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Geithain 65 Jahre Pferdesport in Langenleuba-Oberhain: Zu Pfingsten wieder Wettkämpfe
Region Geithain 65 Jahre Pferdesport in Langenleuba-Oberhain: Zu Pfingsten wieder Wettkämpfe
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10:50 02.06.2017
Ohne Fritz Berger ist das Turnier in Langenleuba-Oberhain undenkbar: Hier richtet der ambitionierte Reiter gerade den Parcours ein. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
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Penig/Langenleuba-Oberhain

Was wäre der Pferdesport in Langenleuba-Oberhain und Niedersteinbach ohne Fritz Berger? Kaum denkbar. Vor sechseinhalb Jahrzehnten, die Narben des Zweiten Weltkrieges waren allenthalben spürbar, gründeten Enthusiasten den Vorläufer der heutigen Reit- und Fahrsportgemeinschaft. Zwei Jahre später veranstaltete der Verein das erste Pfingstturnier. Einer der Sieger hieß Fritz Berger, gerade 16, der bei einem Springen überzeugte. Auf die 80 zugehend, ist der erfolgreiche Pferdesportler, Trainer und Züchter, immer noch auf das Engste mit Pferden verbunden. Beim heute startenden Pfingstturnier (bis 5. Juni), das ganz im Zeichen des Jubiläums „65 Jahre Pferdesport“ steht, ist er Ehrengast. Was nicht heißt, dass er sich wirklich zur Ruhe gesetzt hätte.

„Wenn ich die jungen Leute mit meinen Pferden sehe, ist das eine große Freude“, sagt Fritz Berger. Er selbst habe vor einem Jahr für sich entschieden, nicht mehr auf ein Pferd zu steigen. Ansonsten aber kann man auf ihn zählen. Dass er – im Einklang mit seiner Frau Monika – sein Leben den Pferden widmete, scheint unbefristet. Berger, den jeder kennt, den viele schätzen, ist eine Institution, auch wenn Sohn Frank inzwischen den Niedersteinbacher Reiterhof mit Halle und Pension betreibt. Fürs Altenteil allein hält sich der Senior zu fit, und man glaubt es ihm prompt.

Fritz Berger bei den Turniervorbereitungen. Quelle: Jens Paul Taubert

Berger, dessen Familie seit Generationen in der Landwirtschaft tätig ist („Ich war der Letzte, der im Sozialismus kapituliert hat“, sagt er mit Blick auf die Vergenossenschaftung), brachte mehrere DDR-Juniorenmeister, Bezirksmeister und sächsische Meister hervor, leitete anderthalb Jahrzehnte den Kreisfachverband Pferdesport Geithain, war bis zur Wende Vorsitzender des Bezirksgremiums. Er selbst erreichte 213 nationale und internationale Siege. Er züchtet Springpferde, war erfolgreicher Ausbilder mit internationalem Trainerpass. Fritz Berger freut sich, dass der Pferdesport den Umbrüchen Anfang der 90er-Jahre trotzte, dass er mit der Gründung der Reit- und Fahrsportgemeinschaft 1993 neue Impulse erfuhr, neue Erfolge erzielte. Eines ist ihm dennoch ganz wichtig festzuhalten, ohne dass er damit etwas schönreden will: „Früher war der Pferdesport nicht so kostenintensiv wie heute. Jeder, der wollte, konnte daran teilhaben. Unser Pferdesport hier wurde über Bezirksgrenzen hinweg als gesellschaftliche Arbeit verstanden. Die Frage, ob es sich der Einzelne leisten könnte, die stand für uns nicht. Dass es heute oft anders ist, finde ich traurig.“

Wenn zum bevorstehenden Pfingsten Pferdesportler, Förderer und vor allem mehrere Tausend Freunde des Pferdesports auf der Anlage an der alten B 95 zusammenkommen, gehört auch Matthias Görbert zu den Gästen. Der Landstallmeister des Moritzburger Gestüts „ist als junger Mensch hier bei uns aufgebaut worden“, sagt Berger. Er freue sich ebenso auf ein Wiedersehen mit Uwe Müller, Chef des Landgestüts Neustadt/Dosse: „Der ist hier groß geworden unter dem Leitgedanken des Breitensports.“ Vater Helmut war Sektionschef vor Christian Erler, der in den 80er- und 90er-Jahren die Geschicke leitete. Dutzende Hände wird Berger dann wieder schütteln müssen, schütteln dürfen. Die Anerkennung genießt er. Denn: „Das Entscheidende ist: Freude musst du haben!“

Von Ekkehard Schulreich

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