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Geithain Asylbewerber werden in Espenhain auf Ausbildung und Job vorbereitet
Region Geithain Asylbewerber werden in Espenhain auf Ausbildung und Job vorbereitet
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06:00 22.08.2017
14 Asylbewerber lernen in Espenhain den Umgang mit dem Werkstoff Metall. Quelle: Jens Paul Taubert
Espenhain

Hamid Mohammadi und Khaled Ahunzande können es schaffen. An sich haben sie es schon geschafft. Sie beschäftigen sich nicht nur seit Wochen mit der Bearbeitung von Metall. Mohammadi steht kurz vor dem Beginn einer Berufsausbildung zum Industriemechaniker bei der Technischen Dienste Espenhain (TDE) Mitteldeutsche Bergbau Service (MBS) GmbH. Kein Wunder, bei den exzellenten Deutschkenntnissen des 20-Jährigen. Ahunzande beginnt eine reguläre Arbeit als Helfer. Es ist ein fester Job.

Hamid Mohammadi beginnt eine Ausbildung, und Khaled Ahunzande hat einen Arbeitsvertrag. Quelle: Jens Paul Taubert

Die beiden Afghanen gehören zu den Teilnehmern eines Projekts bei der TDE MBS, in dem aktuell 14 Asylbewerber aus Afghanistan, Syrien und anderen Ländern arbeiten – in den Werkstätten in Espenhain und unter Anleitung von Peter Kärst, einem diplomierten Bildhauer. Mit seinen Weisungen stellen die Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren künstlerisch gestaltete Sitzbänke für die Öffentlichkeit her. Die Sitzmöbel, so der Künstler, seien als Dank für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland gedacht.

Die sind nach Angaben der TDE-Mitarbeiterin Kathrin Schellbach von einem beeindruckenden Engagement. Nicht nur, dass die jungen Männer freundlich sind. In der Werkstatt herrscht Ordnung. Wenn einer der Projektteilnehmer tatsächlich einmal nicht kommt oder kommen kann, „dann entschuldigen sie sich“, sagt Angelika Meißner. Sie ist so etwas wie die gute Seele für die Asylbewerber und sorgt auch dafür, dass sie Getränke bekommen.

Dabei stand es anfänglich gar nicht gut um das Projekt zur Vorbereitung auf Ausbildung und Arbeitsmarkt, das die TDE im Rahmen der Fachkräfteallianz im Landkreis Leipzig umsetzt. Als vor Jahresfrist erstmals nach Teilnehmern gesucht wurde, „fanden wir keinen“, erzählt Schellbach. Ein Jahr später gab es dann Hilfe und zwar vom Internationalen Bund (IB), einem Freien Träger mit einem Sitz auch in der Abtsdorfer Straße in Borna, der sich in der Flüchtlingssozialarbeit stark engagiert. Es waren Jördis Hänel und Anika Klobe, Mitarbeiterinnen des Bundes, die mit ihren guten Kontakten auch in Asylbewerberunterkünfte dafür sorgten, dass sich insgesamt 20 Interessenten fanden, die vor etwa zwei Monate ihre Tätigkeit in der Espenhainer Werkstatt begannen.

Derzeit sind noch 14 Leute mit von der Partie; und dass sechs Mann weg sind, sei keine Katastrophe. „Die haben sich ordentlich abgemeldet“, sagt Kathrin Schellbach. Sie ist von der Arbeit der jungen Asylbewerber begeistert und hofft, weitere Männer in Arbeit oder Ausbildung zu bringen. So wie nun Hamid Mohammadi und Khaled Ahunzande. Beide wissen zu schätzen, was ihnen mit dem Projekt widerfährt. Ahunzande lebt seit 2009 in Deutschland. Mohammadi ist seit gut zwei Jahren hier. Der junge Mann floh allein aus seiner Heimat. Er will bleiben und sich integrieren – wenn es klappt in drei Jahren als ausgebildeter Industriemechaniker.

Von Nikos Natsidis

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