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Alte Heimat hat Zukunft: Geithain nimmt Brachflächen zurück

Kleingärten Alte Heimat hat Zukunft: Geithain nimmt Brachflächen zurück

Die Geithainer Kleingartenanlage „Alte Heimat“ hat eine Zukunft. Dazu beigetragen hat der Kompromiss, den der Verein, der Regionalverband der Kleingärtner Borna/Geithain/Rochlitz und die Stadt Geithain gefunden haben: Zwei nicht mehr bewirtschaftete Flächen konnte der Verein jetzt an die Kommune zurückgeben.

Weite Teile der Anlage an der Eula (im Vordergrund) werden seit dem Hochwasser 2013 nicht mehr bewirtschaftet. Zwei Flurstücke nimmt die Stadt jetzt zurück.
 

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain.  Dass die Geithainer Kleingartenanlage „Alte Heimat“ eine Zukunft hat, davon ist der Vorstand um Dietmar Eichhorn überzeugt. Dazu beigetragen hat der Kompromiss, den der Verein, der Regionalverband der Kleingärtner Borna/Geithain/Rochlitz und die Stadt Geithain gefunden haben: Zwei nicht mehr bewirtschaftete Flächen konnte der Verein jetzt an die Kommune zurückgeben, ohne den ursprünglichen Zustand wieder herstellen zu müssen.

„Wir hätten es nicht geschafft, das Ganze mit Maschinen zu beräumen“, freut sich Eichhorn über das Entgegenkommen der Stadt. Zudem habe man sich darüber verständigt, dass die Gärten auf der Nordseite der Eula so lange bleiben dürfen, wie den Pächtern die Bewirtschaftung möglich ist. Die Südseite aber soll ohne Befristung weitergeführt werden. Hier könnten freiwerdende Gärten neu vergeben werden.

„Jetzt liegt es an unseren Mitgliedern, mitzuziehen“, sagt Dietmar Eichhorn. Der Vorstand und er als Vorsitzender kamen Ende vergangenen Jahres ins Amt, um den schwer angeschlagenen Verein zu konsolidieren. Das jüngste Eula-Hochwasser 2013 hatte die Anlage verwüstet. Vielen Mitgliedern, meist schon in gesetzterem Alter, fehlte danach der Mut, die Lauben neu aufzustellen und das Land erneut urbar zu machen. Zählte der Verein beiderseits des Flüsschens 91 Mitglieder, sind es heute nur noch 25.

Im Juni 2013 waren das Geithainer Stadion (re) und die Gartenanlage Alte Heimat (li) überflutet

Im Juni 2013 waren das Geithainer Stadion (re.) und die Gartenanlage Alte Heimat (li.) überflutet. Die Eula fließt normalerweise als schmaler Bach zwischen den Kleingärten. Ihre Wassermassen richteten schwere Zerstörungen an.

Quelle: Romina Proske

Vier Kleingärtner bewirtschaften die auf dem Nordufer verbliebenen Parzellen. Das Gros kümmert sich um die Gärten auf der Südseite. Viele andere Gärten aber wurden seither aufgegeben und zum Teil unter Einsatz von Fördermitteln zurückgebaut. Jetzt konnte der Regionalverband, der Weiterverpächter der kommunalen Flächen ist, nicht mehr benötigtes Land nahe des Stadions und nahe der Dammmühle zurückgeben.

„Verein und Verband hätten es nicht geschafft, diese Flächen wieder herzurichten“, sagt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Der Bauhof habe bereits einmal gemäht; danach würden noch Steine, Metall und ähnliches beräumt. Im hinteren Bereich sollen Kastanien in den Boden kommen, der vordere soll mit Mutterboden aufgefüllt werden. Hier sollen „eventuell ein Parkstreifen und ein Bolzplatz geschaffen werden; zudem könnte man im Winter eine Eislauffläche einrichten“, so das Stadtoberhaupt. Außerdem stelle man am Promenadenweg zwei Liegebänke auf, „denn hier ist immer Sonne“. Ideen, die der Vereinsvorstand begrüßt: „Wir würden uns freuen, wenn die Flächen neu genutzt würden.“

Mehrere Gärten der „Alten Heimat“ will die Geithainer Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH (FAW) ab 2017 zusätzlich übernehmen. „Im Moment bewirtschaften wir sechs Gärten und liefern, was hier erzeugt wird, an die Bornaer Tafel“, sagt Koordinatorin Ines Westphal. Schon seit Jahren betreue die FAW vor allem Langzeitarbeitslose, die hier das Land bestellten, Obst und Gemüse ernteten und die Parzellen in Ordnung hielten.

Neben der „Alten Heimat“ kooperiert der Bildungsträger mit den Vereinen „Edelweiß“ und an der Frankenhainer Straße. „Das ist unser Beitrag, dass die Gärten nicht verkommen und dass sie genutzt werden“, sagt Westphal. Nicht zuletzt sei das wichtig für das Stadtbild, denn die Gartenanlagen seien frequentierte Orte der Naherholung. Dietmar Eichhorn bestätigt das gern: „Die dieses Jahr bei uns waren, haben wirklich eine gute Arbeit geleistet!“

Von Ekkehard Schulreich

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