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Geithain 25 Jahre Sachsenklinik: Auslastung bei 95 Prozent und damit weit über dem Schnitt
Region Geithain 25 Jahre Sachsenklinik: Auslastung bei 95 Prozent und damit weit über dem Schnitt
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00:35 16.04.2018
Die Sachsenklinik in Bad Lausick Quelle: Thomas Kube
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Bad Lausick

Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass die Bad Lausicker Sachsenklinik ihren Betrieb aufnahm. Dass sie in den ersten Jahren zum Drehort der bis heute erfolgreichen Fernseh-Soap „In aller Freundschaft“ avancierte, war für Kurt-Josef Michels (65), Geschäftsführenden Gesellschafter der Michels-Unternehmensgruppe, allenfalls ein angenehmer Nebeneffekt. Sachsenklinik und Haus Herrmannsbad sind wichtige Säulen im Konzern. Jetzt werden mit einer Residenz für pflegebedürftige Senioren in der Kurstadt erneut zwölf Millionen Euro investiert. Warum der Bau am Rand des Kurparks erst im Sommer beginnt und wie er mit der Reha zusammenhängt, erläutert Kurt-Josef Michels im LVZ-Interview.

Kurt-Josef Michels, Geschäftsführender Gesellschafter Quelle: Michels-Kliniken

Dass die Sachsenklinik nach genau einem Jahr Bauzeit am 3. Oktober 1993, dem offiziellen Tag der deutschen Einheit, eröffnet wurde, war kein Zufall?

Das war es nicht. Wir haben uns nach der deutschen Wiedervereinigung ganz bewusst dafür entschieden, in die neuen Bundesländer zu gehen und in die Bereiche Rehabilitation und Pflege zu investieren. Heute wissen wir, es war eine richtige Entscheidung. Heute zählt das Unternehmen insgesamt 3000 Mitarbeiter, sehr viele davon in Sachsen und in Brandenburg. Die Sachsenklinik in Bad Lausick ist zu 95 Prozent ausgelastet; das liegt deutlich über dem Schnitt der Branche.

Die Klinik widmet sich der Reha von Menschen mit orthopädischen Einschränkungen und neurologischen Erkrankungen, also Erkrankungen des Nervensystems. Vor acht Jahren kam mit dem Haus Herrmannsbad, dem einstigen Kurhotel, die Psychosomatik hinzu. Warum?

Weil der Bedarf vorhanden ist und weil wir uns breiter aufstellen wollten. Die 100 Plätze sind gut ausgelastet, aber inzwischen ist der Markt gesättigt, jedenfalls in Sachsen.

Dass bis zum Herbst nächsten Jahres am Steingrundweg ein Neubau namens „Residenz am Kurpark“ entsteht, hat eine lange Vorgeschichte...

Das Grundstück haben wir 1992 für eine zweite Klinik gekauft. Auf Wunsch der Rententräger wurde die später aber nicht in Bad Lausick gebaut, sondern in Bennewitz.

Betreutes Wohnen ist ein Pilotprojekt

Später erwogen sie, in dieser hervorragenden Lage zehn Eigenheime zu bauen?

Das war so ein Zwischenschritt. Der Komplex, dessen Bau hoffentlich im August/September startet, besteht aus drei Gebäuden mit je 30 Plätzen. Hier bieten wir eine geriatrische Rehabilitation an für Menschen, die aus dem Akutkrankenhaus kommen, ihren Haushalt aber noch nicht wieder allein bewältigen. Das ist ein Pilotprojekt für die Region, gemeinsam mit den Krankenkassen. Zudem gibt es hier klassisches betreutes Wohnen. Die Häuser, die durch verglaste Zwischenbauten verbunden werden, ständen längst, hätte die Baubehörde nicht noch einmal einen komplett neuen Bebauungsplan von uns gefordert. Seit Kurzem aber besteht Baurecht.

Neue Angebote in Zukunft

Wohin entwickelt sich die Reha? Was bedeutet das für Bad Lausick?

Dank besserer Operationstechniken etwa sank die Verweildauer der Orthopädie-Patienten in Krankenhaus und Reha-Klinik auf die Hälfte der Tage. Der Bedarf sinkt, doch es entstehen neue Möglichkeiten. Da die Bevölkerung immer älter wird, bedarf es neuer Angebote. Blicke ich auf die nächsten zehn Jahre, wird es Veränderungen geben. Doch das ist nichts Überraschendes. Wir verfolgen genau, was sich tut.

Wann werden 25 Jahre Sachsenklinik gefeiert?

Ob es einen Festakt im Herbst gibt, ist noch nicht entschieden. Auf alle Fälle gibt es für unsere Mitarbeiter in Bad Lausick und im Neurologischen Rehabilitationszentrum Bennewitz eine große Feier, die am 22. Juni in der Kurstadt ausgerichtet wird.

Von Ekkehard Schulreich

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