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Wöllnauer zeigen Behörden den Hammer

Ärger mit nassen Flächen Wöllnauer zeigen Behörden den Hammer

Die Bürger von Wöllnau bei Eilenburg zeigen überörtlichen Behörden den Hammer – als symbolisches Zeichen öffentlichen Unmutes über ein neues Naturschutzgebiet. Der Hammer kursiert gerade im Ort. Mit dem wird ein Schreiben an den Petitionsausschuss des Landtages Sachsen von Haushalt zu Haushalt zur Unterzeichnung weitergereicht.

Immer wieder gibt es bei starken Niederschlägen in Wöllnau hartnäckige Vernässungen. Dass es schlimmer wird, befürchten die Bewohner, wenn ein neues Naturschutzgebiet Einzug hält, wie derzeit geplant.

Quelle: privat

Wöllnau. Seit 1981 lebt Winfried Hauck in Wöllnau. Zum nunmehr dritten Mal erlebt er in seinem Heimatdorf ein Prozedere, das schon im Mittelalter praktiziert wurde: Die Bürger zeigen Behörden den Hammer – und zwar als Zeichen öffentlichen Unmutes mit einer Entwicklung in der Schwarzbachniederung im Bereich der Gemeinden Doberschütz und Laußig. Dort soll ein neues Naturschutzgebiet auf den Weg gebracht werden.

Mit dem Hammer als respektables Werkzeug wird zurzeit ein Schriftstück an den Petitionsausschuss des Landtages Sachsen von Haushalt zu Haushalt weitergereicht, unterschrieben – oder auch nicht. „Und abgeschickt, wenn der Hammer rum ist“, erklärt Hauck, der in Wöllnau einen Landwirtschaftsbetrieb mit Pferde- und Rinderhaltung betreibt. Und dessen landwirtschaftlich genutzte Fläche komplett im geplanten Naturschutzgebiet liegt. Was für Hauck „einer Enteignung gleichkommt, die ich nicht hinnehmen kann und will“. Denn die Erklärungen von Mitarbeitern der Naturschutzbehörde im Landratsamt vor Ort habe er so verstanden, dass Hochmoore wieder renaturiert werden sollen, laut Planentwurf der Grundwasserspiegel durch eine weitgehend natürliche Entwicklung der Bäche sowie den Biberschutz weiter steigt. „Deshalb habe ich große Sorge, dass ich meine Fläche nicht mehr nutzen kann, zumindest nicht für Winterfutter für die Tiere“, so der Landwirt. Außerdem befürchtet er, dass der Grundwasserspiegel auch auf seinem Grundstück erheblich ansteigen wird, was sich auf die Mauern nachteilig auswirken könnte.

Für Wöllnau, das Dorf inmitten der Dübener Heide mit rund 250 Einwohnern, ist die Landwirtschaft seit Jahrhunderten die wichtigste Einnahmequelle. Seit Jahrhunderten werde hier entsprechend der politischen Verhältnisse auch auf den Naturschutz geachtet. Das Presseler Heidewald- und Moorgebiet ist zurzeit das größte Projekt. Dessen Nähe zu Wöllnau führte bereits zu Vernässungen. Hier mussten Keller 2010, mit besonders viel Niederschlag im Sommer, mehr als ein Jahr lang ausgepumpt werden, Hauck büßte die Heuernte ein. An das bestehende Naturschutzgebiet nunmehr ein weiteres bis unmittelbar zur Dorfgrenze zu führen – das wirft viele Fragen auf und Ängste, seit die Pläne öffentlich wurden.

Die Untere Naturschutzbehörde will diese abbauen und die Bürger ins weitere Verfahren stärker einbeziehen. Erläutert wurden auf Initiative der Betroffenen bislang unter anderem Entwässerungssysteme sowie die Fließrichtung des Grundwassers. Aber auch die Notwendigkeit des Natur- sowie des Biberschutzes. Und dass es noch ausgetrocknete Hochmoore im Bereich des neuen Gebietes gibt. Dessen Grenzen fußen offenbar auch auf fehlenden Flurkarten, so Hauck, weshalb selbst der Gemüsegarten eines Bewohners betroffen sei. Es wurde aber auch mitgeteilt, dass Bürger für die bauliche Situation im Ort selbst verantwortlich seien. Nicht nur die Wöllnauer erwarten nunmehr, dass Folgen minimiert beziehungsweise finanziell reguliert werden sowie vieles noch einmal auf den Prüfstand kommt.

Von Karin Rieck

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Wöllnau
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