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Wo sollen Ost-Grundschüler essen?

Wo sollen Ost-Grundschüler essen?

Die ehemalige Mittelschule Eilenburg-Ost soll, wie berichtet, abgerissen werden. Das bringt Veränderungen für die Grundschule nebenan: Da ist nicht nur ein neuer Heizungsanschluss nötig, sondern auch ein Speisesaal.

Eilenburg. Wo früher mehrere Hundert aßen, haben aktuell von den insgesamt 135 Grundschülern 104, die die Versorgung in Anspruch nehmen, in der ehemaligen Mittelschule reichlich Platz. Gegen das von der Stadtverwaltung favorisierte Konzept, die Mittagsversorgung künftig in einen Kellerraum zu verlegen, laufen die Eltern Sturm.

Von Heike Liesaus

"Wir kämpfen um ordentliche, zeitgemäße und faire Lern- und Sozialbedingungen für unsere Kinder", haben sich die Mitglieder des Elternrats gemeinsam mit Schulleiterin Tauchnitz und den Lehrern auf die Fahnen geschrieben. So hatte die Stadtverwaltung jüngst die Beteiligten und Stadträte zu einer gemeinsamen Begehung eingeladen. Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) wollte über Hintergründe aufklären und für das Konzept werben, den Speiseraum in das jetzige Computerkabinett im Keller zu verlagern, das wiederum in den Werkraum ziehen würde. Der Werkunterricht wiederum soll in angemieteten Gewerberäumen, einem Ladenlokal schräg gegenüber, stattfinden. Die Größe des Kellerraums würde den Vorschriften genügen, sei anderswo ähnlich, hieß es.

Die Gesichter von Eltern und Lehrern wurden keineswegs zufriedener, als die Verhältnisse vor Ort besichtigt wurden. Der Raum mit den Milchglasfenstern wirkte für die etwa 35 Personen eng. Wie sollte hier wenigstens die Hälfte der mitessenden Schüler pro Durchgang sitzen und essen können? Der Werkraum zwei Etagen darüber war zwar heller, wirkte aber ebenfalls eng. Und er war schon ausgeschlossen worden. Denn das angelieferte Essen müsste mit noch einzubauendem Aufzug nach oben gebracht werden. Schließlich wurde auch das Foyer der Mittelschule besichtigt, das die Eltern zum Speisesaal umgenutzt sehen wollen. Der Raumeindruck: hell, licht, groß. Es könnte auch für andere Schulveranstaltungen genutzt werden.

Er habe selbst Kinder, sagte Stadtrat Uwe Giersdorff (Freies Bündnis). "Aber im Stadtrat muss man sagen: Wir geben für die Sache 30000 oder doch 150000 Euro aus. Da sind wir in der Stadt derzeit nicht in der Situation. Aktuell wird über jeden Rasenmäher diskutiert." Tosten Pötzsch (SPD) verdeutlichte: "Die Stadt legte schon Geld zurück, aber dann kamen Steuerrückforderungen und Erhöhung der Kreisumlage." Jacqueline Baum vom Elternrat indessen beschrieb, was ihr ein Baufachmann in Sachen Foyer-Umbau erläutert habe: Mit Hilfe eines Minibaggers sei leicht die Treppe abzubrechen, einige Wände müssten errichtet, für die energetische Sanierung könnten spezielle Folien an die großen Fenster. Das komme sicher alles nicht teurer, als die jahrelange Einmietung schräg gegenüber und die Kosten für die Umnutzung der Räume. Sei also für den fünf- statt für den sechsstelligen Betrag möglich. Lieber ein großzügiges Provisorium, als begrenzte Solidität, so der Tenor. Denn auch das stand im Raum: Laut offiziellen Prognosen wird sich die Zahl der Kinder mittelfristig verringern, die Grundschule-Ost nur einzügig sein und weniger Platz gebraucht.

Warum zigtausend Euro in etwas Vorübergehendes investieren? Ein Provisorium, das vielleicht in zehn Jahren in Frage steht und das dann mangels Fördermittel nicht so leicht abgerissen werden kann? - Petra Zimmermann, Leiterin des Baubereichs in der Stadtverwaltung, wollte da nicht mit.

"Wir vergleichen nochmal", räumte Wacker auf das beharrliche Drängen der Eltern ein. "Aber zwischen der Umnutzung der Räume mit der Containervariante." Ein Schritt auf die Eltern zu. Denn die Idee, Raum-Container als Speisesaal auf den Schulhof zu stellen, war schon verworfen worden. "Ich denke, der Keller scheidet emotional aus." Aber auch von dem Gedanken, das Foyer der Mittelschule stehen zu lassen, solle man sich verabschieden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.04.2013

Liesaus, Heike

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