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Eilenburg Zschepplin: Entscheidung zum Ruheforst steht noch aus
Region Eilenburg Zschepplin: Entscheidung zum Ruheforst steht noch aus
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19:00 29.08.2018
Auf der kleinen Lichtung mitten im Wald soll die Andachtstelle mit Holzkreuz und Sitzgelegenheiten entstehen. Quelle: Wolfgang Sens
Zschepplin/Naundorf

Das Projekt für einen Ruheforst im Privatwald zwischen Noitzsch und Hohenprießnitz kommt an. Besitzer Marcel Aé und Jost Arnold, Geschäftsführer der Ruheforst GmbH Erbach, stellten das Konzept in der Gemeinderatssitzung am Dienstag in Naundorf vor. Anwesend waren auch Pfarrerin Eva Fitschen und Einwohner. Wie berichtet plant Aé auf einer Waldfläche von 2,5 bis 3 Hektar zwischen Noitzsch und Hohenprießnitz, einen Bestattungswald anzulegen. Der könne, wenn diese Möglichkeit der letzten Ruhestätte angenommen wird, auf bis zu zehn Hektar erweitert werden. Der Ort sei gut von der Kreisstraße erreichbar. Auf dem bisherigen Holzlagerplatz könnte ein Parkplatz entstehen. Der Baumbestand eigne sich gut für die Gestaltung von Ruhebiotopen, wie in einem Bestattungswald die Orte zur Beisetzung der Urnen genannt werden. Vorstellbar sei, auf einer Lichtung eine Andachtsstätte unter freiem Himmel zu schaffen. Diese soll von der Kirche geweiht werden.

Ruheforst als Konkurrenz zur herkömmlichen Bestattung?

Geschäftsführer Jost Arnold machte deutlich, dass auf Grund seiner Erfahrung ein Ruheforst keine Konkurrenz zu herkömmlichen Friedhöfen darstelle. In Deutschland würden derzeit um die acht Prozent aller Verstorbenen in einem Bestattungswald beigesetzt.

In der Diskussion hegte Pfarrerin Eva Fitschen dennoch Bedenken, dass das Kirchspiel bei einem künftigen Ruheforst in der Region mit einem Rückgang der Bestattungen auf seinen fünf Friedhöfen rechnen müsse. Sie befürchtet, dass die aktuellen Gebühren nicht gehalten werden könnten. Derzeit sei vieles nur möglich, weil es ehrenamtliche Helfer auf den Friedhöfen gebe.

Gemeinde könnte prozentual am Gewinn beteiligt werden

Fragen der Räte über mögliche Kosten für die Gemeinde bei dem Projekt konnten Marcel Aè wie auch Jost Arnold ausräumen. „Wir benötigen die Zustimmung für die Beantragung. Außerdem müssen die Gebührensatzung und die Friedhofsordnung durch Sie beschlossen werden, wenn die Gemeinde Träger wird. Sie haben null Kosten, es ist sogar angedacht, die Gemeinde prozentual am Gewinn zu beteiligen“, so Arnold. Fragen zur Sicherheit, zu Forstaspekten wie auch zur Betreibung wurden gestellt. Auf die Frage von Bürgermeisterin Roswitha Berkes, ob Räte grundsätzlich gegen das Projekt seien, meldete sich keiner. Damit wird in einer der nächsten Ssitzungen im nichtöffentlichen Bereich eine Entscheidung fallen. „Eine solche Bestattungsmöglichkeit wird gebraucht. Ich fühle mich bei dem Gedanken daran wohl, hier einen Ruheforst zu schaffen“, so Berkes.

Von Bärbel Schumann

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