Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Anbau der Etzoldshainer Kirche wird dieses Jahr saniert
Region Geithain Anbau der Etzoldshainer Kirche wird dieses Jahr saniert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:36 06.01.2016
Die Kirche St. Martin in Etzoldshain. Dieses Jahr sind Sanierungsarbeiten geplant. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Bad Lausick/Etzoldshain

Romanisch im Kern und wenig jünger nur als die Bad Lausicker Kilianskirche ist St. Martin in Etzoldshain: Nach der umfangreichen Sanierung der Dorfkirche in den Sechzigerjahren und Erhaltungsmaßnahmen um die Jahrtausendwende muss 2016 erneut etwas getan werden. Saniert werden soll der Anbau, der für Veranstaltungen und als Winterkirche dient. Es geht aber auch um die Ableitung des Wassers, das das Mauerwerk des Gotteshauses selbst feucht sein lässt, und um eine neue Elektrik. „An so einem Haus muss jede Generation etwas machen“, sagt Joachim Hempel, der lange im Kirchenvorstand war und der sich noch immer um vieles kümmert, das rund um die Kirche anfällt – das tägliche Aufziehen der historischen Uhr inklusive. Wobei Hampel etwas untertreibt, haben viele Etzoldshainer seit den Neunzigerjahren mehrfach durch ihr Engagement gezeigt, dass St. Martin in ihr Dorf gehört.

„Wenn wir Erntedank feiern wollen, dann sammeln die Kinder im Ort die Gaben ein. Die Kirche wird geschmückt, und nach der Andacht treffen sich alle zum Kaffee im kleinen Anbau“, sagt Karin Wilhelmsen, Mitglied im Kirchenvorstand. Der Anbau, kaum mehr als eine angebaute Stube an der Nordseite des Kirchenschiffs, wurde in den Fünfziger-, Sechzigerjahren hochgemauert. Er ist marode, und was noch prekärer ist: Er hat keinen Wasseranschluss und keine Toilette. Das macht sich bei Veranstaltungen, bei Festen ebenso wie bei den Kreisen der Kinder und Frauen, nachteilig bemerkbar. Die Gemeinde entschloss sich deshalb, die Behausung nicht nur auf Vordermann zu bringen, sondern sie um eine Toilette zu erweitern. Dann könnten in der kalten Jahreszeit auch die zweimal monatlich stattfindenden Gottesdienste hierhin verlegt werden.

„Mit der Denkmalpflege ist das Vorhaben abgestimmt“, sagt Wilhelmsen, der ihre Profession Architektin dabei zugute kommt. Der Bauantrag werde demnächst gestellt, ebenso der auf Förderung an die Landeskirche und das speziell auf den ländlichen Raum zugeschnittene Leaderprogramm. Rund 70 000 Euro sollen die Arbeiten kosten: für die Sanierung des Anbaus samt Dach, eine Entwässerung an der Nordseite der Kirche, Elektrik. Einen Teil der Kosten würden die Etzoldshainer durch Spenden beitragen und, wo es möglich sei, selbst mit zupacken, da ist sich Joachim Hempel sicher. Geht alles klar, wird dieses Jahr gebaut.

„Wir sind stolz, dass wir eine so schöne Kirche haben“, sagt Hempel, weist auf den Jahrhunderte alten geschnitzten Altar, den spätmittelalterlichen Torso einer Jesusfigur – Leihgabe des Grimmaer Museums – , die schlichte Balkendecke mit Schablonenmalerei. „Kleine Gemeinden brauchen ein solches Zentrum“, bestätigt Thomas Erler. Der Bad Lausicker Pfarrer betreut die Schwesterkirchgemeinden Bad Lausick/Etzoldshain und Ballendorf/Buchheim. Das Engagement vor Ort verdiene Anerkennung, und es sei unverzichtbar. Neben der genannten Investition plane man die Elektrifizierung der Läuteuhr, um die Ansteuerung der Glocken zu verbessern, so dass sie wieder täglich zum Feierabend läuten können.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Kirchenjahr 2016 ist noch jung. Aber die Kirche im Landkreis Leipzig erinnert bereits an die inzwischen alte Tradition der Nacht der offenen Dorfkirchen und läutet schon jetzt für den 2. Juli die Werbeglocken. Ein Grund dürfte das kleine Jubiläum sein. Die Möglichkeit, ländliche Sakralbauten nachts zu besuchen, bietet sich heuer zum zehnten Mal.

05.01.2016

Ein Jahrhunderte alter Bauernhof gegenüber der Benndorfer Kirche erfährt eine neue Nutzung: Das Ensemble, dessen Torhaus unter Denkmalschutz steht, wird umgebaut zu einer Sozialstation. Verbunden ist die mit fünf altersgerechten Wohnungen und einer Tagespflege. Im März soll die Einrichtung eröffnet werden.

08.01.2016

Seit 1999 für die Unabhängigen Wähler im Geithainer Stadtrat, übernahm der Unternehmer Frank Rudolph (56) Anfang September die Regie im Geithainer Rathaus. Er setzte sich gegen Amtsvorgängerin Romy Bauer (parteilos) durch. Die LVZ fragte ihn nach einer ersten Bilanz, vor allem aber nach den Plänen für das neue Jahr.

08.01.2016
Anzeige