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Geithain Altenheime im Landkreis Leipzig kehren zur Normalität zurück
Region Geithain Altenheime im Landkreis Leipzig kehren zur Normalität zurück
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00:21 21.10.2017
Landkreis Leipzig

Die Evakuierungseinsätze im Zuge der anonymen Bombendrohungen gegen Seniorenheime in Grimma, Wurzen, Groitzsch, Brandis und Geithain haben Spuren hinterlassen. Obwohl am Mittwoch wieder der Routine-Alltag einzog, sitzt der Schock bei Bewohnern, Pflegepersonal den Einsatzkräften von Rettungsdiensten und Polizei tief.

„Wenn die Alarmierung kommt, steigt erst einmal der Adrenalinspiegel, und zwar bei jedem einzelnen Kameraden, weil er erst einmal nicht weiß, was auf ihn zukommt“, schildert Feuerwehr-Sprecher Thomas Knoblich in Grimma die Situation. Zwar habe für die Kameraden keine Gefahr für Leib und Leben bestanden wie bei Brandeinsätzen, dennoch sei es ein außergewöhnlicher Einsatz gewesen. „Denn dabei waren alte und kranke Menschen angegriffen worden, die es verdient haben, einen friedlichen Lebensabend zu verbringen.“ Ebenso fiel die Reaktion bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Wurzen aus. „Natürlich ging die Sicherheit der Betroffenen vor, aber der Einsatz war nicht mit anderen Schadensereignissen zu vergleichen“, sagte Stadtwehrleiter Thilo Bergt. „Dennoch bleibt da auch mental einiges hängen, weil wir uns die Frage gestellt haben, was will der Täter damit erreichen und warum vergeht er sich ausgerechnet an dieser Zielgruppe?“

Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der nicht namentlich erwähnt werden möchte, sagte, dass er in seinem Job schon ganz andere Sachen erleben musste. „Trotzdem tut es verdammt weh, wenn man mit ansehen muss, wie hilflosen Menschen mutwillig vors Schienbein getreten wird.“ Für die Pflegedienstleiterin Annett Berger im Wurzener Seniorenheim Kleegasse sind die Ereignisse organisatorisch abgehackt. „Grundlage dafür war ein Alarm- und Evakuierungsplan, der in dieser Situation sehr gut umgesetzt werden konnte. Rein menschlich ist es darum gegangen, den Bewohnern Ängste zu nehmen und Geborgenheit zu geben – das ist zum Glück unseren Mitarbeitern gelungen. Die waren dann auch nachts noch vor Ort, um als vertraute Bezugsperson da zu sein. So haben bis auf zwei Bewohner, die mit dem Einschlafen ihre Probleme hatten, alle die Nacht gut verbracht.“

Natürlich habe das Pflegepersonal die Geschehnisse noch einmal Revue passieren lassen, nachdem gegen 19.30 Uhr der Alltag wieder Einzug hielt. „Nun haben wir die Hoffnung, dass die Bewohner die Gesamtsituation über diesen Tag hinaus gut verkraften. Dem Täter würden wir gerne die Frage stellen, was er damit bezweckt hat und was in seinem Kopf vorgeht.“

Während die Betroffenen die Ereignisse verarbeiten, laufen die Untersuchungen auf Hochtouren. „Es wird weiterhin gegen Unbekannt ermittelt“, sagte Jana Friedrich von der Staatsantwaltschaft in Leipzig.

Von Frank Schmidt

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