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Geithain Awo baut Wohnstätte für psychisch Kranke in Bad Lausick
Region Geithain Awo baut Wohnstätte für psychisch Kranke in Bad Lausick
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14:11 11.03.2018
Für den Neubau der Wohnstätte wird an der Erich-Weinert-Straße Baufreiheit geschaffen. Der Altbau ist ganz rechts zu sehen. Quelle: Thomas Kube

Zahlreiche große Bäume müssen weichen, damit an der Erich-Weinert-Straße in Bad Lausick ein neues Heim für psychisch Kranke entstehen kann. Das parkähnliche Gelände, das zwischen der bestehenden Wohnstätte und der Straße liegt und 4000 Quadratmeter groß ist, wird zurzeit beräumt, um Baufreiheit zu schaffen. „Wir sind guter Hoffnung, demnächst die Baugenehmigung zu bekommen. Unser Ziel ist es, möglichst im Sommer mit dem Bauen zu beginnen“, sagt Manuela Bauersachs, die die Einrichtung der AWO Senioren- und Sozialzentrum gGmbH Sachsen-West leitet. Man strebe an, Ende des nächsten Jahres das Haus beziehen zu können. Die Kosten sind auf 2,2 Millionen Euro veranschlagt. 80 Prozent der Summe sind Fördermittel des Freistaates. Die AWO selbst und der Landkreis tragen je zehn Prozent.

Unterstützung durch Stiftung Wald

Dass die Zerstörung der über viele Jahre gewachsenen Oase nicht leicht falle, stellt Bauersachs nicht in Abrede. Der Ausgleich für diesen Eingriff in die Natur, eine Neuaufforstung, sei indes schon erfolgt. „Leider ist es uns nicht gelungen, in Bad Lausick ein geeignetes Grundstück zu finden.“ Doch gemeinsam mit der Stiftung Wald für Sachsen habe man in Groitzsch zwei Areale mit jungen Bäumen bepflanzen können. Dass es mit dem Bauvorhaben nun sichtbar vorangehe, sorge unter den Bewohnern des Heims für Euphorie. „Von unserem Oberstübchen haben sie einen guten Blick auf das Geschehen. Sie freuen sich, dass etwas passiert, dass nicht mehr nur geredet wird.“

Dass die Wohnstätte großer baulicher Veränderungen bedarf, ist seit Jahren klar und im Gespräch. Das Haus, das Jahrzehnte als Kinderheim fungierte, genügt allein schon von den räumlichen Zuschnitten her nicht mehr heutigen Erfordernissen. „Der Altbau, den wir bislang nutzen, wäre nur mit einem unvertretbar hohen Aufwand zu sanieren“, hatte Jürgen Herrn, Geschäftsführer der AWO Senioren- und Sozialzentrum gGmbH, im Sommer vergangenen Jahres deutlich gemacht.

Neubau erfüllt modernen Standard

Zudem würde das Objekt trotz eines aufwendigen Umbaus nicht alle Standards erfüllen können. Deshalb habe man sich für den Neubau entschieden. Den favorisiert auch der Kommunale Sozialverband Sachsen als Kostenträger. Anderenfalls, warnte er, laufe man Gefahr, dass der sanierte Altbau gegenüber modernen sozialtherapeutischen Wohnstätten in Sachsen ins Hintertreffen gerate.

Der Neubau in U-Form mit 32 Plätzen habe auf dem Gelände nur auf der Fläche nahe der Straße Platz. Was nach dem Umzug aus dem bisherigen Heim werde, sei noch nicht entschieden, sagt Manuela Bauersachs. Vorstellbar sei ein Abriss, doch geklärt sei das noch nicht. Klar sei dagegen, dass das Haus dahinter, das die Außenwohngruppe mit elf Plätzen beherbergt, in dieser Form erhalten bleibt.

Kräutermanufaktur bleibt erhalten

Und es bleibt natürlich auch unsere Kräutermanufaktur, ein Aushängeschild für uns. Wir werden sie energetisch an den Neubau anbinden.“ Das neue Gebäude verbessere die therapeutischen Möglichkeiten, aber auch die Lebensbedingungen der Bewohner. Es gebe künftig nur noch Einzelzimmer, zu Wohngruppen zusammengeführt.

In der Wohnstätte haben aktuell 33 Frauen Männer verschiedenen Alters, die chronisch psychisch krank sind, ein Zuhause. Sie werden von einem 20-köpfigen Team aus Therapeuten und Sozialarbeitern betreut. Angeschlossen ist das ambulant betreute Wohnen. Das Team kümmert sich um weitere 18 Personen, die mit Unterstützung in Wohnungen in der Kurstadt, in Geithain, Grimma, Wurzen und anderen Orten eigenverantwortlich leben.

Von Ekkehard Schulreich

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