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Geithain Ärger in Geithain: Falsch befüllte gelbe Tonnen bleiben einfach stehen
Region Geithain Ärger in Geithain: Falsch befüllte gelbe Tonnen bleiben einfach stehen
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00:20 14.01.2018
Randvoll, doch nicht geleert: Weil Müll in den Behältern liegt, ließ der Entsorger ALL in der vergangenen Woche die Tonnen in Geithain-West stehen. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Überquellende gelbe Tonnen auf den Straßen des Neubaugebietes Geithain-West, daneben wachsende Berge: Weil in den Behältern eine Menge Müll eingeworfen wurde, hatte der Entsorger Abfall-Logistik Leipzig GmbH (ALL) in der vergangenen Woche die Leerung verweigert. „Die Leute stopfen immer mehr rein. Das Chaos wird immer größer“, äußert sich ein älterer Mann gegenüber der LVZ fassungslos angesichts dieser Zustände. Zustände, die in Geithain-West offenbar kulminieren, doch auch andernorts – etwa in der Narsdorfer Siedlung, wo sich Wohnblöcke befinden – anzutreffen sind.

In den gelbe Tonnen tauchten Hausmüll, Glas, Papier, Speisereste bis hin zu Schuhen und Textilien auf. Quelle: All Gmbh

Der Verwalter GWBV, der zahlreiche Wohnungen im Geithainer Neubaugebiet betreut, beendet das Drama zumindest vorerst: Er hat für Freitag einen Entsorger beauftragt, der die Behälter in seinem Verantwortungsbereich leeren lässt – als Hausmüll und auf Kosten der Eigentümer.

„Das ist das Übelste vom Üblen“, grollt ALL-Betriebsleiter Uwe Schmidt. Das Unternehmen ist seit Jahresbeginn für die Erfassung der Grüne-Punkt-Verpackungen im südlichsten Teil des Landkreises Leipzig zuständig. „Schon während des Behältertauschs im Dezember haben wir gesagt: Was nicht ordnungsgemäß befüllt ist, bleibt stehen. Die Verwalter sollten deshalb genau hinschauen.“ Aus seiner Sicht ist das aktuelle Dilemma eines mit Ansage: „Bisher wurde offenbar nicht das nötige Augenmerk darauf gelegt.“ ALL leere aber nicht nur doppelt so oft wie der Vorgänger MTS – unter Reduzierung der bisherigen Behälteranzahl –; man sei vor allem konsequenter. „Die Verwalter sind informiert, der Landkreis, der Bürgermeister“, sagt Schmidt. Er sehe die Verwalter am Zug, die mit Müll verunreinigten Verpackungen als Müll entsorgen zu lassen. Sein Unternehmen kümmere sich um 1,2 Millionen Kunden, aber Zustände wie aktuell in Geithain habe er noch nie erlebt.

In den gelbe Tonnen tauchten Hausmüll, Glas, Papier, Speisereste bis hin zu Schuhen und Textilien auf. Quelle: All Gmbh

„Uns bleibt nicht anderes übrig, als selbst eine Leerung der Tonnen zu veranlassen“, sagt GWBV-Geschäftsführerin Nacera Schäfer. Der Vorwurf der Schlamperei dürfe aber nicht pauschal an die Mieter gehen, denn die Behälter seien für jeden zugänglich. „Wir sind jetzt mit den Eigentümern der Blöcke im Gespräch, um ein Einzäunen des Behälterstandortes zu erreichen. Eine andere Lösung sehen wir nicht.“ Allerdings erhebt die Verwaltung auch Kritik an der ALL; die habe die Verwaltungen mitnichten über die Veränderungen informiert. Die GWBV schreibt jetzt ihre Mieter an, um auf eine konsequente Trennung zu drängen. Sie geht davon aus, dass das ein längerer Prozess ist. „Die Kosten für die jetzt anstehende Leerung tragen erst einmal die Eigentümer.“

Die in Prießnitz ansässige Wohnungsverwaltung von Kathrin Kurtz, die unter anderem Mietwohnungen in Narsdorf, Geithain und Frohburg betreut, fährt da einen anderen Kurs. In allen drei Orten seien Tonnen stehen geblieben, sagt sie: „Wir sind nicht bereit, die Tonnen als Restmüll leeren zu lassen, und das womöglich noch auf Eigentümer-Kosten.“ Es sei Aufgabe der ALL, sich zu kümmern. Fehleinwürfe in gelbe Tonnen gebe es seit eh und je. Die Mieter gerade nach den Weihnachtsfeiertagen, bei denen große Mengen Verpackungen und ähnliches anfielen, auf diese drastische Art erziehen zu wollen, sei keine gute Entscheidung. Sie sehe die praktikabelste Lösung in verschließbaren Einzeltonnen: „Dann ginge es nach dem Verursacherprinzip.“

In den gelbe Tonnen tauchten Hausmüll, Glas, Papier, Speisereste bis hin zu Schuhen und Textilien auf. Quelle: All Gmbh

„Die Probleme zu klären, ist Sache der Eigentümer. Im Altneubaugebiet funktioniert es, weil da alle achten, was in die Tonnen reinkommt“, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Er werde das Thema aber am heutigen Freitag ansprechen; dann habe er Vertreter des Landkreises, der Kell GmbH und der ALL im Rathaus am Tisch. Fakt sei: Eine Lösung müsse her. Es brauche geordnete Verhältnisse.

Von Ekkehard Schulreich

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