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Wird Eilenburgs Kleingartenanlage Grüner Fink ein Wohngebiet?

Wird Eilenburgs Kleingartenanlage Grüner Fink ein Wohngebiet?

Soll die Gartenanlage Grüner Fink im Osten der Stadt einem Wohngebiet weichen? Dieses Gerücht machte in Eilenburg die Runde. Was ist dran? "Fakt ist, dass es Gespräche gibt, eine bestimmte Zahl von Gartengrundstücken, auf denen Baukörper existieren, die so nicht den Bestimmungen entsprechen, zu legitimieren und Baugrundstücke zu entwickeln", erklärt Heiko Leihe, verantwortlich für die Wirtschaftsförderung im Rathaus.

Eilenburg. Denn obwohl die Kleingartenanlage mit 13,5 Hektar und 313 Gärten die größte im Landkreis Nordsachsen ist, trägt ein noch größeres Gebiet den Namen Grüner Fink. An der Straße, die ebenfalls so bezeichnet ist, gibt es auf der einen Seite die Gartenanlage und auf der anderen die größeren Grundstücke, die ursprünglich den Charakter einer Wochenendsiedlung hatten. Dort gebe es auch bereits Areale, die offiziell bereits als Wohnstandort deklariert sind, so Leihe.

Tatsächlich könnte Am Grünen Fink ein Wohngebiet entwickelt werden. Das bedürfe aber der Überplanung. Solch ein Gebiet könnte sich auch in Richtung Kleingartenanlage ausdehnen. "Umsiedlungen oder Zwangsenteignungen sind aber nicht vorgesehen", betont Leihe. Allerdings gebe es auch im Grünen Fink, wie generell in den Kleingartenanlagen, Leerstände und es sei mit einer natürlichen Fluktuation zu rechnen. Aktuell sei aber lediglich Ziel, erst einmal zu debattieren, ob eine solche Planung in diesem Gebiet erfolgen soll und kann.

Der Verein Grüner Fink hatte in den ersten Jahren nach seiner Gründung tatsächlich einer Wohnsiedlung weichen müssen, als sich in den 1920er- bis 30er-Jahren Eilenburg immer weiter ausdehnte. Die Kleingartenanlage war in der Nähe des Bahnhofs Ost gegründet worden, zog dann erst auf das Gelände zwischen Wurzener Landstraße und Schießstandweg um. Vereinsvorsitzender Jürgen Böhme rechnet nicht damit, dass die Gartenanlage in nächster Zeit Wohnhäusern Platz macht: "Zum einen wird es nicht so einfach sein, ein neues Wohngebiet an dieser Stelle zu planen und zu erschließen. Zum anderen: Auch wenn das Land der Kommune gehört: Es geht nichts ohne die Zustimmung des Vereins." Interessen müssten abgewogen und vereinbart werden. Sicher verändere sich viel im Leben. Die Kleingärtner werden älter, es gibt schon jetzt einige, die ihre Parzellen abgeben wollen und es werden voraussichtlich in acht bis zehn Jahren mehr sein. Derzeit jedoch seien fünf bis sechs der Gärten ohne Nutzer. Ein verschwindend geringer Anteil - gemessen an der Gesamtzahl. Er hält zum Beispiel auch für möglich, dass der Verein eine Sonderregelung mit der Stadt außerhalb des Bundeskleingartengesetzes trifft. Was aber wiederum nicht heißen dürfe, dass die Vereinsmitglieder dann die hohen Pachten für Wochenendgrundstücke zahlen dürften. Er fragt sich aber auch, ob der Bedarf überhaupt gegeben ist.

Generell sei der Immobilienmarkt und damit der der bebaubaren Grundstücke in Eilenburg derzeit ziemlich "abrasiert", stellt Heiko Leihe fest. Die Stadt will sich auf der Leipziger Immobilienmesse, die am 10. und 11. Oktober in der Kongresshalle am Zoo stattfindet, zum ersten Mal präsentieren. Auch, um zu Informationen zu bekommen, was nachgefragt wird, bei welchem Preisniveau und in welchem Zeitraum. Denn erklärtes Ziel, auch des neuen Oberbürgermeisters Ralf Scheler (parteilos) ist es, Zuzug in die Stadt anzuregen. Eilenburg will da vom Boom Leipzigs profitieren, wo aber Grundstücks- und Immobilienpreise stark angezogen haben. So war das von der Stadt selbst entwickelte und erschlossene Areal "Am Alten Mittelweg" schnell ausgebucht. Das Thema Gebiet Grüner Fink könne auf alle Fälle in der Einwohnerfragestunde im Stadtrat, am 7. September, 16.30 Uhr im Bürgerhaus beginnt, noch einmal angesprochen werden, regt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2015
Heike Liesaus

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