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16 Wickershainer zahlen für Regenwasser

16 Wickershainer zahlen für Regenwasser

Was die Kunden im Gebiet des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain (VVGG) ab Januar für Wasser und Abwasser zahlen, darüber entscheidet die Verbandsversammlung am Donnerstag.

Geithain. Das betrifft ebenso das Entgelt für Niederschlagswasser. Für Irritationen in Geithain sorgen nach wie vor Aussagen, die im Oktober dazu im Stadtrat getroffen worden sind.

Besucher der Sitzung konnten den falschen Eindruck gewinnen, dass sowohl in Wickershain, als auch in der Mark Ottenhain kein Entgelt für Niederschlagswasser gezahlt werden muss. Jürgen Schlecht (UWG) zitierte in der Vorwoche öffentlich aus dem Protokoll vom Oktober-Stadtrat. Darin ist unter anderem die Aussage von Verbandsgeschäftsführer Lutz Kunath festgehalten, dass Wickershain für Niederschlagswasser nicht zahle. Doch das ist falsch.

Von den insgesamt 101 Grundstücken würden 16 Niederschlagswasser in den öffentlichen Kanal einleiten, erklärte Kunath jetzt auf LVZ-Nachfrage. Diese 16 Eigentümer werden dafür mit Niederschlagswasserentgelt in Höhe von 1,10 Euro je Quadratmeter angeschlossener Fläche veranlagt. "Zum 1. Januar 2014 sinkt der Preis voraussichtlich auf 99 Cent", kündigt Kunath an. Das wird die Verbandsversammlung am Donnerstag vermutlich beschließen. Insgesamt seien in Wickershain 1264 Quadratmeter Niederschlagswasserfläche erfasst.

Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU), die gleichzeitig Vorsitzende des Versorgungsverbandes ist, hatte in der Ratssitzung vom Oktober davon gesprochen, dass Mark Ottenhain und Wickershain kein Niederschlagswasserentgelt zahlen. "Wenn hier Aussagen getroffen wurden, die zu falschen Schlussfolgerungen führen, tut mir das leid", erklärte die Stadtchefin jetzt auf LVZ-Nachfrage.

In Sachen Niederschlagswasser gilt im gesamten Gebiet des Versorgungsverbandes dasselbe: Im Gegensatz zur Trinkwasserversorgung und Schmutzwasserbehandlung besteht beim Regenwasser kein Anschluss- und Benutzungszwang. Das heißt, dass Niederschlagswasser auch schadlos - ohne Beeinträchtigung von Nachbargrundstücken - versickert oder in Gewässer eingeleitet werden kann. "Wenn aber Niederschlagswasser in öffentliche Kanäle des Verbandes eingeleitet wird, entsteht Entgeltpflicht", bekräftigt Kunath. Das gelte in Wickershain genauso, wie in der Mark Ottenhain. Für die Gewässereinleitung besitze der Verband eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde und habe an den Freistaat Sachsen eine Abwasserabgabe zu leisten. Diese sei Bestandteil der erhobenen Entgelte.

Derzeit zählt man im Verbandsgebiet 7980 Grundstücke, die Niederschlagswasser in öffentliche Kanäle einleiten und dafür zahlen.

Ungerecht findet Jürgen Schlecht die Gestaltung des Regenwasserentgeltes. Wie könne es sein, dass Leute, die zwar ein Stück Kanal nutzen, aber deren Niederschlagswasser in keine Kläranlage kommt, genauso viel bezahlen, wie Grundstücksbesitzer, deren Niederschlagswasser mit in die Kläranlage fließt?, fragt der Geithainer Stadtrat.

Jürgen Christl wohnt in der Mark Ottenhain und gehört, wie berichtet, zu jenen, die für Regenwasser zahlen müssen. Das fließt von seinem Grundstück in den verrohrten Straßengraben und dann in den Kalkbach. "1981 war dieser Straßengraben noch offen", erinnert der Geithainer. Mehrere Anwohner hätten ihn in Eigeninitiative stückweise verrohrt. Nun müsse man für die Nutzung des Kanals zahlen, merkt er an.

Mit Gründung des Versorgungsverbandes sei dieser Kanal, wie viele andere auch, öffentlich gewidmet worden, erklärt Verbandsgeschäftsführer Kunath auf LVZ-Nachfrage. Entscheidend sei, wer einen Kanal betreibt, wer zuständig ist und wer der Einleiter. Das alles liege beim Verband.

Die Sitzung am Donnerstag findet im Wasserwerk Grimma statt und ist öffentlich. Der Beginn ist 10 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.11.2013
Inge Engelhardt

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