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Auf die Kurpromenade angestoßen

Auf die Kurpromenade angestoßen

Keinen Sekt im kleinen Kreis, sondern Brause und Bier vom Fass gab es am Freitagnachmittag bei der Freigabe der Bad Lausicker Kurpromenade. Den Getränkewagen herbeigeschafft hatte Hans-Jürgen Estler.

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Symbolischer Schnitt: Bürgermeister Josef Eisenmann (mit Schere) und Bauunternehmer Hans-Jürgen Estler (Zweiter von rechts) gaben gestern gemeinsam mit anderen am Bau Beteiligten die Kurpromenade frei.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Der Harthaer Unternehmer hatte mit seinen Mannen als Generalunternehmer den Bau realisiert. Dass das Ganze sogar sechs Wochen schneller ging, als geplant, daran hätten auch die Anwohner der Badstraße ihren Anteil, sagte Estler: "Es war ja trotzdem eine lange Bauzeit. Da ist es wichtig, dass man zu guter Nachbarschaft findet." Das sei ebenso gelungen wie eine reibungslose Zusammenarbeit mit Planern, anderen Firmen und der Stadt Bad Lausick - und jenen, die sonst noch im Boot waren: die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain, Mitnetz Strom, Deutsche Telekom und der Fernsehanbieter Elkasa.

520 Meter Badstraße avancierten in den vergangenen Monaten unter Vollsperrung zwischen Kurhaus und Dr.-Schützhold-Platz zur Promenade. 612 500 Euro kostete der Ausbau. Das Gros des Geldes kam vom Land Sachsen. Bad Lausick steuerte 150 000 bis 160 000 Euro bei, sagte Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU): "Das sind Eigenmittel, selbst erwirtschaftet." Allen am Bau Beteiligten bescheinigte er "eine hervorragende Arbeit". Zwar habe es lange gedauert, aus den vielen Gestaltungsvarianten für die vom Durchgangsverkehr durchaus frequentierte Straße die passende zu finden - zeitweilig war sogar eine komplette Beruhigung als Spielstraße in der Debatte; unter Einbeziehung der Anwohner aber sei das augenscheinlich gelungen.

Tempo 20 gilt auf der neuen Straße. Ein breiter Fußweg, viel Grün und 13 Bänke laden zum Flanieren und Verweilen ein. 2100 Tulpenzwiebeln hat Galabau Tautenhain gesteckt, 1800 Rosen gepflanzt. 30 Bäume sollen im November folgen. "Es war nötig, dass etwas getan wird, und es ist sehr gut gemacht worden. Das ist ein Kurviertel, und da gehört so eine Promenade rein", sagte Jürgen Weiße. Auch Helmut Neuhaus, einer der Anwohner, gefällt, was da entstanden ist. Und auch mit der Bauphase sei man gut zurechtgekommen: "Ich muss sagen: Wir sind zufrieden." Der Ausbau habe sich in jedem Fall gelohnt, sagte Ute Walter und machte den Bauleuten ein Kompliment: "Die waren sehr fleißig, das haben wir gesehen."

"Ein gelungenes Projekt findet heute seinen Abschluss", sagte der Bürgermeister. Doch das stimmt nicht ganz, denn die Badstraße ist bis zum Ortsausgang Richtung Etzoldshain noch ein Stückchen länger. Richtig ist: Nach dem Baustart am Nordrand der Kernstadt 2002 und einem weiteren Bauabschnitt 2005/06 ins Kurviertel hinein ist das Gros geschafft. "Und ehe hier der vierte Bauabschnitt gemacht wird, müssen wir uns im nächsten Jahr erst einmal um die Heinrich-Heine-Straße kümmern", so Eisenmann. Die beginne sich inzwischen förmlich aufzulösen.

Wer die neue Straße nutzt, wird eines vermissen, um das es Ende der neunziger Jahre einen anhaltenden und heftigen Streit gab in der Stadt: die Einengung auf der Kuppe des Badberges, die viele als Gefahrenquelle und manche als reine Schikane empfanden. Da sie mit Fördermitteln errichtet worden war - um vor dem Kurhaus ein gefahrloses Queren der Straße zu ermöglichen -, fiel ein Rückbau aus. Jetzt aber fand er statt. Allerdings nicht still und heimlich, sagte Eisenmann: "Wir haben unsere Planungen im Vorfeld natürlich mit der Landesdirektion abgestimmt. Da gab es keine Einwände gegen unsere Gestaltung. Wir haben ja jetzt andere Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung gefunden." Etwa die Temporeduzierung auf 20 Kilometer pro Stunde. © Kommentar Seite 33

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2014
Ekkehard Schulreich

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