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1500 Osterspaziergänger besuchen das Museum auf der Gnandsteiner Burg

1500 Osterspaziergänger besuchen das Museum auf der Gnandsteiner Burg

Rund 1500 Besucher statteten dem Museum auf Burg Gnanstein an den Ostertagen einen Besuch ab. Gefragt waren vor allem Führungen, die mit der Lebensart der Familie von Einsiedel in den Jahrhunderten bekannt machten und die durch Bereiche der Burg führten, die dem Individualbesucher bei seinem Rundgang nicht zugänglich sind.

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Antje Krahnstöver zeigte den Besuchern auch den neu hergerichteten Barocksaal.

Quelle: Jens Paul Taubert

Gnandstein. Das für das Auge Reizvollste stand am Ende der kurzweiligen Dreiviertelstunde, in der Antje Krahnstöver über viele Treppen und durch zahlreiche Räume führte: der Barocksaal. Eingerichtet wie anno 1720, sparsam ausgestattet mit kostbaren Möbelstücken, vor allem aber restauratorisch wieder hergestellt präsentierte sich der Saal und beeindruckte mit seiner Ausmalung wie mit dem kürzlich erst zufällig wiederentdeckten Originalfußboden jener Zeit. „Er war unter dem Parkett verborgen", sagte Krahnstöver. Zuvor hatte sie mit dem Briefgewölbe und der ehemaligen Obstkammer, die heute Bilder aus der von Einsiedel‘schen Ahnengalerie präsentiert, zwei Räume gezeigt, die erst vor Kurzem für Besucher hergerichtet wurden.

„Ich finde es ganz phantastisch. Die Restaurierung der Burg ist toll gelungen", sagte Leonore Simon aus Leipzig und meint damit ausdrücklich auch die Fassaden, die das vielhundert Jahre alte Bauwerk zu einer leuchtenden Landmarke machen. Angetan von dem Entstandenen ist auch ihre Begleiterin Erika Hackelsperger, die in Gnandstein wohnt und die das Museum über Jahrzehnte kennt. Dass der Barocksaal und andere Räume nur zu Führungen offenstehen, irritierte sie indes: „Hier sind wir früher immer durchgegangen. Diese Pracht sollte man auch außerhalb der Führungen zeigen."

Aus Auerbach im Vogtland hatten sich Volkmar Bertram und seine Begleiterin in das Kohrener Land aufgemacht. „Burgen besichtigen und Kultur genießen machen wir immer zu Ostern", sagte er. Vor sechs, sieben Jahren seien sie schon einmal auf Gnandstein gewesen; seither habe sich durch die Sanierung vieles geändert.

Stationen des Rundganges waren auch die Waffenkammer, bestückt mit Hellebarden, Schwertern, Gewehren, der Nachbildung einer ritterlichen Rüstung. Der Weg in die Schlosskapelle führte über den Dachboden des Nordflügels, wo es angesichts der Balken hieß, den Kopf ein bisschen einzuziehen. Gut erkennbar sind hier die hervorragende Zimmermannsarbeit und die Restaurierung des Dachstuhls, die auf traditionelle Techniken zurückgriff. Die um 1500 von Heinrich von Einsiedel errichtete Kapelle mit ihren drei wertvollen Altären, jeder ist einer seiner drei Frauen gestiftet, ist ein kunst- und kulturgeschichtliches Kleinod, nicht zuletzt auch mit seinem 500 Jahre alten Mosaikfußboden aus Kohrener Keramik. Und wer wissen möchte, woher die Redensart „seine Klappe halten" herrührt, muss Antje Krahnstöver auf einer ihrer Führungen folgen.

Für Jörg Neumann aus Bautzen war die Runde durch das Museum ein Höhepunkt des österlichen Familienausflugs. Gern besuche man Schlösser, habe Rochlitz und Altenburg bereits gesehen und sei auch von Gnandstein angetan. Seine Schwester Sylvia Ludwig hätte allerdings gerne noch etwas länger zugehört: „Manches hätte gern noch ein bisschen ausführlicher sein können."

Ekkehard Schulreich

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