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2. Tag der Vielfalt.Geithain begeistert Massen

2. Tag der Vielfalt.Geithain begeistert Massen

Der 3. Tag der Vielfalt.Geithain zog vorgestern viele Hundert Bürger an und in seinen Bann. Die erlebten im Unteren Stadtpark Geithains einen Tag, der seinem Namen alle Ehre machte.

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Mit Spaß dabei waren beim 2. "Tags der Vielfalt.Geithain" auch die die Steppkes der Awo-Kita "Kinderland am Bahnnhof".

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Und sie gingen meist nicht ohne Halt an der Spendenbox vorbei, um Mitbürgern, die vom Hochwasser getroffen waren, zu helfen. Am Ende stand fest: 2008,67 Euro wurden an diesem Tag für den guten Zweck eingenommen.

"Ich war ja etwas skeptisch. Aber wenn ich heute die fröhlichen Gesichter sehe, auch Besucher und Akteure erlebe, von denen ich genau weiß, dass sie vom Hochwasser betroffen waren, dann denke ich: Es war richtig, an diesem Termin festzuhalten", so Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer, die Schirmherrin des Festes.

In der Tat wurde den Besuchern eine Menge geboten, was den Programmzeitplan auf der kleinen Zollhausbühne gehörig ins Wanken brachte. Neben den beiden avisierten Kitas erschien als "Überraschungsgäste" auch eine Gruppe der Kita "Little Stars" Geithain und erfreute die Besucher mit ihrem Programm. Mit einer tänzerischen Reise durch die Welt wartete eine Gruppe von Gymnasiastinnen des IWG unter Leitung von Elisabeth Kluge aus dem Fitnessstudio "Fit und chic" Geithain auf. "Ich genieße den Aufritt, wo meine Tochter mitmacht", schwärmte auch Pfarrer Johannes Möller aus Syhra.

"Es ist für uns Ehrensache, auch diesmal bei diesem Fest aufzutreten", hatte kurz zuvor Lars Graichen von der Band "Giten 100" des Geithainer Musikvereins bekundet. Während die Band noch munter aufspielte, gab es bei Christiane Wagner, der Klassenleiterin der 4a der Paul-Guenther-Schule Geithain, und den beteiligten Schülern und Eltern strahlende Gesichter: Die 15 Kuchen, die zuvor fürs Büfett gebacken wurden, waren 16.15 Uhr restlos alle. Da lohnte es sich, dass beispielsweise Lea Gehlhaar ihre Geburtstagsfeier auf den gestrigen Tag verschob.

Ebenso erfreute Mienen bei den Mitgliedern der Initiative für ein weltoffenes Geithain, als sie am Parkeingang verfolgten, wie sich die Spendenbox peu à peu füllte. Eine Momentaufnahme dabei: Heidrun Börner übergab im Auftrag der Schüler und Lehrer des Werner-Heisenberg-Gymnasiums Leipzig 380 Euro. "Die haben von den Folgen der Flut hier gehört, weil meine Tochter in Wickershain wohnt und wollten dort spenden, wo sie genau wissen, wem das Geld zugutekommt", begründete sie das. In der Spendenbox waren kurz nach 23 Uhr 1508,67 Euro gelandet. Da die Mitglieder vom "Freakware Tonstudio" aus Frauendorf danach ihre gesamte Gage von 350 Euro spendeten und die Mitglieder der Intitiative das auf 500 Euro aufrundeten, kamen insgesamt über 2000 Euro zusammen.

Zurück zum Nachmittag. Im Parkgelände waren derweil alle Strände dicht umlagert. Die Offerten des Spielmobils, wo sich unter anderem Kevin Hoffmann (11) und der gleichaltrige Max Bierbaum aus Geithain im Seiltanz versuchten, hatten dabei ebenso ihre Fans wie der Stand der DRK-Werkstätten, wo eifrig Gipsfiguren bemalt wurden. Mehrere Schminkteams hatten alle Hände voll zu tun. An der Bastelstraße des Kinder- und Jugendhauses R9 verzierte unter anderem Letizia Arnold (10) mit Serviettentechnik einen Teller und ihre Schwester Lucienne (7) bastelte ein Teelicht. "Wir kommen aus Borna. Es hat uns schon im vorigen Jahr hier gefallen. Und heute gibt es ja noch viel mehr", bereute auch Mutti Kathleen Arnold den Anmarschweg nicht. "Das ist absolute Spitze", war auch Familie Mario Hofmann aus Roda begeistert, die ihre beiden Söhne Jacob (12) und Anton (10) gerade zur "Kinderspielstadt angemeldet hatten. Am Ende konnte sich auch die Initiatorin dieser Sache, Heike Schüürmann, über mehr als ein Dutzend weiterer Meldungen freuen.

Gut besucht waren ebenso die Glockenführungen, bei denen Ralf Niemann in luftiger Höhe der Nikolaikirche Details zu den vier Glocken dieses Gotteshauses kundtat. Die ältesten zwei wurden etwa 1380 gegossen. Erstaunlicherweise blieben sie in all diesen Jahrhunderten vom Einschmelzen verschont. Pfarrer Markus Helbig sah das Interesse mit Freude. "Klar bewegen uns jetzt alle die Geschehnisse des Hochwassers und Hilfen für Flutopfer. Aber wenn Geithain aktiv ist, sind wir mit dabei. Jeder sollte sein Spezifikum in solch einen Tag der Vielfalt einbringen", ließ er wissen.

Bis in die Nacht hinein gab es dann Konzerte verschiedener Bands und Solisten, am Ende der etwas dezentere Ausklang von "schlaf!los".

Wie wichtig es war, dass während des Festes an mehreren Infoständen und durch eine Ausstellung auch auf die Gefahren von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus hingewiesen und aufgeklärt wurde, zeigte sich beim Abbau gegen 2 Uhr. Ein Mitglied des Organisationsteams wurde durch einen vermutlich rechtsextremen jungen Mann, der dort offensichtlich aus der Dunkelheit heraus filmte und fotografierte, mit einem Faustschlag ins Gesicht beträchtlich verletzt. Er musste im Krankenhaus Rochlitz behandelt werden. Augenzeugen konnten den Täter aufhalten, bis die Polizei kam. Er wurde wegen Körperverletzung angezeigt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2013

Lang, Thomas

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