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Geithain Ab 2018 ist Kohren-Sahlis Teil einer anderen Stadt – Frohburg oder Geithain?
Region Geithain Ab 2018 ist Kohren-Sahlis Teil einer anderen Stadt – Frohburg oder Geithain?
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07:00 29.12.2016
Blick aufs Rathaus von Kohren-Sahlis. Die Stadt soll auf jeden Fall zum 1. Januar 2018 eingliedert werden – ob nach Frohburg oder eventuell nach Geithain. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

Das Jahr 2017 soll unwiderruflich das letzte sein in der mehr als 1000-jährigen Stadtgeschichte von Kohren-Sahlis: „Mit Blick auf unsere Finanzen und auf die Regionalplanung muss sich unsere Stadt auf jeden Fall zum 1. Januar 2018 eingliedern – ob nun nach Frohburg oder eventuell nach Geithain, das allein bleibt zu entscheiden“, sagt Kohrens Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). 2017 aber bleibe alles wie gehabt: dieselbe Postleitzahl, dieselben Straßennamen, das Rathaus vis a vis des Töpferbrunnens. Kohren-Sahlis habe einen Doppelhaushalt 2016/17 beschlossen – auch wenn der zwangsläufig ein Minus ausweise – und befinde sich weiter in der Konsolidierung. Die Lage helle sich zwar leicht auf, aber sie bleibe trotz allem prekär. Um abwägen zu können, erwarte man jetzt belastbare Haushalt-Zahlen der Stadt Frohburg samt deren mittelfristige Finanzplanung.

In der Rolle des Abwicklers sieht Mohaupt sich nicht aus freien Stücken. Dafür, dass Kohren-Sahlis finanziell schlecht gestellt ist, gibt er der Verteilung der Finanzausgleichsmittel an kleine Gemeinden im ländlichen Raum einen erheblichen Anteil Schuld. Die sorge mit ihrer Verknüpfung der Geldzuweisungen an die Einwohnerzahlen dafür, dass kleine Kommunen kaum noch auf einen grünen Zweig kämen – selbst wenn sie noch so sparten. Stadtrat und Verwaltung wollten die nächsten Wochen nutzen, um die Offerte von Geithain gründlich zu prüfen und eine Entscheidung herbeizuführen. Dabei sollten die Bürger durchaus ein Wort mitzureden haben, so Mohaupt: „Der Stadtrat ist zwar von ihnen gewählt, aber bei einer Entscheidung dieser Tragweite…“

Klarheit herstellen, wohin die Reise gehen muss: Dem komme man bis Ende Februar nach, sagt Siegmund Mohaupt; das sei schließlich in aller Interesse: „Die Bürger fragen sich: Was machen die da oben? Sie sind verständlicherweise ein bisschen ratlos.“ Die Gespräche mit Frohburg seien weit gediehen gewesen, ehe sie an den Punkten Personal des Fremdenverkehrsverbandes und Brandschutzbedarfsplan ins Stocken geraten und schließlich ausgesetzt worden seien. Dass die Stadt Geithain die Chance nutze, mit einem eigenen Angebot um Kohren zu werben, sei nicht verwerflich, sondern konsequent. Beide Offerten – die von Frohburg und jene von Geithain – jetzt zu prüfen, nennt Mohaupt „demokratisch und bürgernah“. Geithains Bemühungen nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, wäre falsch. Die nicht repräsentative Umfrage im Amtsblatt unter den Kohrenern, die die Stadtverwaltung im Februar 2015 angestoßen hatte und die Frohburg den Vorzug gab, stehe dazu in keinerlei Widerspruch.

Das umfangreiche Geithainer Positions- und Angebotspapier, über das die LVZ kurz vor Weihnachten berichtete, soll jetzt in den Kohrener Ausschüssen und im Stadtrat erörtert werden. „Wir sind auch weiter jederzeit bereit zu weiteren Gesprächen mit Frohburg“, so Mohaupt. Weiter als bis zum Jahresbeginn 2018 dürfe man die Fusion nicht aufschieben. Auf welche Art und Weise man die Bürger in die letztliche Entscheidungsfindung einbeziehe, sei noch zu diskutieren: „Da gibt es im Stadtrat durchaus unterschiedliche Sichten.“

Von Ekkehard Schulreich

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