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Eilenburg Zweitaktfahrer im Hitze-Härte-Test
Region Eilenburg Zweitaktfahrer im Hitze-Härte-Test
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13:53 19.05.2015
Die Teilnehmer der Trabi-Tour sind mit ihren Lieblingen auf dem Eilenburger Burgberg angekommen. Quelle: Heike Liesaus

Sodann widmeten sich die den Vehikeln entstiegenen Insassen einem merkwürdigen sportlichen Wettkampf. Jeweils ein Paar bekleidete sich mit Skianzug, Mütze und Schal. Einer zog, einer platzierte sich auf einem Schlitten auf Rädern. Ab gings's auf den Slalomparcours. "Ich glaube, wir merken schon gar nichts mehr. Da ist Adrenalin im Spiel", stellten Annett Wanning und Mario Czopka lachend fest, nachdem sie die Strecke absolviert und sich aus der Winterbekleidung geschält hatten. Die 46 und 47 Lenze zählenden Bad Dübener gehörten zu den Teilnehmern der diesjährigen Trabi-Tour, die in Eilenburg einen Stopp einlegte und dort das Sommerrodeln als spaßige Durchfahrtskontrolle inszeniert hatte.

Selbstverständlich trägt der metalic-blaue 601er Trabant der Kurstädter ein EB-Kennzeichen. "Ich habe ihn seit 1992 über eine Annonce bekommen", erklärte Czopka, der sonst als Lokführer unterwegs ist. Er konnte sogar seinen Hamburger Kollegen Klaus Daniel für die Trabi-Tour begeistern und der fährt schon seit elf Jahren mit. Wenn auch nicht im eigenen Plastegeschoss. Doch Beifahrer sind durchaus begehrt. "Wie sollte ich sonst nach dem Kursbuch fahren? Wir wechseln uns auch am Steuer ab", berichtete Stefan Reichelt, 29 Jahre jung und aus Freiberg. Das hanseatisch-bergstädtische Duo war im jüngsten Trabi, Baujahr 1990, unter dessen Haube trotzdem immer noch ein Zweitakt-Motor brummte, unterwegs. Dieses Exemplar in himmelblauer Lackierung mit weißen Rallyestreifen verfügte neben den herunterzukurbelnden Seitenfenstern sogar über ein ausstellbares im Dach. Dagegen ließ sich beim rundlichen weiß und grün gehaltenen Trabbi von Silke Goldner und Mike Weihmann-Goldner nur ein winziges dreieckiges Schiebefenster zwecks Außenluft-Einlass bewegen. Im Inneren war ein Ventilator, Durchmesser zirka fünf Zentimeter, zu entdecken, dessen Rotation möglicherweise psychologisch-abkühlende Effekte erbrachte. Dabei war der P50 sogar bereits aus seiner heutigen Heimatstadt Pforzheim auf eigenen Rädern bis nach Sachsen gefahren. Überhaupt scheint Silke Golder ein Herz für Ostprodukte zu haben. Ihr Mike ist schließlich ein Brandenburger Gewächs. Immerhin war für jeweils die Hälfte der Gruppe Abkühlung in Sicht: Museumsleiter Andreas Flegel startete mit den Gästen auf Tour in die Bergkeller.

Die wohl weitesten Fahrten in der Plastekarosse hatten wahrscheinlich bisher Uwe Knöfel und Annegret Handtke zurückgelegt: "Wir waren damit schon in Rom und in Barcelona." Der Dresdener hatte sich den 601er Kombi 1994 zuerst eher aus der Not heraus zugelegt. "Jetzt ist er Hobby."

Seit Sonnabend war die Gruppe unterwegs. Die Tour dauert eine Woche. Diesmal starten die täglichen Ausflüge jeweils ist Dahlen. "In diesem Jahr sind etwas weniger als sonst dabei. Sonst hatten wir durchschnittlich 25 Teilnehmer. Aber das liegt vermutlich daran, dass diesmal zu Pfingsten gestartet wurde und viele Urlaub hatten", schätzte Ralf Lemnitzer vom Sächsischen Jugendherbergswerk, das inzwischen als Organisator als Events auftritt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2014
Liesaus, Heike

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