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Wöllnauer Volker Pohlenz wirkte einst an Tübkes Bauernkriegspanorama mit

Wöllnauer Volker Pohlenz wirkte einst an Tübkes Bauernkriegspanorama mit

Wöllnau/Bad Frankenhausen. Es gilt als die Sixtina des Nordens – das Monumentalgemälde „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland" in Bad Frankenhausen. Die Pinselstriche seines Schöpfers Werner Tübke unterstützte in den 1980er-Jahren neben anderen Künstlern auch der bekannte Wöllnauer Maler Volker Pohlenz.

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Volker Pohlenz bei der Arbeit in Bad Frankenhausen.

Quelle: privat

In den ersten beiden Oktober-Wochen präsentieren zum runden Jahrestag nunmehr Tübkes Helfer ihre Werke im Museum auf dem ehemaligen Bauernkriegs-Schlachtfeld. Am 16. Oktober jährt sich der Tag, an dem der Meister das Werk seines Lebens signierte, zum 25. Mal.

Die Künstler, die Tübke zur Hand gingen, müssen den Vergleich mit dem Meister wohl nicht scheuen. Denn ohne ihre Hilfe wäre das spektakuläre Panorama auf dem größten Schlachtfeld der frühbürgerlichen Revolution nicht denkbar gewesen. Schon die Leinwand hat imponierende Ausmaße:

123 Meter lang, 14 Meter hoch, ein Gewicht – ohne Farbe – von 1,1 Tonnen. Auf ihrer Fläche von 1722 Quadratmetern tummeln sich über

3000 Figuren. Wegen dieser Ausmaße wurde eigens ein rundes Gebäude errichtet, in dessen Innenraum der Besucher das Panoramabild bewundern kann. Über elf Jahre arbeitete der Meister daran und scharte Anfang der 1980er-Jahre eine Reihe junger, hoffnungsvoller Künstler um sich, um seine Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Der Wöllnauer Künstler Volker Pohlenz war damals einer der Auserwählten, die dabei halfen, den Entwurf maltechnisch umzusetzen. Vor allem 1982/83 schwang der Leipziger Kunsthochschulabsolvent den Pinsel in Bad Frankenhausen. Die eigenständige Persönlichkeit, besondere Malweise, individuellen Stil und bevorzugte Themen stellte die junge Mannschaft für einige Jahre zurück, um sich ganz in den Dienst des gemeinsamen Vorhabens stellen. Dazu gehörte, die altmeisterliche Malweise Tübkes perfekt kopieren zu können. „Das war gar nicht so einfach", erinnert sich Pohlenz. Es sei auch sehr interessant zu beobachten gewesen, welche unterschiedlichen künstlerischen Entwicklungen die Mitarbeiter später nahmen, als das Werk vollendet war. „Ich kann es selbst kaum glauben, dass es damals gelungen ist, diese Vielfalt der unterschiedlichen künstlerischen Handschriften so unter einer gemeinsamen Idee zu vereinen, dass das fertige Werk wie aus einem Guss geschaffen erscheint", so Pohlenz nachdenklich. Wen es interessiert, der kann sich mit eigenen Augen davon überzeugen. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Vollendung des Monumentalwerkes ist bis zum Sonntag im Panoramamuseum eine Ausstellung zu besichtigen, in der Vorstudien, Entwürfe und weitere Werke von acht Künstlern gezeigt werden, die in ihrer Jugend Tübke unterstützten. Volker Pohlenz ist einer von ihnen. Im Ausstellungssaal unterhalb des Bildsaales rücken in diesen Tagen 92 ausgewählte Werke außerdem von Wolfgang Böttcher, Helmut-Felix Heinrichs, Thomas Holle, Eberhard Lenk, Matthias Steier, Gert Weber und Dietrich Wenzel in den Fokus. Von Pohlenz sind zehn Bilder, darunter ein Schlachtengemälde am Rand von Torgau, eine Malerei vom Alten Fritz, aus dem früheren Heimatort Mockrehna sowie von der Winkelmühle, wie Wöllnau ein Ortsteil der Gemeinde Doberschütz, sowie ein Selbstbildnis zu sehen. Die künstlerische Idee eines monumentalen Panoramabildes hat den Meister aus Wöllnau übrigens selbst nicht mehr losgelassen. 2010 bekam er einen privaten Auftrag, der es ihm ermöglichte, diese Idee in einem etwas kleineren Maßstab umzusetzen. Doch das ist eine Geschichte, die zu gegebener Zeit folgt.

Karin Rieck

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