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Geithain Altmodische Weihnachtsgrüße: Bad Lausicker Museum zeigt Postkarten
Region Geithain Altmodische Weihnachtsgrüße: Bad Lausicker Museum zeigt Postkarten
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12:00 29.11.2015
Der Weihnachtsmann besucht Soldaten an der Front – eine Karte von 1916. Quelle: Sammlung Günther Hunger
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Bad Lausick

„Jeder von uns ist ein kleiner Philokartist“, meint Günther Hunger. Will heißen: ein Freund der Karte. „In fast jeder Wohnung stecken Ansichtskarten hinterm Spiegel oder an der Pinnwand, liegen im Schrank oder Schuhkarton“, sagt der 63-Jährige. Diese Karten seien etwas Besonderes, ein Andenken, das man aufheben möchte. Er selbst ist nicht nur ein kleiner Philokartist, sondern ein großer. Schon als Schuljunge sammelte er gern Ansichtskarten. Intensiv betreibt er das Hobby seit den 1980er-Jahren und hat darüber schon drei Bücher geschrieben. Heute hat er 22 Kartons á 1000 Karten. 150 davon zeigt er jetzt im Kur- und Stadtmuseum Bad Lausick, natürlich Weihnachtskarten.

Im Zentrum der Weihnachtsausstellung im Kur- und Stadtmuseum Bad Lausick stehen rund 150 Weihnachtspostkarten aus der Sammlung von Günther Hunger. Viele stammen aus der Zeit um 1900. Die Schau ist vom 28. November bis 10. Januar zu sehen. Auch Leihgaben Bad Lausicker Bürger können sich Besucher dort anschauen.

Sie erzählen ein Stück Zeitgeschichte. Auf einer von 1916 besucht der Weihnachtsmann Soldaten an der Front. Sie freuen sich über einen großen Sack voller Geschenke. Alle sind fröhlich und lachen. Wie anders war die Wirklichkeit...

Mit Feldpostkarten war Günther Hunger schon 2014 im Bad Lausicker Museum zu Gast mit einer großen Ausstellung. So entstand der Kontakt und später die Idee für die jetzige Schau. „Es sind Weihnachtskarten von 1890 bis heute zu sehen“, sagt der Sammler. Engelmotive, Landschaften, Weihnachtsmänner, Maria mit dem Jesuskind, Soldaten, Familienszenen und vieles mehr. Dabei sind Fotos, gemalte Bilder, Scherenschnitte, Drucke. Überhaupt lasse sich hier „die ganze Palette des Druckverfahrens“ studieren.

Postkarten seien ein Stück Kulturgeschichte. Die Mini-Pappe mit zwei Seiten habe so viel zu erzählen. Sowohl das Bildmotiv, als auch die handgeschriebenen Zeilen. Eine Weihnachtskarte von 1900 könne man heute noch in den Händen halten, betrachten und Liebesgrüße lesen – die SMS oder Mail mit Weihnachtsgrüßen aus dem Dezember des vergangenen Jahres sei dagegen schon lange gelöscht. Der Freund der Karte ruft dazu auf, mal wieder selbst eine zu schreiben.

Die Geschichte der Weihnachtskarte begann 1843 in England. Dort wurden zunächst Wunschblätter ausgetauscht. Als sich dann die Postkarte durchsetzte, wurden die Weihnachtsgrüße verschickt.

Die Karten stehen im Zentrum der neuen Ausstellung im Museum. Doch es werden auch zu sehen sein: Pyramiden, Adventskranz, Nussknacker, Räuchermännchen, Adventskalender und ein historischer Weihnachtsbaumständer, der sich dreht und Musik spielt. All dies sind Leihgaben Bad Lausicker Bürger, sagt Museumsmitarbeiter Jürgen Zschalisch. Er hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen – zahlreiche historische, aber auch heutige weihnachtliche Gegenstände schmücken nun die Ausstellung, die am Sonnabend um 13 Uhr eröffnet wird. Eine solche weihnachtliche Schau hat schon Tradition im Museum. Themen waren bereits Spielzeug und Eisenbahnen.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 10. Januar, Mittwoch bis Freitag 12.30 bis 17 Uhr, Sonnabend 13 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 14 bis 17 Uhr. Geöffnet ist auch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, ein Besuch nach dem Gänsebraten bietet sich also an. Geschlossen ist am 24., 30. und 31. Dezember.

Von Claudia Carell

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