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Eilenburg Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – was Eilenburg in 20 Jahren erreicht hat
Region Eilenburg Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – was Eilenburg in 20 Jahren erreicht hat
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11:25 26.02.2016
An einen S-Bahn-Anschluss war vor 15 Jahren noch nicht gedacht worden. Nun steht auch die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes kurz vor der Vollendung. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Ein Leitbild für Eilenburg – das wurde 1996 aufgestellt und im Jahr 2000 fortgeschrieben. Heute, reichlich 15 Jahre später, tut sich die Stadtverwaltung eher schwer, dieses Papier herauszugeben. Driften Wünsche von einst und die Wirklichkeit heute etwa so weit auseinander?

Heiko Leihe, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung, sieht etliche Punkte der Stadtentwicklung erfüllt: Der Standort des ehemaligen Chemiewerks ist erschlossen und zu weiten Teilen vermarktet. Permanent sind die aktuellen Angebote an Gewerbeflächen über die Website der Stadt abrufbar. Eilenburg ist im Tourismus-Marketing vernetzt mit dem Naturpark Dübener Heide, mit dem Sächsischen Burgen- und Heideland, mit der Tourismus und Marketing Gesellschaft Leipzig. Die Stadt wirbt mit der Lage an Luther-, Jakobs-, Mulderadweg, an der Via Regia. Schwimmhalle und Bürgerhaus präsentieren sich nach der Hochwassersanierung quasi als Neubauten. Der Umbau des alten Gefängnisses auf dem Burgberg zur Herberge ist fast fertig. Bis dahin war’s ein weiter Weg über die Erarbeitung des Nutzungskonzepts und die Beschaffung der Fördermittel.

Fast ein Neubau: die Eilenburger Schwimmhalle. Quelle: Wolfgang Sens

Auch Frühlings- und Herbstfest haben sich dank der Aktivitäten einzelner Händler, des Tourismus- und Gewerbevereins, der Stadt und des Marktbetreibers Eilenburgerwohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft wieder etabliert. „Wenn auch im bescheideneren Rahmen“, stellt Leihe fest. Vielleicht mögen die Ideen von Feierlichkeiten mit Verkaufsaktionen und Familienrabatten nicht umgesetzt sein, aber gar nicht im damaligen Leitbild bedacht sind zum Beispiel Weihnachtsmarkt, Rosenmontagszug, die regelmäßig Leben in die Stadt bringen, oder sportliche Highlights wie der Mazda-Lauf bis hin zu den Events an der Sprungschanze oder im Ilburg-Stadion. Nicht zu vergessen: Halloween im Tierpark, das Tausende Besucher anzieht.

Highlight in Eilenburg: Halloween im Tierpark Quelle: Carsten Lippert

Genug also, um der Identitätskrise, von der die Rede war, als das „Leitbild 2000“ aufgestellt wurde, abzuhelfen? Bevölkerungsrückgang, Bedeutungsverlust als Wirtschaftsstandort und völlig unbefriedigende Situation der Verkehrswege kennzeichneten die Situation damals. Längst ist die Umgehung für die Bundesstraße 87 da, um die damals gekämpft wurde. Eilenburg hat einen S-Bahn-Anschluss samt Servicepunkt sowie einen Bahnhofsvorplatz, dessen Umgestaltung gerade in der Vollendungsphase ist. Und gerade jetzt soll mit den Pfunden, die bereits damals gesehen wurden, gewuchert werden: Eilenburg bietet sich als Wohnstandort-Alternative zu Leipzig an, will eine Kampagne starten.

Statt des Leitbildes gebe es jetzt eher „sich selbst entwickelnde Module“, sagt Heiko Leihe. Da ist das Heinzelmännchenprojekt, das Bekanntheitsgrad und Identifikation mit der Stadt zu verbessern hilft. Des Weiteren schreibe die Stadt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept fort, das vor allem auf Bauliches gerichtet ist. Eine Tendenz, vom damals kreierten Slogan der „Muldestadt mit grünem Herzen“ abzurücken und einen neuen zu kreieren, gebe es derzeit nicht.

Einige Ziele verfehlt

Doch einige Entwicklungsziele von damals sind nicht erreicht worden. Erstens: Eilenburg ist eine Stadt des auf moderne Technologien orientierten mittleren und kleinen Gewerbes und der Dienstleistungen. Zweitens: Neben Beschäftigungsmöglichkeiten sind Wohn- und Lebensverhältnisse die entscheidenden Faktoren für den Entschluss, in einem Ort wohnen zu bleiben oder ansässig zu werden. Drittens: Eilenburg ist ein attraktiver Einkaufsort für seine Einwohner und die Bevölkerung aus der näheren Umgebung. Viertens: Eilenburg ist eine Stadt, in der Einheimische und Gäste ständig etwas zum Erleben und Betrachten finden. Fünftens: Das Stadtbild unterstreicht den Charakter Eilenburgs, regt zum Betrachten und zur Diskussion an. Sechstens: Die Stadt ist kommunikativ. Die Bürger nehmen Anteil an den Geschicken der Kommune und mischen sich ein. Wichtigen Entscheidungen geht eine öffentliche Debatte voraus.

Von Heike Liesaus

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