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Geithain Ausfälle auf den Strecken im Landkreis Leipzig sorgen für Verdruss bei Pendlern
Region Geithain Ausfälle auf den Strecken im Landkreis Leipzig sorgen für Verdruss bei Pendlern
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00:21 18.11.2017
Quelle: Andreas Doering
Geithain/Narsdorf

Viel Zug fährt Tobias Loß ohne jeden Zweifel. Dass er es gern tut, das will der Dölitzscher nicht behaupten. Auch die Vokabel regelmäßig ist für ihn fehl in diesem Zusammenhang – es sei denn, er gebraucht sie in der auf den ersten Blick widersprechenden Kombination: regelmäßige Unregelmäßigkeit. Er ist nicht der einzige in der Familie, der das so sieht. Loß, der in Chemnitz arbeitet, nutzt für die Distanz seit der Jahrtausendwende ab Narsdorf den Regionalexpress, Betreiber erst Deutsche Bahn, inzwischen Mitteldeutsche Regiobahn (MRB). Seine Tochter fährt von hier aus nach Bad Lausick zur Oberschule.

„Ich habe ein Jahresabo. Das kostet mich 120 Euro im Monat. Der Einzug vom Konto erfolgt pünktlich. Der Zug ist es, seit die MRB fährt, in vielen Fällen nicht“, sagt er. Mitunter verspäte er sich mehrfach ehe er schließlich ganz ausfalle. Dann eile er vom Narsdorfer Haltepunkt zurück nach Hause, starte das Auto. Gehäuft zu spät zu kommen, sei natürlich keine Option, aber nacharbeiten in Form von Überstunden ebenso wenig: „Den Arbeitgeber interessiert nicht, was auf der Strecke los ist. Das muss es ihn auch nicht.“ In manchen Wochen sei er häufiger mit dem Auto unterwegs als mit der Bahn. Wenn der Zug Richtung Bad Lausick außer Plan sei, spielten er oder seine Frau zwangsläufig noch Fahrdienst auf dieser Distanz. Es komme auch vor, dass er in Chemnitz hängenbleibe und von dort heimkutschiert werden müsse.

Der jüngste Donnerstag sei wieder ein chaotischer Tag gewesen, erzählt Tobias Loß: „Ich musste meine Tochter nach Bad Lausick zur Schule fahren, da der Zug nach Leipzig um 7 Uhr ausfiel. Als ich wieder in Narsdorf stand, gab es weitere Ansagen, dass die Züge nach Chemnitz 8.02 Uhr und 9.02 Uhr ausfallen. Die Konsequenz: wieder 130 Kilometer im Auto, die extra kosten, und ein Stau von fünf Kilometern auf der A 72. Zwei Stunden war ich unterwegs, um zur Arbeit zu kommen. Für mich sind es wieder 60 Minuten verlorene Arbeitszeit, die ich dranhängen musste.“ Aus Gesprächen im Zug weiß Loß, dass andere Pendler ähnlich hadern mit der Zuverlässigkeit der MRB. Als die DB Regio die Strecke bediente, versagte zwar bald die Neigetechnik, fuhren die Züge deshalb etwas langsamer – „aber der Zug war wenigstens da. Die Probleme mit der Klimaanlage waren da zu verschmerzen“. Zumal der Fahrtkomfort, den die MRB mit historisch zu nennenden Reisezugwagen anbiete, verglichen damit eine andere Liga sei. Umso mehr, wenn von den üblichen fünf Waggons zwei fehlten.

Von „regelmäßigen Anfragen unserer Kunden, darunter natürlich auch Beschwerden zum aktuellen Betriebsablauf“, spricht auf LVZ-Nachfrage die Pressestelle der Mitteldeutschen Regiobahn. Hauptgrund für die Ausfälle seien Störungen der Infrastruktur, Bauarbeiten, Polizeieinsätze sowie Sturmschäden und Fahrzeugprobleme. „In letzter Zeit kam es aber auch vermehrt zu eigenverschuldeten Zugausfällen und Verspätungen, wobei im Vergleich zum Regelfahrplan lediglich ein geringer Prozentsatz von weniger als vier Prozent auf Eigenverschulden zurückzuführen ist.“ Technische Störungen der Wagen führten zu Kapazitäts-Engpässen. „Die Werkstätten arbeiten mit Hochdruck an der Behebung der Störungen. Wir haben parallel ein Ersatzkonzept erarbeitet und fahren seit Donnerstag vergangener Woche mit Leihfahrzeugen, um somit unseren Fahrgästen wieder die gewohnten Kapazitäten anbieten können.“

Von Ekkehard Schulreich

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