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An Gnandsteiner Burg kämpfen militärische Einheiten des 14. Jahrhunderts

Historie An Gnandsteiner Burg kämpfen militärische Einheiten des 14. Jahrhunderts

Man bekommt eine Ahnung davon, wie im 14. Jahrhundert um Leben und Tod gekämpft wurde – die Historiengruppe „Bund der Raben“ stellte am Fuße der Burg Gnandstein militärische Kämpfe aus dieser Zeit nach.

Drill und Feldkämpfe am Biwak beim Gnandsteiner Burgspektakel.

Quelle: René Beuckert

Gnandstein. Die Burg Gnandstein war das lange Wochenende fest in der Hand von Soldaten aus dem 14. Jahrhundert. Weit ins Land dröhnten Kanonenschüsse, die Kämpfe nahe der Burg erahnen ließen. Und tatsächlich schlugen sich die Mannen auf dem Feld vor der Burg wacker, setzten Schwerter ein, schossen mit Pfeil und Bogen nach dem Gegner und wenn die Gefahr zu groß wurde, brachten sie die Kanone in Stellung aus der dann mit lautem Getöse gefeuert wurde.

Ganz so gefährlich wie das Spektakel anmutete, war es natürlich nicht. Auch wenn die Mannen in ihren metallenen Rüstungen durchaus Furcht einflößten, zeigten sich die Gesellen zumindest auf dem Burghof zeitweise friedlich und so mancher Besucher konnte in die Geschichte des 14. Jahrhunderts abtauchen.

Das seit Jahren von Hans-Jürgen Haffner in Szene gesetzte Ereignis erfreut sich bei den Mitstreitern, die aus verschiedenen Landesteilen kommen, großer Beliebtheit. „Wir von der Historiengruppe ,Bund der Raben’ stellen Kampfszenen aus dem 14. Jahrhundert nach und tauchen deshalb tatsächlich in jene Zeit ab. Sogar das Handy bleibt aus, denn wir leben so wie die Leute jener Zeit, nur mit den einfachsten Mitteln ausgestattet. Selbst das Essen, was zumeist aus Gemüse besteht, kochen wir selbst und zwar über dem offenen Feuer in einem Kessel“, ergänzt Haffner. Ihm sei bewusst, dass sie jene Zeit nur stückweise imitieren können. Aber bei dem Versuch machen sie Erfahrungen – etwa wie es ist, ohne Handy und elektronische Medien auszukommen.

Am Wochenende nahmen auch neue Leute teil, die erst mit den Gepflogenheiten vertraut gemacht werden mussten. „Da wir eine militärische Einheit sind, steht der Drill auf dem Plan, zu dem Marschieren im sogenannten Marschblock genauso gehört, wie taktische Manöver. Also solche die zeigen, wie ein Posten zu umgehen ist, wie man Wache steht und das richtige Verhalten einem Vorgesetzten gegenüber“, erklärt Haffner.

Auch Kinder und Frauen waren in das Geschehen mit eingebunden. Jeder hatte seine Aufgabe gefunden.

Einer der Gäste am Gnandsteiner Geschehen war Andreas Reichenauer aus Magdeburg. „Ich finde es immer wieder faszinierend in das Geschehen des 14. Jahrhunderts einzutauchen. Für mich zählt nicht nur das Kriegsgeschehen jener Zeit, vielmehr mache ich mich auch mit der Geschichte vertraut. Dazu gehört die Kleidung, welche die Leute damals trugen. Manchmal muss man schon lange nachforschen, um Dinge bis in jede Einzelheit zu lüften“, erklärte Reichenauer. Bilder in Kirchen und Museen geben oft Auskunft darüber, ergänzte er.

Auch Konstanze Nosoll möchte das Ereignis nicht missen. „Es ist immer wieder ein Erlebnis nachzuempfinden, wie die Leute damals mit nur wenigen Mitteln gelebt haben“, meinte sie.

Besucher der Burg Ralf Pohl fand es spannend, dass Leute das 14.Jahrhundert auf diese Weise nachleben können. „In Museen sind viele historische Sachen und Bekleidung zu sehen, aber erst im Gebrauch werden sie lebendig“, stellte Pohl fest.

Der mit Pfeil und Bogen bewaffnete zwölfjährige Maximilian Weiß, stellte sich gern der Geschichte. „Oft merke ich das Teamarbeit schon damals wichtig war, zumal es da ums Überleben ging. Bei einigen Übungen, wo sich einer auf den anderen verlassen muss, wird mir das besonders deutlich“, hob Maximilian hervor. Elektronische Medien vermisste er in dieser Zeit nicht.

Von René Beuckert

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