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77 Bad Lausicker Babys im Vorjahr: Stoppt der Einwohnerschwund?

Bevölkerungsentwicklung 77 Bad Lausicker Babys im Vorjahr: Stoppt der Einwohnerschwund?

Binnen eines Jahrzehnts verlor Bad Lausick 724 Einwohner, ein Rückgang um acht Prozent. Die hoffnungsvolle Nachricht: Im vergangenen Jahr blieb die Einwohnerzahl stabil. Zum Stichtag 1. Januar 2016 lebten in Bad Lausick und den Ortsteilen 8131 Menschen. Dass der Abwärtstrend sich zumindest stoppen lässt, hofft Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos).

2015 haben Bad Lausicker Familien 77 Babys bekommen, im Jahr zuvor waren es nur 49.

Quelle: dpa-Zentralbild

Bad Lausick. Die betrübliche Nachricht: Binnen eines Jahrzehnts verlor Bad Lausick 724 Einwohner. Ein Rückgang um acht Prozent. Die hoffnungsvolle Nachricht: Im vergangenen Jahr blieb die Einwohnerzahl stabil. Zum Stichtag 1. Januar 2016 lebten in Bad Lausick und den Ortsteilen 8131 Menschen. Dass der Abwärtstrend, der die meisten anderen Kommunen in der Region mehr oder weniger stark betrifft, sich zumindest stoppen lassen könnte, hofft Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). Er stützt sich dabei auf die Zahl der Geburten. Die lag mit 77 Babys im vergangenen Jahr deutlich höher als im zurückliegenden Jahrzehnt.

34 Mädchen und 43 Jungen wurden in der Kurstadt im vergangenen Jahr geboren. Im Jahr zuvor waren es lediglich 49 Kinder. Betrachtet man die Alterspyramide der Bad Lausicker, sind nach wie vor zwei Brüche ablesbar: Unmittelbar in der Wendezeit brach die Zahl der Geburten signifikant ein. Im Jahresvergleich 1990 zu 1991 halbierte sie sich – und erholte sich seither nur in Maßen. Der weiter zurückliegende Bruch geschah in der Kriegszeit Anfang der Vierzigerjahre.

Blickt man auf die Bad Lausicker Ortsteile, ergibt sich für den Zeitraum 2006 bis 2015 ein differenzierteres Bild. Thierbaum, der zweitkleinste Ortsteil, konnte bei – zwischenzeitlichen Veränderungen natürlich – seine Einwohnerzahl mit 118 exakt halten. Die selbe Konstanz verzeichnet der kleinste, Stockheim, mit aktuell 104 Seelen, ein Minus von eins. Beinahe konstant bleibt die Zahl der Ballendorfer: 297 Einwohner, ein Rückgang um drei.

Die großen Verluste konzentrieren sich auf Steinbach, wo zurzeit 443 Menschen leben (minus 72) und Ebersbach mit 388 Einwohnern (minus 67). Nicht viel besser sieht es aus in Buchheim: 481 (minus 44) und Lauterbach 307 (minus 52). Moderater ist der Schwund in Etzoldshain: 324 (minus 14). Beucha kommt auf 224 Einwohner (minus 18), Glasten auf 309 (minus 11), Kleinbeucha auf 46 (minus 6).

Diese Zahlen sagen naturgemäß wenig darüber aus, was binnen dieses Jahrzehnts geschah. Wenig überraschend liegt die Zahl der Sterbefälle in den meisten Ortsteilen über der der Geburten – aber nicht in allen. Etzoldshain zum Beispiel darf einen Geburtenüberschuss für sich in Anspruch nehmen: 23 Geburten, 18 Sterbefälle. Alle anderen Ortsteile weisen mehr, oft deutlich mehr Sterbefälle auf. Besonders stark betroffen ist die Kernstadt. Hier wurden im vergangenen Jahrzehnt 371 Kinder geboren, 903 Menschen starben. Das bedeutet schon aus diesem Grund einen Bevölkerungsrückgang um 532 Menschen.

Allerdings – zieht man die Zu- und Wegzüge heran – gibt es für die Kernstadt einen Silberstreif am Horizont: 2409 Wegzügen stehen 2508 Zuzüge gegenüber – macht ein Plus zumindest hier von 99. Das aber ändert nichts daran, dass Altstadt und Neubau seit 2006 trotzdem 433 Einwohner verloren. Einen Zuwachs aufgrund Zuzugs verzeichnen darüber hinaus lediglich Thierbaum (plus 3) und Stockheim (plus 1).

Angesichts der Flüchtlingsentwicklung ist es aufschlussreich, die statistische Betrachtung auf Einwohner fremder Staatsangehörigkeit auszuweiten. Ein Dutzend Russen lebten 2006 in der Stadt und stellten die größte Gruppe der Angehörigen von 22 Staaten, in Summe 56 Menschen. Die Gesamtzahl hat sich auf 111 verdoppelt, die Staatenliste ist ein Stück länger geworden. Zweistellig war zum Jahresbeginn die Zahl der Afghanen (31) und Griechen (10).

Von Ekkehard Schulreich

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