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Geithain Anschlussstelle A 72: Frohburg fordert Kreisel
Region Geithain Anschlussstelle A 72: Frohburg fordert Kreisel
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11:54 13.10.2018
Freie Fahrt auf der A 72 gibt es zwischen Geithain und Borna seit Jahren. Die Anschlussstelle Frohburg ist aber immer noch nicht gebaut. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Die Stadt Frohburg bleibt dabei: Der Zubringer zur dringend nötigen Autobahn-Anschlussstelle Frohburg soll via Kreisverkehr an die Staatsstraße 51 (alte B 95) angebunden werden. Das beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig. Er bestätigt damit seine Position vom vergangenen Jahr, als er sich zum Neubau der Bundesstraße 7 äußerte, die den Raum Altenburg auf neuer Trasse an die A 72 anbinden soll. Beim Bund blitzte Frohburg damit bisher ab. Dort hält man den Bau einer Ampel für angemessen. Der Freistaat seinerseits verweist auf die Zuständigkeit des Bundes.

Stadtrat fordert weiter Kreisverkehr

„Wir bleiben bei unserer Forderung eines Kreisverkehrs, auch wenn das die Behörden anders sehen“, sagte Dirk Schulze (CDU), der als stellvertretender Frohburger Bürgermeister die Sitzung leitete. Amtsinhaber Wolfgang Hiensch (BuW) weilt zurzeit gemeinsam mit mehreren Stadträten und mit Bürgern in Montottone, der italienischen Partnerstadt von Kohren-Sahlis.

Pläne lagen schon öffentlich aus

Für die Parlamentarier schien die Sache klar und hinreichend besprochen, so dass eine neuerliche Diskussion unterblieb. Da die Pläne für die Anschlussstelle bis Anfang Oktober im Rathaus öffentlich auslagen, hatten betroffene private Grundstückseigentümer ihrerseits ebenso die Möglichkeit, bei der Landesdirektion eine Stellungnahme abzugeben.

Ampellösung würde mehr Fläche brauchen

Ihre „grundsätzliche Ablehnung“ einer zweifachen Ampelkreuzung an der Schnittstelle von alter B 95 und neuer B 7, die ungefähr in der Mitte zwischen Frohburg und Bubendorf liegen soll, begründet die Stadt mit einem deutlich höheren Flächenverbrauch. Die Planungen sehen nämlich vor, dass der Verkehr auf der alten B 95 unterbrochen wird. Er soll auf einer kurzen Strecke über die neue Bundesstraße 7 geführt werden. Beiderseits sollen Ampeln den Zu- und Abfluss regeln.

Landwirtschaftsbetrieb in der Existenz bedroht

Durch eine derart landverzehrende Bauweise werde die Existenz des Landwirtschaftsbetriebs Karte samt seines Maislabyrinths bedroht. Zudem würden „unumkehrbare Tatsachen“ geschaffen, noch ehe das Planfeststellungsverfahren für die neue B 7 abgeschlossen sei.

Forderung: Tatsächlichem Verkehrsfluss Rechnung tragen

Vor allem aber: Auch nach der Inbetriebnahme der Anschlussstelle Frohburg werde sich der Hauptverkehr zwischen Frohburg und der Kreisstadt Borna auf den bisherigen kurzen Weg, also die Staatsstraße konzentrieren. Dem müsse Rechnung getragen werden; durch eine Unterbrechung der durchgehenden Trasse werde aber genau das Gegenteil erreicht. Eine Gestaltung der Anschlussstelle, die „allein zugunsten eines Verkehrsflusses aus dem Raum Thüringen“ ausfalle, sei mitnichten akzeptabel. Ein Kreisverkehr, den die Deges seinerzeit beim Bundesverkehrsministerium einreichte, trage dieser Forderung viel eher Rechnung als besagte Ampeln. Das Ministerium beschied der Stadt indes schon 2017, ein Kreisverkehr sei „grundsätzlich nicht in Betracht zu ziehen“.

Benndorf darf keine Insel werden

Dass der Ortsteil Benndorf durch eine Kappung der Straße nach Bubendorf in Insellage gerät, akzeptiert die Kommune ebenso wenig. Es müsse eine Anbindung Benndorfs an die neue B 7 geben oder eine Brücke über die Neubautrasse hinweg, die die heutige Straßenbeziehung aufrecht erhält. In einem weiteren Punkt der ein halbes Dutzend Forderungen aufmachenden Stellungnahme verwahrt sich die Kommune gegen Pläne, Oberflächenwässer der Fahrbahnen in das Tagebau-Restloch Flama zu leiten: Das sei als Fischgewässer verpachtet und dürfe keinesfalls durch verunreinigtes Wasser in Mitleidenschaft gezogen werden.

Von Ekkehard Schulreich

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