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Geithain 21. LVZ-Wanderung kommt bei den rund 300 Teilnehmern gut an
Region Geithain 21. LVZ-Wanderung kommt bei den rund 300 Teilnehmern gut an
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17:57 14.09.2014
Gute Laune bei der von Thomas Lang (li.) geführten Wandergruppe. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

"Willkommen in Geithain!", begrüßte Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos) die erste Wandergruppe, als diese den Tierpark erreicht hatte. Hier enthüllte sie, auch als Vorsitzende des Tierparkvereins, gemeinsam mit Holzkünstler Andreas Zwalina und der LVZ eine Skulptur. "Nun haben wir eine neue Attraktion, einen neuen Tierparkbewohner, neben rund 80 anderen Tieren", erklärte sie. Zwalina hat die Holz-Skulptur bei der 20. LVZ-Wanderung geschaffen und gemeinsam mit unserer Zeitung dem Tierpark geschenkt. "Ein schöner Standort", freute er sich. Dargestellt ist ein Uhu, der auf einer Zeitung sitzt. "Der braucht kein Futter", scherzte Bernd Uhlig aus Borna, der bei fast jeder LVZ-Tour dabei ist. Er war lange nicht im Tierpark gewesen und erstaunt, was sich hier entwickelt hat.

Der Erste am Start war am Sonnabend Reinhard Saupe aus Bad Lausick. "Ich bin bisher bei jeder Wanderung dabei gewesen", erzählte er. Um 4 Uhr war er aufgestanden, um wie stets mit dem Fahrrad zum Treffpunkt zu fahren. "Das ist heute ein kleiner Härtetest", sagte er angesichts des Wetters. "Für uns war es keine Frage, dass wir zum Treffpunkt kommen. Bei schönem Wetter kann jeder wandern", erklärte Gunda Hildebrandt aus Borna. "Dass so viele Leute sich nicht abhalten ließen vom Regen, ist toll. Sie hätten sonst was verpasst. Die Stationen haben Eindruck hinterlassen", erklärte Regina Heinze, die Geschäftsführerin des Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land. Der ist von Anfang an Partner unserer Zeitung bei den Wanderungen. Heinze führte am Sonnabend die letzte Wandergruppe.

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Erste Station war die Nikolaikirche, wo Kantor Janko Bellmann die Orgel anspielte und die Kirche kurz vorstellte. "Als Erstes hat er eine Fuge von Bach gespielt, das war wunderschön", schwärmte Wanderführerin Monika Fleischer. Etwa das zehnte Mal führte sie bei der LVZ-Tour eine Gruppe. "Mir macht es Spaß, so mit verschiedenen Leuten zusammenzukommen, und dass sie so interessiert sind", erzählte sie zum Wanderfrühstück bei einem Pfefferminztee.

Aus der Busgarage auf dem Gelände des DRK-Kreisverbandes Geithain war ein gemütlicher Frühstücksraum geworden. "Schön, dass wir bei Euch Pause machen können", freute sich Wanderführer Manfred Schott. Zwei Sorten Tee hatte das Team des DRK gekocht, Kreisgeschäftsführerin Heidrun Naumann schenkte zeitweise selber aus. "Wir wollen Sie ein bisschen verwöhnen", reagierte sie auf das Lob der Wanderer. Das LVZ-Team teilte wie stets kostenlos Brötchen, Schmalz sowie Gurken - gesponsert von der Neukieritzscher Rohkonserven GmbH - aus. "Das Brötchen war gut", lobte Jürgen Prusseit aus Borna das Backwerk der Geithainer Bäckerei Claus. Max war mit seinen vier Jahren einer der jüngsten Wanderer. Der Chemnitzer war mit seinen Geithainer Großeltern, der Familie Freiberg, auf Tour. Der kleine Feuerwehrfan schaute sich begeistert das Papier-Modell eines Rettungswagens an. Auf großen Tafeln präsentierten sich die Einrichtungen des DRK-Kreisverbandes und war auch das Ehrenamt dargestellt.

Lob gab es von Gerda und Günter Enke für Geithains schöne Innenstadt, die sie erstmals gesehen hatten. "Schön das historische Städtchen, hätte ich nicht gedacht", lobte die Leipzigerin, die Geithain bislang nur von den Email-Töpfen kannte. Die Stadt sei gepflegter als viele andere und habe noch ihre Geschäftchen. "Wir müssen mal bei schönem Wetter wiederkommen", steht für Günter Enke fest. Kurze Station hatten die Wandergruppen im Geithainer Heimatmuseum gemacht. Ute Dreßler zeigte am Webstuhl, wie aus Leinenfäden Stoff wird. "Interessant, das mal zu sehen", fand Kathrin Schmidt aus Brandis. Auch viele Geithainer seien unter den Wanderern gewesen, fiel Carmen Schmidt vom Museumsteam auf. Sie ließ die Besucher einen kurzen Blick in die Sonderausstellung rund ums Baby werfen.

Gemütlich im DRK-Bus absolvierten die Wanderer aus Sicherheitsgründen ein Stück des Wegs auf der B 7. Am Steuer saß Nico Böhme, seit zwei Jahren Fahrer beim DRK. "Mal was anderes", kommentierte er den Shuttle-Verkehr. Am Sommerhof stellte Heimatforscher Gottfried Senf das technische Denkmal des Hoffmannschen Ringofens von 1869 vor. Er erinnerte an Hans-Joachim Diederichs, den verstorbenen Vorsitzenden des Heimatvereins, der die Restaurierung initiiert hatte. Zum anderen ging Senf auf das Schicksal der Familie Sommer ein, die 1945 enteignet worden war. Nach ihr ist diese Gegend benannt. "Briefgeschichte(n)" hat Gottfried Senf sein dieses Jahr erschienenes Buch genannt, das den ersten Teil eines bereits über zwei Jahrzehnte währenden Briefwechsels enthält, den er seit 1990 mit dem Sohn John Ulrich Sommer führt, der in Kanada lebt. Er war 1954 ausgewandert. Noch am Abend des Wandertages wollte der Geithainer ihn anrufen und berichten, wie viele Menschen an diesem Tag von der Geschichte des Sommerhofes erfahren hatten. Das ehemalige Gebäude ist abgerissen, an dieser Stelle baut derzeit eine junge Geithainer Familie ein Haus. "Das freut Ulrich Sommer", berichtete Gottfried Senf.

"Ansonsten geht man hier einfach vorbei", sagte Karl-Heinz Eckert, der beide Exkurse in die Geschichte interessant fand. Dass jemand ausgewandert ist und Verbindung zur Heimatstadt hält, beeindruckte den Kohrener. "Wir sind fast immer bei der Wanderung dabei", erzählte seine Frau Petra. Auch dieses Jahr sei alles sehr schön gewesen.

Mit extra-programmierter Leuchtschrift wurden die Wanderfreunde am Domizil der Geithainer Schützengesellschaft begrüßt. Sie schauten sich das Vereinsdomizil und den Schießsimulator an und bekamen jeder ein Freilos für die große Tombola. "Wir haben uns tüchtig gefreut, dass die Wanderer reingeschaut haben", betonte Vereinsvorsitzender Peter Richter. Anschließend wurde im Bürgerhaus das Wanderfest gefeiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.09.2014

Inge Engelhardt

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