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Geithain Ab ins Heu: Herberge in Linda bietet erholsamen Schlaf in rustikalem Ambiente
Region Geithain Ab ins Heu: Herberge in Linda bietet erholsamen Schlaf in rustikalem Ambiente
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00:20 04.08.2017
Kathrin Zwicker richtet die Heuboden-Herberge im historischen Vierseitenhof in Linda her. Quelle: Nicole Rathge-Scholz
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Kohren-Sahlis/Linda

Eine Heuboden-Herberge gibt es im Kohrener Land schon den dritten Sommer. Mehr als zwei Jahre ist es her, dass Familie Zwicker aus Linda dieses rustikale Domizil eröffnete. Die Herberge in einem historischen Vierseitenhof wird gut angenommen und soll Stück für Stück ausgebaut werden.

„Zur Einweihung waren über 350 Freunde, Bekannte, Einwohner und Interessenten da und haben gemeinsam mit uns gefeiert“, blickt Kathrin Zwicker gern zurück. Mittlerweile sei viel geschehen auf dem denkmalgeschützten Vierseitenhof, der sich im beschaulichen Kohren-Sahliser Ortsteil Linda befindet und von Wiesen und Feldern umgeben ist. „Auf die Idee, eine solche Herberge ins Leben zu rufen, hat uns eigentlich unser Sohn gebracht. Er selbst hat mit seiner Freundin in Plohn in solch einer Unterkunft genächtigt und war begeistert davon“, so Zwicker.

Anno 2012 hätten sie sich entschieden, das Grundstück zu kaufen. Vor allem Ehemann Lothar habe es am Herz gelegen. An den Hof grenzt eine große Wiese, die für die beiden Landwirte optimal ist, um ihre Mutterkuhhaltung weiter zu führen. „Natürlich gab es viele Diskussionen, was wir mit dem Hof anstellen wollen. Schließlich war er nicht umsonst zu haben, musste und muss noch weiter saniert werden. Dafür muss im Gegenzug wieder Geld in die Kasse kommen“, erklärt Kathrin Zwicker. Deshalb ließ die beiden der Vorschlag ihres Sohnes nicht los, und sie besuchten verschiedene Heuunterkünfte unter anderem im Spreewald, um besser in das Metier einzutauchen. Dort erfuhren sie zum Beispiel, dass das Heu aller zwei Jahre komplett ausgetauscht wird.

Zwickers entschieden sich dafür, das jedes Jahr zu tun und das ausgediente Heu weiter als Einstreu für ihre Tiere zu verwenden, die sich über kuschelige Liegeplätze besonders freuen. Lediglich anderthalb Jahre hat das Ehepaar gebraucht, um das Seitengebäude in eine Herberge zu verwandeln – mit viel Unterstützung von Helfern und Firmen. „Trotz dieses gewaltigen Projektes haben wir nie einen Gedanken daran verschwendet aufzugeben, denn es war unser festes Ziel“, lacht Zwicker und zeigt stolz ihr Kräuterbeet, das ein Kräuterbett ist. Pfefferminze, Boretsch und Basilikum gedeihen in einem alten Bett, das zum Entsorgen zu schade gewesen wäre. Aus den Kräutern bereitet Zwicker nicht nur Tee. Auch die Herbergsgäste kommen in den Genuss von frischen Kräutern, zum Beispiel wenn die Dame des Hauses Frühstück kredenzt.

Ganze Schulklassen haben in der liebevoll und rustikal eingerichteten Herberge Platz. Es gibt zwei Schlafboxen für je vier erwachsene Personen. Darüber befindet sich ein offener Oberboden für weitere acht Schlafgäste. Gegenüber haben noch einmal bis zu zehn Personen in einer großen offenen Heu-Etage Platz. Wer kein Heu-Fan ist, für den stehen zwei separate Zimmer mit Betten und Matratzen zum erholsamen Schlaf bereit. „Für unsere Gästen gibt es einen Sanitärtrakt, eine Küche und eine große Tafel zum gemeinsamen Speisen“, so Kathrin Zwicker. Doch nicht nur das Gebäude selbst lade zum Entspannen ein. Im Außenbereich haben die Eheleute eine rustikale Terrasse errichtet sowie eine Feuerstelle. Ein Brunnen dient im Sommer zum Abkühlen. Eine Holzrutsche bringt nicht nur Spaß, sondern fungiert gleichzeitig als Notausstieg vom Oberboden.

Fußläufig ist das Lindenvorwerk zu erreichen. Über einen Wanderweg kann man bis in die Töpferstadt Kohren-Sahlis laufen oder sich mit der Kutsche durch die Ortschaften chauffieren lassen. Zwicker: „Wir sind dabei, die restlichen drei Gebäude weiter auszubauen. Unter anderem werden ein Spieleraum entstehen und auf dem Hof ein Streichelzoo.“

www.heubodenherberge-zwicker.de

Von Nicole Rathge-Scholz

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