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Eilenburg Wohnungen in der Eilenburger Wallstraße stoßen auf großes Interesse
Region Eilenburg Wohnungen in der Eilenburger Wallstraße stoßen auf großes Interesse
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00:26 28.10.2015
Birgit Bendix-Bade zeigt einer Besucherin die Gestaltung der Badezimmer. Die sind sowohl barrierefrei als auch zeitgemäß im Design. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

"Hier wollen wir schon rein", wurde da von dem einen oder anderen Gast weiteren Besuchern sehr deutlich klar gemacht, die sich für eine der zugänglichen Wohnungen interessierten. Immerhin waren noch acht der 24 Domizile frei. Das könnte sich also nach dem Tag der offenen Tür am Freitag grundsätzlich geändert haben. "Vielleicht hätten wir ihn sogar noch eher veranstalten sollen, aber wir wollten Fertiges zeigen", so die EWV-Chefin. In den vergangenen Monaten wurden Ein-, Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen in das Haus aus den 1960er-Jahren eingebaut. Sie bekamen Balkone in Richtung Wallstraße. Mit zirka 1,5 Millionen Euro ist das die größte Investition der Wohnungsgesellschaft in den vergangenen Jahren und ein Pilotprojekt. Nun fehlen noch Kleinigkeiten: Die Sperrholzplatten in den Aufgangstüren, die Schäden durch Möbeltransporten vorbeugen sollten, können bald gegen Glas ausgetauscht werden. Die Malerfirma Voigt, die die Wände in allen Wohnungen gestrichen hat, wird noch mal tätig. Auf dem roten Fahrstuhlturm bringt sie die Aufschrift "Wohnen am Birner" auf. Das bezieht sich auf die alte volkstümliche Bezeichnung der Grünanlagen an der Wallstraße, auf die die Mieter aus den großen Fenstern blicken. Dort wuchsen früher Birnenbäume.

Beim Umbau waren besonders die Bedürfnisse von Bewohnern beachtet worden, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Der Fahrstuhlschacht und Laubengänge, über welche die Wohnungen barrierefrei begehbar sind, wurden angebaut. Deshalb sah sich auch Sigrid Lange gemeinsam mit ihrem Ehemann beim Tag der offenen Tür um. "Wir wohnen ja gleich um die Ecke, aber das ist unsaniert. Wir haben noch Kohleheizung." Die über 80-jährigen Eheleute leben zwar in der ersten Etage. Die Stufen schaffen sie, wenn auch langsam. Aber es sei an die Zukunft zu denken. Und Briketts wollen sie auch nicht mehr schleppen.

Christa Schulze kann ebenfalls auf über acht Lebens-Jahrzehnte zurückblicken und wohnt auch in der Nähe. So richtig kann sie sich noch entschließen. Sie schaute noch sehr skeptisch auf die Exposés, die es für Interessierte gab. Dabei hat sie ihr Sohn Roland Schulze, der mit seiner Firma die Elektroinstallationen besorgte, schon lange mit der Möglichkeit anfreunden wollen. "Meine Wohnung dort gefällt mir. Aber 39 Treppenstufen sind viel", sagte sie.

Das Gebäude beherbergt auch jüngere Mieter. "Die großen Vier-Raum-Wohnungen waren sogar zuerst weg. Wir haben die Sanierung zwar nach Bedarf durchgeführt, hatten dafür extra Umfragen und Erhebungen gemacht. Aber der Bedarf wandelte sich gerade in dieser kurzer Zeit", erklärte Bendix-Bade. Dem werde beim nächsten Projekt, das die EWV nun ins Auge fasst, Rechnung getragen. In Sichtweite steht der unsanierte Wohnblock Eckartstraße 21-23. "Unser Ziel ist es, 2017 damit zu beginnen", erläuterte die Geschäftsführerin. Dort werden aber voraussichtlich noch umfangreichere Entkernungsarbeiten nötig sein als an der Wallstraße, um aus den bisherigen Wohnungen großzügigere mit zwei Kinderzimmern zu machen. Weil bei Arbeiten dort auch die Grünfläche mit dem Wäscheplatz gebraucht wird, wurde sie bisher nicht umgestaltet, zeigte Birgit Bendix-Bade. "Wenn aber auch dort die Sanierung erfolgt ist, wollen wir etwas für mehrere Generationen mit Sitz- und Spielecken gestalten. Wir haben schon viele Ideen."

Heike Liesaus

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