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Anna und Martin Eisenmann aus Bad Lausick sind seit 70 Jahren ein Paar

Anna und Martin Eisenmann aus Bad Lausick sind seit 70 Jahren ein Paar

70 Jahre ein Paar: Diese seltene Jubiläum wird nur wenigen Menschen zuteil. Anna und Martin Eisenmann aus Bad Lausick dürfen es am Sonnabend feiern - erst bei einer Heiligen Messe mit ihrer katholischen Gemeinde, am Nachmittag dann im großen Kreis der Familie.

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Anna und Martin Eisenmann feiern die Gnadenhochzeit.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. „Die Familie war mir immer alles", sagt Martin Eisenmann. Dass er mit seiner Anna einmal das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit würde feiern können, vielleicht dämmerte es ihm, als vor einem halben Jahrzehnt die Eiserne Hochzeit anstand. Über Prüfungen und Schicksalsschläge hinweg hat diese Verbindung Bestand bis heute. Diese Gemeinsamkeit habe ihr Leben geprägt, ergänzt seine Frau: „Und der Glaube vor allem, der hat uns Halt gegeben." In jenen schweren Jahren nach dem zweiten Weltkrieg vor allem. Da verloren Eisenmanns, die in Ungarn lebten, nicht nur ihre Heimat. Sie verloren für ungewisse neun Jahre einander aus den Augen: Martin, der 1944 Soldat werden musste, kam erst infolge politischen Tauwetters 1953 aus der Gefangenschaft in Sibirien zurück - nach Bad Lausick, wohin die Familie mit vielen ausgesiedelten Landsleuten versuchte, Fuß zu fassen. Anna hatte fünf Jahre Arbeitslager in der Sowjetunion hinter sich: „Da habe ich im Bergbau arbeiten müssen."

„Es hat schon etwas Unglaubliches, bei dieser Lebensgeschichte und in der heutigen schnelllebigen Zeit", sagt ihr Sohn Siegfried Eisenmann mit Blick auf das Ehejubiläum der Eltern. „Es ist wunderschön, dass sie das gemeinsam erreichen", meint Andreas Eckert, der katholische Pfarrer, der sich freut auf die Messe, die die Gemeinde gemeinsam feiern wird: „Dann wird das Paar noch mal eingesegnet."

In Bad Lausick schlugen Eisenmanns - Martin und der Vater des heutigen Bürgermeisters Josef Eisenmann waren Cousins - schließlich Wurzeln, ohne die Verbindungen zu den Freunden und Verwandten in Ungarn und der Welt zu verlieren. „Ich habe nur eine Arbeitsstelle gehabt in meinem Leben", erzählt Martin Eisenmann mit Stolz: Im Ausbesserungswerk der Reichsbahn in Engelsdorf war er Schlosser, studierte später, dolmetschte beim Wirtschaftsaustausch und auf Urlaubsreisen. Seine Frau, die die Familie zusammenhielt, arbeitete im Bad Lausicker Kurbad, später im „Grauen Wolf" und in einer Konditorei in der Badstraße.

„Die ganze Familie feiert im Bahnhofshotel", sagt Martin Eisenmann. Die Festgesellschaft dürfte größer sein als zur Eisernen Hochzeit, denn es sind weitere Urenkel hinzugekommen. Die Familie umfasst zwei Kinder - die Tochter, die in Ungarn lebte, starb bereits 1985 -, vier Enkel, sechs Urenkel und ihre Angehörigen. Viele Glückwünsche zur Gnadenhochzeit erreichten das Paar auch per Telefon und Brief; auch Landrat Gerhard Gey schickte ein Gratulationsschreiben.

Apropos: Siegfried Eisenmann hat seiner Mutter einen großen Wunsch erfüllt und ihr Leben in wichtigen Stationen aufgeschrieben. Anna erinnert sich darin, dass - wie es Sitte war - die Eltern entschieden, wer für wen bestimmt war. In jenem Herbst 1941, als sie heirateten, taten es in ihrem Heimatort Tevel 15 weitere Paare. Eisenmanns allein aber sind sieben gemeinsame Jahrzehnte beschieden. Der Hochzeitszug mit der Blaskapelle, die Trauung, der Brautreigen, das Festessen, all das hat sich der 89-Jährigen ins Gedächtnis gebrannt: „Nach Mitternacht wurden von Braut und Bräutigam Kranz und Strauß abgenommen. Wir waren Mann und Frau - ein Ehepaar unser Leben lang."

Ekkehard Schulreich

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