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Zum Jahresende soll wieder Leben ins Schloss

Zum Jahresende soll wieder Leben ins Schloss

Hohenprießnitz. Ein Schloss im Wandel. Das barocke Kleinod von Hohenprießnitz verändert zusehends sein Gesicht. Darüber staunten jüngst, wie berichtet, Hunderte Besucher beim Tag des offenen Denkmals.

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Schlossherr Konrad Obermüller kann sich freuen: Es geht voran bei der Rekonstruktion des barocken Kleinods in Hohenprießnitz.

Quelle: Alexander Bley

Hausherr Konrad Obermüller, der damals nicht vor Ort sein konnte, ist es dafür wieder öfter in diesen Tagen. Und führte Reporter der Kreiszeitung erneut exklusiv durch die Räume. In den schönsten sollen schon ab Ende November die ersten Weihnachtsfeiern ausgerichtet werden, erzählt er dabei.

Zuerst fällt auf, dass zurzeit rechterhand vom Eingangstor das Dach des Pavillons am Südflügel repariert wird. Darauf blinkt noch ganz neu seit dieser Woche die nunmehr zweite Laterne. So werden die beiden 400-Kilogramm-Türmchen mit dem kupfernen Dach genannt, die das Ende der beiden Seitenflügel des Hauptschlosses krönen. Die ließ der Schlossherr nach historischen Vorlagen wieder dort montieren, wo sie einst vorhanden waren. Genauso wie ein schmiedeeisernes Tor, das möglicherweise Ende des 19. Jahrhunderts schon einmal so aussah. Der Nachbau - alte Fotos dienten als Vorlage - soll demnächst aufgestellt werden. Nur ein Zugeständnis wurde den Denkmalschützern abgerungen: Ins kunstvolle Metallgeflecht wurden die Anfangsbuchstaben der neuen Besitzerfamilie eingearbeitet: Ein "S" und ein "K", jeweils in einem großen "O" vereint, stehen für Susanne, Selina-Kristin und Konrad Obermüller.

"Wir haben gerade unseren Bauplan überarbeitet", erzählt Obermüller beim Gang zur Südflanke des Schlosses. Die zermahlenen Reste des alten Internats der früheren Bildungsstätte türmen sich unweit des Heizhauses. Wo es mal stand, grünt frischer Rasen. "Das Heizhaus nutzt ein Forstbetrieb. Wir arbeiten Hand in Hand", berichtet der Schlossherr und macht am Rand des Parks darauf aufmerksam, dass vier Kilometer Weg in der rund 16 Hektar großen grünen Oase der Anlage in Ordnung gebracht und jemand angestellt wurde, der die Wege pflegt. "Alles war zugewachsen."

Doch Priorität haben vorerst die historischen Gemäuer. "Meine Event-Abteilung ist beauftragt, ab 30. November hier die ersten Veranstaltungen zu organisieren." In den vergangenen Monaten seien erhebliche Mittel - "zum Zusammenrechnen hatte ich noch keine Zeit" - in die Restaurierung geflossen. Wohl über eine Million Euro vermutlich, übrigens bislang ohne Förderantrag. Nunmehr müssten auch Einnahmen erzielt werden, erklärt der Hausherr. "In das Schloss muss jetzt sobald wie möglich Leben einziehen." Die Voraussetzungen dafür sind inzwischen mehr als nur "aufgehübscht", wie Obermüller hier und da beschreibt. Der Catering- und Sanitärbereich im Nordflügel ist vom Feinsten ausgestattet, der Saal mit dem prachtvollen Deckenfresko und seine Nebenräume im Obergeschoss des Haupthauses bekommen bald den letzten Schliff.

Inmitten des künftigen Ausstellungsraumes hat der Schlossherr vorübergehend eine Liege platziert, auf der er - bei Anwesenheit - des Nachts Revue passieren lassen kann, was in Hohenprießnitz seit Ende 2011 geschafft wurde und welche Pläne noch anstehen. Ein wuchtiger, geschmiedeter Kronleuchter mit rustikalen Kerzen, Skulpturen, rohe Klinkerwände, durchzogen von alten Fachwerk-Balken sowie hochmoderne Deckenstrahler umgeben ihn als Zeugnisse einer 300-jährigen Schlossgeschichte. Was dem Anfangfünfziger in stillen Momenten dann durch den Kopf geht, dazu lächelt er nur vielsagend.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

Rieck, Karin

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