, Hebammen und Schwestern wohl seinem erklärten Ziel – jeden Tag des Jahres ein neuer Erdenbürger – optimistisch in die Zukunft blicken. Die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in der Klinik des Kreiskrankenhauses hält bei der positiven landesweiten Geburtenentwicklung der vergangenen Jahre weiterhin gut mit. Obwohl die Anzeichen, die Muldestädter könnten im Nordsachsen-Vergleich nach der Schließung der Entbindungsstation an der Oschatzer Collm-Klinik im Dezember ihre Statistik verbessern, bislang eher negativ sind. Chefärztin Dr. Claudia Fichtner verzeichnete bisher noch keine Patientinnen aus dem Raum Oschatz im hiesigen Kreißsaal. Es melden sich hier vor allem Frauen aus der Stadt, den Gemeinden des Umlandes wie Mockrehna, Doberschütz, Zschepplin und Jesewitz, aber auch aus Delitzsch, Krostitz und selbst aus Leipzig, um in familiärer Atmosphäre ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen.

Eher hofft das Torgauer Kreiskrankenhaus „Johann Kentmann“ auf mehr Zuspruch. „Wir verfügen über die Kapazität, vor allem Frauen im Gebiet der Dahlener Heide die Möglichkeit zur Entbindung in unserer Einrichtung zu geben, hatten bisher aber auch noch keinen Zuspruch aus diesem Gebiet“, sagte Dr. Eike Simon, ebenfalls Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Im vergangenen Jahr kamen hier 380 Kinder zur Welt. „Damit sind die beiden, noch verbliebenen Entbindungsstationen im Landkreis gar nicht so weit auseinander“, stellte Dr. Fichtner fest. Eher für die Kliniken in Riesa und Wurzen würden sich jetzt die Frauen aus dem Oschatzer Raum entscheiden, so die beiden Ärzte.

Mit 345 Geburten rechnete das Haus auf dem Eilenburger Berg 2014 das beste Ergebnis der letzten Jahre ab. 2013 kamen hier 307 Babys zur Welt. 2015 waren es 336 Kinder. 172 Mädchen und 164 Jungen. Einige weniger als im Vorjahr. Ein deutlicher Aufwärtstrend sei dennoch erkennbar, äußerte sich auch Hebamme Karin Großstück zufrieden, als sie am Neujahrstag den ersten gebürtigen Eilenburger des Jahrgangs 2016, dessen Eltern in Jesewitz leben, präsentieren konnte.

Zum Geburtshilfe-Team gehören sechs Hebammen in Voll-, weitere in Teilzeit. Schwester Julia startete mit Praxiserfahrung im Leipziger St. Georg in Eilenburg ins neue Jahr. Im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe kümmern sich neben Chefärztin Fichtner und Oberarzt Dr. Debru Addissae insgesamt sechs Ärzte, 13 Schwestern und weitere Helfer um das Wohl der Patienten. 16,1 Prozent der werdenden Mütter brachten 2015, so Fichtner, ihren Nachwuchs per Sectio, sprich Kaiserschnitt, zur Welt. Ein deutlicher Rückgang. 2013 waren es noch 25,7 Prozent. „Wir entscheiden so etwas je nach Situation, manchmal deutet sich das schon bei der Geburtsplanung an.“ Ohne dringende medizinische Indikation gebe es solche Operationen, die durchaus auch aus kosmetischen oder wegen der Schmerzen gewünscht werden, nicht.

In der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit insgesamt knapp 30 Betten öffnen sich immer am ersten Mittwochabend im Monat ab 18.30 Uhr ohne Voranmeldung beim Infoabend für werdende Eltern die Türen zu Kreißsaal und anderen Räumen. Dann werden alle Fragen beantwortet. Auch zu alternativen Methoden, um Beschwerden bei Schwangerschaft und Entbindung zu begrenzen. Auch für die kinderärztliche Versorgung auf der Station wurden per Kooperationsvertrag die Bedingungen verbessert. Neuer Fußboden und frische Farbe für Kreißsaal und Flur gehören neben einer modernen Fototherapie-Anlage für Neugeborene zu den jüngsten Investitionen.

In Oschatz kam übrigens das letzte Baby am 12. Dezember zur Welt, das 226. im Jahr 2015. Mit fehlendem Personal und zu geringen Geburtenzahlen hätten die strengen Richtlinien der Geburtshilfe nicht mehr erfüllt werden können. In Grimma wurden zwischen 2004 bis 2014 jährlich durchschnittlich um die 250 Babys geboren, mehr noch als in Leisnig und Wurzen. Den Vergleich im Umfeld muss Eilenburg also nicht scheuen.

Von Karin Rieck

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