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Anlage "Alte Heimat" wird halbiert

Anlage "Alte Heimat" wird halbiert

Die Kleingartenanlage "Alte Heimat" in Geithain soll auf die Hälfte schrumpfen. Der Stadtrat hat beschlossen, dass die Fläche nördlich der Eula an die Stadt zurückgeht.

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Die Eula (Bildmitte) trennt die beiden Flächen mit unterschiedlicher Perspektive. Kleingärten soll es künftig nur noch im Bild links vom Gewässer geben.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Das Gelände südlich des Gewässers kann weiter von Kleingärtnern genutzt werden. Betroffen reagiert Ingrid Henschel, deren Familie seit fünf Jahren einen Garten in der "Alten Heimat" bewirtschaftet - künftig wird er nicht mehr auf dem Gelände der Anlage liegen und hat somit keine Zukunft. "Wir wollen unseren Garten mit dem schönen Bungalow auf keinen Fall aufgeben", erklärt die Geithainerin im Namen ihrer Familie.

 

 

Die 1906 gegründete Kleingartenanlage war vom Hochwasser im Juni 2013 stark betroffen, seitdem läuft die Diskussion um ihre Zukunft. Gerüchte, die Anlage solle aufgegeben werden, hatten zur Verunsicherung geführt - zusätzlich zum ohnehin schon hohen Leerstand. Von den 120 Gärten wurden im Mai nur noch 29 bewirtschaftet. Zahlreiche Pächter hatten sich nach der Flut anderswo Kleingärten gesucht und ihr Land in der "Alten Heimat" unberäumt verlassen. Ein ungepflegtes Erscheinungsbild ist die Folge. Schon seit mehreren Jahren gibt es nur noch einen kleinen Not-Vorstand (die LVZ berichtete).

 

 

Der Gartenverein hat bei der Sächsischen Aufbaubank einen Fördermittelantrag zur Beseitigung von Hochwasserschäden gestellt, damit könnten verlassene Lauben und Zäune eventuell zurückgebaut werden. Die Stadt wird die Teilfläche nur zurücknehmen, wenn sämtliche Auf- und Einbauten bis hin zu Beeteinfassungen und Büschen entfernt sind. Dafür hat der Verein zu sorgen.

 

 

Vertragspartner der Stadt bei der Verpachtung ist der Regionalverband der Kleingärtner der Gebiete Borna, Geithain, Rochlitz und Umgebungen. Derzeit umfasst die Anlage reichlich 36 000 Quadratmeter. Sie soll nun um fast 19 000 Quadratmeter reduziert werden. Wenn der Kleingartenverein das wünscht, könnte er die südlich der Eula verbleibende Fläche von den Stirnseiten her auch weiter verkleinern.

 

 

Zuletzt Ende Oktober habe sich die Stadtverwaltung mit Vertretern des Vereins abgesprochen, informierte das Rathaus die Stadträte. Allerdings hatte dieser sich dabei für eine andere Variante der Flächenreduzierung ausgesprochen, bei der sich weiterhin an beiden Ufern der Eula Kleingärten erstrecken, jedoch auf kleineren Gesamtflächen als jetzt. Der Verwaltungsausschuss habe sich sehr ausführlich und konstruktiv mit dem Thema beschäftigt, erklärte Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos). Auf die dort entwickelte neue Variante sei vom Kleingartenverein bis zum Tag der Sitzung keine Resonanz gekommen. Die Stadtchefin räumte ein, dass es drei bis vier nördliche Nutzer gäbe, die sehr an ihrer Scholle hängen. Die Veränderung müsse nicht sofort greifen, so Bauer. Da könnten auch noch ein, vielleicht sogar zwei Jahre, vergehen.

 

 

Frank Rudolph (UWG) votierte gegen den Beschluss. "Wie soll eine Laube umziehen?", fragte er. Gunter Neuhaus (UWG) stimmte nicht mit ab, da er selbst einen Kleingarten in der Anlage hat. Die am Ende mehrheitlich beschlossene Variante sei die "vernünftigste Position", erklärte André Brendemühl (CDU). Die Stadt könne das frei werdende Grundstück eventuell an die Landestalsperrenverwaltung für eine Nutzung zum Hochwasserschutz verkaufen, schlug er vor. Besucher in den Zuschauerreihen kommentierten "Genau!", als Udo Berger (UWG) erklärte, der Vorschlag sehe vernünftig aus, sei aber nicht die mit den Gärtnern abgestimmte Variante. Sie hätte sich gewünscht, dass dieser Plan schon eher vorliegt, damit Zeit ist, dafür zu werben, bedauerte Gabriele Sporbert (CDU). "Eine sehr gute Lösung", kommentierte Ludbert Schmuck (WVWV).Die Stadträte und die Verwaltung hätten sich viel Mühe gegeben, das sei in anderen Städten anders gelaufen. "Klar, alle, die es betrifft, werden sicher arg entsetzt sein", sagte Thomas Lang (Linke).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2014
Inge Engelhardt

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