Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
8000 Grundstückseigentümer zahlen für Regenwasser

8000 Grundstückseigentümer zahlen für Regenwasser

Eine Reihe von Bürgern in Mark Ottenhain muss durchaus Entgelt für Niederschlagswasser an den Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) bezahlen. In der jüngsten Stadtratssitzung hieß es, dass hier - wie in Wickershain - nicht gezahlt werden brauche.

Voriger Artikel
Neubau am Markt in Bad Lausick übergeben
Nächster Artikel
"Eine der 20 bedeutendsten Orgeln in Sachsen"

Die neuen Entgelte - auch für Regenwasser - will der Versorgungsverband Grimma-Geithain Ende November beschließen.

Quelle: Roger Dietze

Geithain. Daraufhin meldeten sich drei Bürger bei unserer Zeitung, die Rechnungen für das Regenwasser bekommen - zu Recht erklärt Verbandsgeschäftsführer Lutz Kunath.

 

 

Er leite das Regenwasser in den Kalkbach ein: Warum dafür bezahlen? - fragt Jürgen Christl, der jährlich um die 170 Euro Niederschlagsentgelt zu zahlen hat. Bei Frank Epperlein sind es knapp 70 Euro, Jochen Häusler hat um die 300 Euro pro Jahr zu überweisen. Alle drei haben Häuser an der Colditzer Straße in Geithain, also in Mark Ottenhain. Sie haben jeweils Kleinkläranlagen, das dort gereinigte Schmutzwasser sowie das Regenwasser fließt vom Grundstück aus jeweils in den verrohrten Straßengraben und dann in den Kalkbach.

 

 

Die drei Grundstückseigentümer hätten sowohl Entgelt für Schmutzwasser als auch für Niederschlagswasser an den Verband zu entrichten, bestätigt Lutz Kunath, Geschäftsführer des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain (VVGG) auf LVZ-Nachfrage. Alle drei Grundstücke würden sowohl häusliches Schmutzwasser als auch Niederschlagswasser in einen öffentlichen Kanal des Verbandes einleiten. Dieser verlaufe linksseitig der Colditzer Straße und münde an der Straßenbrücke in den Kalkbach. "Für die Gewässereinleitung besitzt der Verband eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde, in diesem Zusammenhang hat der Verband an den Freistaat Sachsen eine Abwasserabgabe zu leisten", erklärt Kunath. Diese Abgabe sei Bestandteil der erhobenen Entgelte.

 

 

Knackpunkt, ob gezahlt werden muss, ist die Kanalbenutzung. "Wenn Niederschlagswasser in öffentliche Kanäle des Verbandes eingeleitet wird, entsteht Entgeltpflicht", erklärt Kunath. Wer ohne Kanal auskommt, weil er das Regenwasser ohne Beeinträchtigung von Nachbargrundstücken versickert oder in Gewässer einleitet, zahlt nicht. "Für Niederschlagswasser besteht im Gegensatz zur Trinkwasserversorgung und Schmutzwasserbehandlung kein Anschluss- und Benutzungszwang", erläutert Kunath.

 

 

Derzeit zählt man im Verbandsgebiet 7980 Grundstücke, die Niederschlagswasser in öffentliche Kanäle einleiten und dafür ein Entgelt entrichten. Im Rahmen eines Selbstauskunftsverfahrens haben die Grundstückseigentümer bereits im Jahr 2002 Angaben über entsprechende versiegelte Flächen ihrer Grundstücke machen müssen.

 

 

Damals habe man erwartet, dass nun viele Flächen entsiegelt würden, um das Niederschlagswasserentgelt zu sparen, hatte der Verbandsgeschäftsführer im Stadtrat berichtet. Doch man stelle immer mehr "schwarze Schafe" fest, die entsprechende Flächen nicht ordnungsgemäß gemeldet hätten. "Nach der Entwässerungssatzung besteht die Pflicht, Änderungen der Flächen anzuzeigen, dieser Pflicht kommen aber nicht alle Grundstückseigentümer nach", erläutert Kunath.

 

 

Durch die Mitarbeiter der Oewa würden im Rahmen anderer Tätigkeiten, wie Ablesen der Wasserzähler, Kontrolle der Grundstücksentwässerungsanlagen und anderem auch zugleich Überprüfungen der vorhandenen Flächen vorgenommen. "Gezielte Kontrollen finden jährlich etwa bei rund 250 Grundstücken statt", so Kunath. Falsch angegebene Flächen könnten drei Jahre rückwirkend berechnet werden, warnt er.

 

 

Unterm Strich bleibe die Gesamt-Quadratmeterzahl, für die im Verbandsgebiet Niederschlagswasserentgelt gezahlt werden muss, so trotz teilweiser Entsiegelung von Flächen relativ konstant. Damit begründete Kunath im Stadtrat, dass dieses Entgelt ab Januar voraussichtlich von derzeit 1,10 Euro pro Quadratmeter und Jahr auf 99 Cent sinken kann. Beschließen will der Verband darüber voraussichtlich Ende November.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2013
Inge Engelhardt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Geithain
Geithain in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 54,24km²

Einwohner: 7378 Einwohner (Dezember 2016)

Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04643

Ortsvorwahlen: 034341, 034346

Stadtverwaltung: Markt 11, 04643 Geithain

Ein Spaziergang durch die Region Geithain
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr