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Geithain Aus für offene Jugendarbeit in Geithain
Region Geithain Aus für offene Jugendarbeit in Geithain
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04:54 12.09.2018
Beim Wintergrillen auf dem Schulhof der Geithainer Paul-Guenther-Schule zu Jahresbeginn: Mandy Schalinske (r.) betreut den Schulklub „Underground“. Nico Richter ist an der Oberschule Schulsozialarbeiter. Franziska Mascheck (li.) bietet offene Kinder- und Jugendarbeit in Geithain an – allerdings nur noch bis Monatsende. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Seit Oktober 2017 über die AWO Leipziger Land eingestellt, sollte Franziska Mascheck maßgeblich in Geithain, aber auch in Kohren-Sahlis die offene Kinder- und Jugendarbeit entwickeln. In Abstimmung mit dem Jugendamt des Landkreises sollte, angelehnt an den Schulclub der Paul-Guenther-Schule, etwas Neues geschaffen werden. Ausdrücklich nicht als Ersatz für das Jugendhaus R 9 wollte das Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) verstanden wissen.

Geithains Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Quelle: privat

Die Schließung des Jugendhauses hatte 2016 für Kritik aus der Bürgerschaft und vor allem der Linkspartei gesorgt. Im Frühsommer 2018 legte Mascheck ihr Konzept vor. Doch die Option, den Ende September auslaufenden Vertrag zu verlängern, will Rudolph nicht nutzen. Die LVZ wollte wissen, warum.

Dass am 30. September Schluss sein wird mit der offenen Arbeit, wurde bisher nicht öffentlich im Stadtrat und seinen Gremien behandelt – warum?

Im Moment gibt es einen Vertrag bis Ende September. Es gibt noch Gespräche mit dem Träger, und es gab schon intensive Gespräche mit dem Landkreis und der Jugendhilfe. Das jetzt vorliegende Konzept lässt leider nicht erkennen, dass ein vertretbarer Bedarf vorliegt. Ein Großteil des Konzeptes bezieht sich auf Kohren-Sahlis, was nicht Aufgabe der Stadt Geithain ist.

Die Fraktionen haben seit ein paar Wochen das Konzept auf dem Tisch. Wird das noch diskutiert?

Wenn der Stadtrat beziehungsweise die Fraktionen den Bedarf haben, werden wir dies als Verwaltung einrichten. Es gibt ja auch den Kultur- und Sozialausschuss. Den haben wir für den 25. September angesetzt.

Welche Gründe gibt es, die Arbeit nicht fortzuführen?

Der Bedarf in unserer Stadt ist nicht so gegeben, dass eine Weiterführung gerechtfertigt wäre. Schließlich reden wir über Steuergelder und öffentliche Gelder. Mit diesen sollte man sorgsam umgehen. Ich denke, bei den riesigen Ausgaben beim Landkreis im Bereich Jugend und Sozialhilfe sollte man bereit sein, Mittel einzusparen, die an anderer Stelle, in anderen Gemeinden dringender gebraucht werden. Da ist es nicht maßgeblich, ob einzelne Personen der Linkspartei der Meinung sind, es muss unbedingt fortgeführt werden, egal ob Bedarf ist oder was es kostet.

Der Träger Arbeiterwohlfahrt und der Landkreis tragen diesen Rückzieher mit?

Wir haben das mit allen Beteiligten sorgfältig besprochen. Wenn in der Stadt Geithain zukünftig Bedarf entstehen würde, könnte es wieder Kontakt mit dem Landkreis geben.

Welche Freizeit-Angebote können Kinder und Jugendliche künftig nutzen – über den Schulclub hinaus?

Wir reden hier nicht nur von zukünftig, sondern es bestehen schon immer Angebote: in Sportvereinen, der Feuerwehr, im Schulclub, im Tierpark, im Kirchspiel Geithainer Land. Auch in den Ortsteilen werden Kinder und Jugendliche gern in Vereinen gesehen. Andererseits wurde der Verwaltung vorgeschlagen, im Bereich Stadion eine Skateranlage zu errichten. Einzig die Linke-Fraktion stellt das in Frage. Da muss man sich schon sehr wundern.

Ihre Kritiker nehmen die Absage an die offene Arbeit nach der Schließung des R 9 als weiteren Beleg dafür, dass Sie solche Angebote nicht schätzen. Was wäre statt dessen in Ihrem Sinn?

Man kann es nie allen recht machen. In den drei Jahren meiner bisherigen Amtszeit wurde ich als Rechter bezeichnet, es wurde mir vorgehalten, nichts zu tun, irgendwas ist immer falsch. Vielleicht sollte ich mal nachfragen, wo die Versprechungen von Herrn Naumann sind, selbst einen Verein zu gründen, ein Gebäudeteil vom Kraftverkehr zu mieten, eine Dirt-Bike-Strecke zu errichten und die Kinder- und Jugendarbeit in eigene Hände zu nehmen. Davon zu reden ist die eine Seite, es zu tun, die andere. Außerdem: Bis zu welchem Alter geht Kinder- und Jugendarbeit? Sollte man wirklich noch über 20-Jährige an die Hand nehmen? Auto fahren geht doch auch allein. Wenn man sich unsere Ortsteile oder andere Gemeinden ansieht – dort verstehen es Jugendliche, sich selbst zu organisieren, etwas zu gestalten. Das funktioniert sogar völlig parteilos! Das macht sicher Arbeit und benötigt Zeit, aber es gehört eben auch eigene Verantwortung dazu.

Von Ekkehard Schulreich

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