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Geithain 20 Jahre Städtepartnerschaft von Kohren-Sahlis und Montottone
Region Geithain 20 Jahre Städtepartnerschaft von Kohren-Sahlis und Montottone
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20:01 06.05.2018
Übersetzerin Magdalena, Bürgermeister Giovanni Carelli und die Frohburger Zentralamtsleiterin Susann Schubinski (v. li.) bei der Festveranstaltung. Quelle: Bert Endruszeit
Kohren-Sahlis

Eine Städtepartnerschaft zu beschließen ist das eine, sie am Leben zu erhalten das andere. Richtig was daraus gemacht haben Kohren-Sahlis und die italienische Stadt Montottone, die am Sonnabend im Frohburg bei einer Festveranstaltung und in Kohren-Sahlis bei einem Partnerschaftstreffen das 20. Jubiläum ihrer kommunalen Zusammenarbeit feierten.

Längst ist aus der Zusammenarbeit von Bürgermeistern und Verwaltung eine echte Partnerschaft der Einwohner geworden. „Es ist nicht so einfach, eine Städtepartnerschaft über 20 Jahre aufrecht zu erhalten“, betonte Giovanni Carelli, Bürgermeister von Montottone. „Doch mittlerweile ist daraus eine Freundschaft geworden.“

Töpferei verbindet beide Regionen

Vor 20 Jahren sei die in beiden Städten gepflegte Tradition der Töpferei eine verbindende Klammer gewesen. Jetzt gebe es darüber hinaus Freundschaften zwischen Jugendlichen, Familien, einfach zwischen allen Teilen der Bevölkerung. Regelmäßige Begegnungen gibt es auch immer wieder beim Töpfermarkt in Kohren.

Der gute Draht zwischen den beiden Partnerstädten bewährte sich auch nach dem Erdbeben in Italien vor zwei Jahren. „Unsere Freunde in Kohren-Sahlis haben uns ihre Nähe spüren lassen und uns sogar finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau zukommen lassen. Dafür möchten wir uns noch einmal aus vollem Herzen bedanken“, so Carelli weiter.

Giovanni Carelli, Bürgermeister von Montottone, übergibt dem Kohren-Sahliser Manfred Schott eine Töpferarbeit. Quelle: Bert Endruszeit

Er sprach sich dafür aus, die Städtepartnerschaft auch im Sinne der Kinder und Enkel weiter zu pflegen. Gerade jetzt sei das wichtig. „Nationalistische Bewegungen drängen sich derzeit in den Vordergrund. Eine Partnerschaft kann solchen Tendenzen entgegenwirken. Trotz aller Unterschiede sollten wir uns gegenseitig schätzen.“ Carelli lud alle interessierten Kohren-Sahliser für den September nach Montottone ein. Denn dort wird dann zeitlich korrekt das Jubiläum gefeiert – die Partnerschaft wurde schließlich am 12. September 1998 offiziell besiegelt.

Verschieden Arbeitsgruppen beleben Partnerschaft

„Eine Partnerschaft funktioniert nicht von selbst, das hatten wir schnell verstanden“, erinnerte sich Manfred Schott, einstiger Vize-Bürgermeister von Kohren-Sahlis. Doch mit der Bildung von Arbeitsgruppen habe man die Städtepartnerschaft rasch auf viele Schultern verteilt. Auch die Sprachbarriere habe man zu erklimmen begonnen. „Allerdings geht es nicht ganz ohne Übersetzer“, betonte er. Doch mittlerweile würden viel Freunde aus dem Umfeld beider Kommunen beim Dolmetschen helfen.

Frohburg bezahlt Festschrift

Wie stark die Bänder der Partnerschaft sind, habe sich in den vergangenen drei bis vier Jahren gezeigt. „Finanzielle Engpässe in beiden Kommunen erschwerten die Zusammenarbeit. Deshalb wurden gegenseitige Besuche mit privaten Geldern bezahlt.“ Fürs Jubiläum hatte Frohburg nun in die Tasche gegriffen, einen Zuschuss gab es für Jubiläumsfeier und Festschrift. Das zweisprachige Büchlein werde jedoch erst in etwa acht Wochen fertig sein.

Lehrerchor singt italienisches Volkslied

Ein musikalisches Zeichen der Partnerschaft setzte der Frohburger Lehrerchor. „Wir haben für heute kurzfristig ein italienisches Volkslied einstudiert“, so Chorleiterin Karin Friedrich. „Zwar auf deutsch, doch unsere italienischen Gäste können ja den Refrain in ihrer Sprache mitsingen.“

Von Bert Endruszeit

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