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Geithain Apfelblüten am Frankenhainer Kirchberg: Dorfgemeinschaft setzt auf reiche Ernte
Region Geithain Apfelblüten am Frankenhainer Kirchberg: Dorfgemeinschaft setzt auf reiche Ernte
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00:18 18.05.2017
Engagieren sich für einen lebenserten Ort: Robert Gerdes, Elke Lori, Dagmar Polster und Karsten Richter vom Verein Dorfgemeinschaft pflanzten die Apfelbäume, die Torsten Kunert mit einer Spende der Allianz unterstützte (von rechts). Quelle: Foto: Andreas Döring
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Frohburg/Frankenhain

Bei ihrer Dorfwettbewerbs-Premiere brachten es die Frankenhainer bis zu einem Sonderpreis auf Landesebene. Das brachte sie auf den Geschmack, jetzt erneut ins Rennen zu gehen. Nicht nur weil sie auf mögliche Preisgelder spekulieren, sondern vor allem weil dieser Wettbewerb den Austausch der Ideen mit anderen Orten anstößt und die Fränker Dorfgemeinschaft selbst zusammenschweißt. Dass Wettbewerbsgelder in Frankenhain gut angelegt sind und sogar Blüten treiben, zeigt das Dutzend junger Apfelbäume alter Sorten am Kirchberg, das erst in diesem Frühjahr in die Erde kam.

„Vielleicht können wir schon im nächsten Jahr die ersten Früchte ernten. Die Kinder werden sich freuen“, sagt Tom Seifert angesichts der ersten Blüten, die die neu gepflanzten Bäume zeigen. Sie wachsen entlang der Straße, die das Nieder- und das Oberdorf verbindet, sind Ersatz für Ebereschen, die seit des Straßenausbaus in den neunziger Jahren hier nie wirklich Wurzeln schlugen. Sie zu ersetzen durch Obstbäume, wie sie auf historischen Fotografien des Frankenhainer Ortschronisten Henry Lorenz überliefert sind, „das hatten wir als Verein schon eine Weile auf dem Schirm“, sagt Karsten Richter, Ortsvorsteher der nach Frohburg eingemeindeten Eulataler Dörfer und Vorsitzender des Vereins Dorfgemeinschaft Frankenhain. Rund 3000 Euro kostete die Neupflanzung. Eine Spende von 2250 Euro der Allianz-Umweltstiftung „Blauer Adler“ und die Allianz-Agentur Torsten Kunert aus Wermsdorf bildete den Grundstock dafür. Dass Kunert sich dafür einsetzt, hat diesen Grund: Er ist in Flößberg zu Hause. Den Rest legte der Verein aus eigenen Mitteln drauf, will im Dorf jetzt noch um ein paar Spenden werben. „Wir haben extra verschiedene ältere Sorten ausgewählt. In zwei, drei Jahren reifen erste Äpfel“, so Elke Lori vom Unternehmen Gala-Bau Tautenhain. Um die Ernte könnten sich die Grundschüler kümmern und die Früchte im Hort verwerten.

„Am Dorfwettbewerb auf Kreis- und Landesebene hat ein paar Euro eingebracht, die wir für solche Projekte einsetzen“, sagt Richter. Entscheidender aber sei der Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Orten: „Wie gehen die ran? Wie lösen die Probleme?“ Diese Neugier sei es, die den Verein bewogen habe, erneut am Wettbewerb teilzunehmen - zumal er seit der Premiere eine Menge an neuen Vorhaben begonnen oder entworfen hat. Eines ist die Wiederbelebung des Jugendklubs. „Es gab mehrere Workshops und Arbeitseinsätze. Er soll noch in diesem Jahr wieder ins Laufen kommen“, so Richter. Unterstützung erhalte man dabei durch den Kinder- und Jugendring des Landkreises Leipzig. Der Klub wäre die dann vierte Abteilung unter dem Dach der Dorfgemeinschaft - neben der 2016 gegründeten Fördergruppe der Feuerwehr, den Linedancern und Nic’s Dance Factory. Der Verein zählt insgesamt 150 Mitglieder bei rund 600 Einwohnern. Dem mit einem Augenzwinkern verkündeten Ziel, aus jeder Familie einen Mitstreiter zu haben, sagt er, komme man damit immer näher.

Nah dran ist der Verein auch an der Sanierung der vor Jahrzehnten errichteten Freilichtbühne, auf der Frank Schöbel und die Himbeerband einst für beste Unterhaltung sorgten. „Die Bausubstanz ist schlecht, doch es lässt sich etwas draus machen“, meint Robert Gerdes. Die Planungen sollen 2017 abgeschlossen werden und die Basis bilden für die Beantragung von Leader-Fördermitteln im Land des Roten Porphyrs. Auf Geld aus derselben Quelle hoffen die Frankenhainer auch bei der Einrichtung ihres grünen Klassenzimmerns nahe der Schule. Träger dieses Projektes, das möglichst noch 2017 starten soll, ist die Stadt Frohburg. „Wir verstehen den Verein als Klammer für viele Aktivitäten in unserem Dorf und danken den vielen, die uns dabei unterstützen“, sagt Karsten Richter. Vorläufer des Vereins war das Festkomitee, das 2009 die 800-Jahr-Feier ausrichtete. Einen Tag vor der Eröffnung des zum Vereinshaus umgebauten Konsums gründete sich 2012 der Verein. Eine Neuerung plant er im Herbst, Partner ist in diesem Fall die Kirchgemeinde: die 1. Fränker Kirmes, Kürbis-Dorfwette inklusive. Langeweile? In Frankenhain Fehlanzeige.

Von Ekkehard Schulreich

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