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A 72: Ab Donnerstag wird Richtung Rathendorf betoniert

A 72: Ab Donnerstag wird Richtung Rathendorf betoniert

Am Donnerstag soll der eigentliche Trassenbau der Autobahn 72 zwischen der Brücke über die Mulde nördlich von Penig und der Anschlussstelle Rathendorf/Rochlitz beginnen: der Einbau des Betons nämlich.

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Der Einbau des Betons ist vorbereitet: Am Donnerstag Vormittag soll er nördlich der Muldebrücke starten.

Quelle: Jens Paul Taubert

Wernsdorf. „Wir arbeiten im 24-Stunden-System, sodass wir keine Unterbrechung haben", erläutert Christoph Adler, der die Leipziger Niederlassung von Bilfinger+Berger leitet, die Technologie. Das sei nicht nur gut für die Qualität der Fahrbahn, sondern beschleunige auch den Einbau-Prozess.

Der Baukonzern hatte nach Ausschreibung den Zuschlag für den Betonbau in dem 7,5 Kilometer langen Bereich zwischen Muldenbrücke und Rochlitz erhalten. Dabei wird ein großer Fertiger eingesetzt, der für einen mehrschichtigen Aufbau der Fahrbahn sorgt. Adler geht davon aus, dass beide Richtungsfahrbahnen binnen dreier Wochen betoniert sind.

„Wir sind nach wie vor guter Hoffnung, dass wir den Abschnitt bis Rochlitz in diesem Jahr noch für den Verkehr freigeben können", sagt Michael Stritzke, stellvertretender Sprecher des Bauherrn Autobahnamt Sachsen. Das aktuelle Wetter mit wenig hochsommerlichen Temperaturen sei für den Betonbau hervorragend geeignet. Denn zu schnelles Abbinden des Betons könne zu Rissen führen, weshalb beim Betonieren am Schluss ein Verzögerungsmittel aufgesprüht werde. Auf der 710 Meter langen Muldebrücke werde die Fahrbahn in Asphalt ausgeführt. Der südliche Abschnitt bis Niederfrohna war bereits im Frühsommer betoniert worden.

Den Beton für den Nordbereich der Trasse liefert Bilfinger+Berger ein firmeneigenes Mischwerk, das nahe des Autobahnkorridors in Wernsdorf aufgebaut wurde. Bis zum 240 Kubikmeter Beton pro Stunde kann diese Anlage herstellen. Das Unternehmen greift dafür auf Kiese und Sande aus der unmittelbaren Region zurück: Sie stammen aus der Grube Niedersteinbach der Sandwerke Biesern GmbH. Der Splitt, der für den Oberbeton benötigt wird, wird Adler zufolge aus dem Erzgebirge und aus dem Raum Leipzig geholt.

Im Sandwerk Biesern, unmittelbar an der A 72 gelegen, freut sich Heidi Kutzke über den Großauftrag. Heute beginnend, werden die Laster zwölf Tage lang Sande und Kiese aus der Grube zum Mischwerk transportieren. „Das läuft extra zum normalen Geschäft und ist durchaus ein Kraftakt", sagt die Prokuristin. In den vergangenen Tagen habe man sich darauf bereits vorbereitet und zig Tonnen Rohstoff schon auf Halde gelegt. Mit dem Autobahnbau ist das Unternehmen sehr eng verbunden, vor allem weil der Flächenbedarf der Trasse das künftige Abbaufeld am Zeisig berührt und mehr als eine Million Tonnen Kiese, die unter der künftigen Anschlussstelle Penig ruhen, im Boden bleiben müssen. Dennoch sei die A 72 ein großer Gewinn, sagt Heidi Kutzke: „Die Autobahn ist auch für uns profitabel. In ihrem Einzugsbereich, vor allem Richtung Erzgebirge, haben wir zahlreiche Kundschaft, die dann günstiger erreichbar ist."

Mit der Betonierung der Trasse sei ein entscheidender Schritt mit Blick auf die Fertigstellung geschafft, sagt Michael Stritzke. Er warnt aber davor, die dann noch nötigen Arbeiten in ihrem Umfang zu unterschätzen. „Allein die Montage der Leitplanken außen und beidseits des Mittelstreifens bedeuten noch jede Menge Arbeit." An die 50 Kilometer Metallband kämen da zusammen. Nicht zu vergessen, die Markierungen und der Landschaftsbau. Letzterer sei vor allem wichtig, um mit Rasenansaat die Böschungen zu stabilisieren und Rutschungen auszuschließen. Dass die immer wieder geschehen, ist etwa an der A 38 südlich von Leipzig und an der Autobahn durch den Thüringer Wald zu besichtigen. Und selbst nördlich von Penig hatte es an den Kellerbergen vor Wochen eine unkontrollierte Erdbewegung gegeben.

Ekkehard Schulreich

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