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Geithain 100 Jahre Heros-Baumschulen in Niedergräfenhain
Region Geithain 100 Jahre Heros-Baumschulen in Niedergräfenhain
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19:51 13.09.2010
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. Über 30 Mitarbeiter hat das Unternehmen, das im Laufe der Jahrzehnte fast 150 junge Leute ausbildete.

„Rosenthals Langtraubige" ist Kennern noch heute ein Begriff. Firmengründer Hermann Rosenthal brachte diese schwarze Johannisbeere 1913 in den Handel. 15 Jahre später folgte die rote Johannisbeere „Heros", ebenfalls bis heute am Markt. Rosenthal gründete seine eigene Baumschule 1910 in Rötha-Geschwitz. Christian Helldrich, der heutige Inhaber, ist der Enkel von Rosenthals Schwiergersohn. Den Niedergräfenhainer beeindruckt, mit welchem Fleiß und welcher Energie sich Rosenthal, der aus einfachen Verhältnissen stammte und seinen Vater schon mit einem Jahr verlor, Fachwissen aneignete.

Turbulente Zeiten musste jeder durchleben, der im Laufe der Jahrzehnte an der Spitze des Unternehmens stand. Für den Firmengründer war das besonders die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Heinrich Helldrich, sein Schwiegersohn, übernahm die Geschäftsleitung 1934 und erwarb 1939 das Vorwerk Niedergräfenhain zur Umsiedlung des Unternehmens, nachdem Pläne zur Überbaggerung von Geschwitz durch den Tagebau Espenhain bekannt wurden. Er erkannte die Chance, auf frischem Boden und einer zusammenhängenden Fläche den Betrieb neu aufzubauen. Der endgültige Umzug erfolgte 1952.Drei Brandstiftungen gab es 1955/56 auf dem Hof. Christian Helldrichs Vater Wolfram konnte sich in Sachen Kollektivierung lange bedeckt halten, doch 1972 erfolgte die enteignende Verstaatlichung des Betriebes zum volkseigenen Gut.

Per 1. Juni 1990 wurde das Unternehmen reprivatisiert, zunächst war es nicht möglich, alle damit zusammenhängenden Fragen zu klären. „Zum Glück haben wir das so schnell angepackt. Das war ein großes Risiko, aber es muste nach vorn gehen", so Christian Helldrich, der seit 1994 Inhaber des Betriebes ist, ihn zuvor bereits leitete.

Produktion und Absatz waren komplett umzustellen. Subventionen spielen für die Bewirtschaftung der rund 100 Hektar großen Fläche fast keine Rolle, das Unternehmen muss sich zu Marktbedingungen behaupten. Relativ stabil sei das Segment der Einzelhandelskunden – mit einer Verlagerung der Nachfrage vom Herbst ins Frühjahr. „Wir hatten jetzt zweimal richtigen Winter, das macht Lust auf Grün und Blühen". so der studierte Gartenbauingenieur. Ganz neu bietet die Baumschule ab Herbst einen Mini-Cox-Terrassenapfelbaum an.

Mit der Krise im Vorjahr seien europäische Märkte zusammengebrochen, die Baumschulware blieb auf dem deutschen Markt, so der 57-Jährige. Von Mitteln aus dem Konjunkturpaket hat das Unternehmen bislang kaum Wirkung verspürt – im Vorjahr relativ spät ausgezahlt und nur für bislang ungeplante Projekte musste die öffentliche Hand zunächst Vorlauf schaffen. „Wir schauen erwartungsvoll in den Herbst, seit einigen Wochen gibt es sehr viele Anfragen von Kommunen und Ämtern."

Die Wetterkapriolen dieses Jahres sieht Helldrich eher gelassen. „Wir sind es gewohnt, der Knecht von Petrus zu sein." Mit konservierender Bodenbearbeitung und Beregnungsmöglichkeiten hat sich der Betrieb schon länger auf Klimaveränderungen eingestellt.

In „dieser Beständigkeit durch den Wandel der Zeit" sieht Bürgermeisterin Romy Bauer die Stärke eines der traditionsreichsten Geithainer Unternehmen, das wichtiger Partner der Kommune ist. Gleichzeitig hebt sie aber auch die engagierte Arbeit von Christian Helldrich hervor, der von 1978 bis 2009 ehrenamtlich in der Gemeindevertretung und später im Stadtrat aktiv war.

Zum Festempfang am Sonnabend, im „Haus Altenburg", auf dem Betriebsgelände, spielte die Big Band des Geithainer Musikvereins. Im Speiseraum lud eine historische Ausstellung ein, und der 1976 gegründete Chor der Heros-Baumschulen trat auf. Am Abend schloss sich das traditionelle Chorrosenfest mit Chören aus der Region an.

Inge Engelhardt

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