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Geithain 700 Sauen bringen in Niedergräfenhainer Mastanlage im Jahr 20 000 Ferkel zur Welt
Region Geithain 700 Sauen bringen in Niedergräfenhainer Mastanlage im Jahr 20 000 Ferkel zur Welt
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11:00 23.08.2016
Im Abferkelstall bleiben die Ferkel 28 Tage und sitzen sozusagen an der Quelle. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain/Niedergräfenhain


700 Sauen leben in den Niedergräfenhainer Ställen. In Ställen, die 2005 nach Maßgaben der Schweinehalteverordnung von Grund auf saniert worden seien, sagt Lothar Lichey: „Da ist bloß die bauliche Hülle stehen geblieben.“ Lediglich zur Abferkelung und zur Besamung würden die Sauen, eine robuste dänische Züchtung mit Hochgesundheitsstatus, in Einzelständen untergebracht. In der übrigen Zeit könnten sie sich im Stall frei bewegen. Auf eine Freiland-Haltung verzichte man wegen der Seuchengefahr. Von Lüftung bis zur Fütterung wurden die Baulichkeiten, die in ihrem Kern aus Genossenschaftszeiten stammen, umgerüstet. „Wenn es im Sommer sehr heiß ist, haben wir sogar eine Hochdruck-Vernebelung“, sagt Lichey. Dann werde über den Buchten des Abferkelstalls, in denen die Sauen mit den jungen Ferkeln liegen, kaltes Wasser versprüht. Mit dem Effekt, dass die Raumtemperatur um zwei bis vier Grad sinkt.

Nach 28 Tagen wechseln die Ferkel in den Läuferstall. Nach weiteren 45 bis 50 Tagen sind sie so groß, dass sie in die Mastbetriebe gebracht werden. Der stärkste Wurf, den Lichey in Niedergräfenhain zählte, waren 29 Ferkel: „Und das ist selten. Die Marke von 30 haben wir noch nicht geknackt.“ Die Ferkel zu versorgen, ist im Übrigen nicht nur Aufgabe der leiblichen Mutter, die quicklebendigen Schweinchen werden so auf die Muttersäue verteilt, dass jedes ausreichend zum Zuge kommt.

„Das vorige Jahr war für die Schweineerzeuger problematisch. Aktuell geht es, doch da haben es die Milchbauern schwer“, sagt Nisa-Geschäftsführer Matthias Nyenhuis mit Blick auf das Auf und Ab bei den Preisen. Die Ferkelpreise seien aktuell akzeptabel, dafür schwankten die für Schlachtschweine stark. Das austarieren gelinge nur, wenn man eine starke Muttergesellschaft im Rücken habe oder wenn man mit landwirtschaftlichen Produkten breit aufgestellt sei. Längst sind die Zeiten vorbei, da die Arbeit in den Ställen personalintensiv ist. Kaum ein Dutzend Mitarbeiter zählt das Unternehmen in Summe an seinen Standorten in der Region. In Niedergräfenhain etwa brauche es lediglich dreieinhalb Vollzeitkräfte, sagt Nyenhuis: „Allerdings Fachleute: Agraringenieure, Techniker, Meister.“

Junge Menschen für die Schweinezucht zu begeistern, falle immer schwerer, sagt Lothar Lichey, der aus Eschefeld stammt und der sein ganzes Berufsleben in der Branche zugebracht hat, diverse Umbrüche, Pleiten und Neustrukturierungen in der Nachwendezeit inklusive. Tierzucht und Stallarbeit hätten einen schlechten Ruf – völlig zu Unrecht, denn den ganzen Tag mit der Forke sei niemand mehr zugange. Doch es sei (leider) schon ein paar Jahre her, dass ein angehender Tierwirt in Niedergräfenhain gelernt habe. Immerhin absolvierten Auszubildende benachbarter Agrarbetriebe hier einige Wochen tierischer Praxis in puncto Schwein.

Von Ekkehard Schulreich

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