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Geithain Absage des Classic Grand Prix: "Das entscheiden Leute, die weit weg sind"
Region Geithain Absage des Classic Grand Prix: "Das entscheiden Leute, die weit weg sind"
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00:00 01.09.2012
Eion halbes Jahrhundert Renngeschichte auf dem Frohburger Dreieckkurs: Daran sollte mit dem Classic Grand Prix erinnert werden.
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Frohburg

Wie geht es weiter – das wollte die LVZ wissen von Gerhard Wehefritz (63), seit zwei Jahrzehnten Vorsitzender des Veranstalters MSC.

Frage: Das Nein aus Dresden, das Ihre Planungen über den Haufen warf, liegt eine Woche zurück. Wie geht es den vielen ehrenamtlichen Mitstreitern des Vereins?

Gerhard Wehefritz: Langsam beruhigen sich die Gemüter. Aber das Unverständnis über diese Willkür-Entscheidung ist weiterhin groß, nicht nur bei uns, auch bei den Chefs der Verbände, die mit ihren Oldtimern den Classic Grand Prix fahren wollten. Was uns am meisten ärgert: Es entscheiden Leute, die weit weg sind, die keine Kenntnisse von der Geschichte des Dreieckrennens haben. Deshalb bringen sie kein Verständnis auf dafür.

Das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr begründet seine Nichtgenehmigung der Bundesstraßen-Nutzung damit, dass die Sperrung von B 95 und B 7 an zwei Wochenenden hintereinander unzumutbar sei, zumal es weitere Baustellen gebe. Außerdem hätten Dreieckrennen und Oldtimer-Grand-Prix nichts miteinander zu tun. Was erwidern Sie?

Das zeigt doch die Unkenntnis der Entscheidungsträger. Ich kann die zweite Veranstaltung nicht Rennen nennen, denn es sind Gleichmäßigkeitsfahrten. Damit wollten wir auf die Geschichte des DDR-Rennsports und damit des Frohburger Dreiecks eingehen. Wenn das in Dresden nicht verstanden wird, wäre es ein Leichtes gewesen, uns anzurufen. Was die Sperrungen betrifft: Natürlich sind die nicht schön. Doch wir waren in Frohburg mit den Betroffenen so weit, dass sie trotz mancher Erschwernisse auch unserem zweiten Wochenende zugestimmt hatten. Die Behörden machen sich plötzlich Gedanken über das Wohl und Wehe der Bürger. Doch wenn wegen Bauarbeiten gesperrt wird, wenn Baumaßnahmen überzogen werden, das interessiert keinen. Wie war das denn vor Kurzem in Zedtlitz: Drei, vier Monate länger als geplant war das Dorf quasi abgeschnitten, weil die B 95 gebaut wurde.

Wird der MSC gehen die Entscheidung der Behörde rechtlich vorgehen?

Wenn ich Rechtsmittel einlegte, bearbeiteten das dieselben Leute, Bearbeitungsfrist drei Monate. Muss ich da noch was sagen?

Was bedeutet das Aus des Classic Grand Prix in Zahlen?

Wir haben mit mindestens 5000, 6000 Zuschauern gerechnet. Mehr als 400 Fahrer hatten ihr Kommen zugesagt, die bringen ihrerseits viele mit. Was das Finanzielle betrifft: Wir haben die Verträge zum Glück weitgehend sanktionsfrei stornieren können. Aber verloren ist, was wir an Kraft, Zeit und Geld in die Vorbereitungen investiert haben. 10 000 Euro sind das mindestens.

Welche Einflüsse hat die Absage auf das 50. Dreieckrennen am 22. und 23. September?

Das Jubiläumsrennen findet statt. Es gibt spannende Rennen, Sidecars sind mit dabei und die Zwei-Takt-Klassen, die auf anderen Rennstrecken kaum noch zu sehen sind. Umplanen müssen wir dennoch, denn die Renngeschichte muss sich nun am Jubiläums-Wochenende selbst wiederfinden. Drei, vier der legendären Renn-Trabant wollen wir präsentieren und ein paar Runden drehen lassen, historische Rennmaschinen sowieso. Wir würden uns freuen, wenn das Publikum durch seine Präsenz zeigt, dass es sinnvoll ist, dass wir in Frohburg weiter Rennen veranstalten. Denn man fragt sich nach dieser Erfahrung manchmal schon: Warum tue ich mir das an?

Ekkehard Schulreich

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