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Wohnstandort-Kampagne: Eilenburg hat’s auf junge Familien abgesehen

Startschuss Wohnstandort-Kampagne: Eilenburg hat’s auf junge Familien abgesehen

Zukunftsmusik besonderer Art wird mit der Eilenburger Wohnstandort-Kampagne komponiert. Deren Ziele, neue Einwohner zu gewinnen, sollen am Freitag bei einem Treffen von Akteuren des Immobilien-Marktes im Detail festgelegt werden. Im Juni ist geplant, die Kampagne in der Stadtratssitzung öffentlich zu machen.

Mit diesen Flyern wird bei den Akteuren für die Wohnstandort-Kampagne geworben.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Zukunftsmusik besonderer Art wird mit der Eilenburger Wohnstandort-Kampagne komponiert: Eilenburg hat es auf den Zuzug junger Familien abgesehen. Wie das geht, soll am Freitag bei einem Treffen von Akteuren des Immobilien-Bereichs im Bürgerhaus beraten werden. Entgegen der ersten Pläne wird dabei intern mit geladenen Gästen diskutiert, erklärte am Dienstag Heiko Leihe, im Rathaus verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung. In den vergangenen Wochen sei klar geworden, dass noch einige Grundlagen für eine Eilenburg-Vermarktung fehlen, dass einfach mehr Zeit zur Vorbereitung nötig sei: „Wir wollen keinen blinden Aktionismus. Allein zu sagen: Wir sind toll, reicht nicht. Es muss auch Angebote geben: Grundstücke, Mietwohnungen, Kita-Plätze.“

Da ist zwar einiges auf den Weg gebracht, aber längst nicht vermarktungsreif. So das Wohngebiet Grüner Fink, für das jetzt der Bebauungs-Plan in Arbeit ist, oder das Gebiet Jacobsplatz, wo in diesem Jahr Garagen abgebrochen werden. Aber auch der geplante Hortbau in Ost, der die Kita-Platz-Situation in der Stadt verbessern soll, spielt eine Rolle. „Im Stadtteil Berg haben sich die Bauplätze mittlerweile ebenfalls verknappt“, ergänzt Leihe. Neue Flächen sollen ausgewiesen werden.

Alle Möglichkeiten müssten zusammengetragen und geklärt werden: Was kann die Stadt machen, was können Bauträger leisten? In weiteren Beratungen sei ein Name für die Aktion zu finden, die Zielgruppe soll klarer umrissen werden. Im Juni soll die Kampagne in der Stadtratssitzung öffentlich vorgestellt werden.

„Wir machen Eilenburg stark – die Wohnstandort-Kampagne“, so war der Ankündigungs-Flyer, der zum Neujahrsempfang auslag, bereits überschrieben. Darin wurde schon mal Zukunftsmusik komponiert: „Eilenburg wächst. Viele junge Leute ziehen hierher, gründen Familien und lieben ihre neue Heimat. Sie genießen das viele Grün, die kurzen Wege, und das Flair, das die Kleinstadt nördlich von Leipzig bietet.“

Die Leipziger Marketingagentur W&R Immocom ist für die Organisation engagiert. Der Ansatz: „Mit der neuen Wohnstandortkampagne wird Eilenburg vom Bevölkerungsboom in Leipzig profitieren.“ Denn viele lukrative Arbeitsplätze in der City der Pleißestadt seien von Eilenburg aus schneller zu erreichen, als von manchem Leipziger Stadtteil. „Eilenburg punktet mit einer guten Infrastruktur, viel Natur, günstigeren Mieten und Grundstücken“, so die Argumente. Die Stadt habe deshalb eine hervorragende Position, um neue Einwohner aus Leipzig und anderen Regionen anzusiedeln.

Leihe rechnet für die Kampagne mit Kosten in Höhe von zirka 100 000 Euro, die sich über drei Jahre verteilen. Bei der Infoveranstaltung wird auch um Partner geworben. Doch die Stadt habe sich ebenfalls noch damit auseinanderzusetzen, wie viel Geld sie locker machen kann und will.

 

Von Heike Liesaus

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