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Geithain Annenkirche in Prießnitz feiert ihren 400. Geburtstag
Region Geithain Annenkirche in Prießnitz feiert ihren 400. Geburtstag
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11:04 26.04.2018
Blick in den Altarraum mit der Patronatsloge und der Kanzel von 1616. Quelle: Christfried Vetter
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Frohburg/Prießnitz


Der Witwer, hinterblieben mit sechs Kindern, nahm eine große Geldsumme in die Hand, um den bis dahin schlichten einschiffigen Bau binnen vier Monaten völlig zu verändern. Er ergänzte die Kirche durch ein Querschiff, so dass sie die Form eines griechischen Kreuzes erhielt, sorgte für eine prachtvolle Innenausstattung mit Kanzel und Taufstein, Patronatsloge und Gestühl, Ausmalungen und Epitaphien (die Kirche war Begräbnisstätte der Familie). Die Engel im Altarraum haben allesamt das Gesicht der Anna von Einsiedel – der Altar selbst stammt aus vorreformatorischer Zeit.

„Dass das all die Zeiten so gut überstanden hat, ist ein Wunder“, sagt Pfarrerin Barbara Vetter. Im zurückliegenden Jahrzehnt habe die Kirchgemeinde immer wieder in den Erhalt der historischen Substanz investiert. Dach und Turm wurden neu eingedeckt, parallel dazu wurde Stück für Stück das Innere restauriert. „Was jetzt noch zu tun bleibt, betrifft die Fassade“, sagt Vetter. Denn die Orgel, ein Instrument des Pegauer und später Bornaer Orgelbaumeisters Carl Gottlob Häcker von 1824, das seit Jahren schon nicht mehr spielbar ist, wird ab dem Herbst generalüberholt. Um die Restaurierung, für die die Gemeinde seit langem sammelt und die durch Landeskirche und Denkmalbehörden unterstützt wird, kümmert sich das Kohren-Sahliser Unternehmen Bochmann.

Zum Kirchenjubiläum „laden wir alle ein, die hier in unserem Dorf leben und alle anderen, die sich für unsere Kirche interessieren ebenso“, sagt Barbara Vetter. Es werde eine Feier, die über die Kirchgemeinde hinaus ausstrahlen werde. Schließlich zähle die Prießnitzer zu den schönsten Dorfkirchen Sachsens. Zu den besonderen Gästen zählten Pfarrfrau Doris Rummel, die gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Dietmar das kirchliche Leben in Prießnitz nachhaltig prägten, waren sie doch von 1963 bis zum Wechsel in den Ruhestand 1998 – also 35 Jahre – vor Ort. Während des Jubiläums wird es Kirchenführungen geben, werden die sonst verschlossenen Epitaphien geöffnet, um auch die Bilder dahinter sichtbar zu machen. Eine Ausstellung mit Fotografien und historischen Dokumenten wird gestaltet. Druckfrisch liegt dann ein aktueller Kirchenführer vor.

Auftakt des Festes bildet am 9. September ein Jugendgottesdienst (19 Uhr). Am Sonnabend wird ab 14 Uhr zur offenen Kirche eingeladen und ab 16 Uhr zu einem spontanen Fest der Talente, in das sich jeder einbringen kann. Abends wird zum Tanz im Festzelt mit der Band „Sixpack+“ gebeten. Den Festgottesdienst am Sonntag, 14 Uhr, gestaltet Superintendent Matthias Weismann. Im Anschluss wird eine große gelbe Jubiläumsrose auf dem Kirchhof gepflanzt, ehe es im Zelt ein gemeinsames Kaffeetrinken gibt. Die Tassen dafür sind eigens für das Jubiläum hergestellt – und können als ein Souvenir erworben werden.

Von Ekkehard Schulreich

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