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Bad Lausick: Kein Geld für Straßenlicht, aber für Berater?

Bad Lausick: Kein Geld für Straßenlicht, aber für Berater?

Beraterfirmen haben Konjunktur in den sächsischen Kommunen, denn die meisten sehen sich außer Stande, ohne externen Sachverstand per 2013 die Buchführung von Kameralistik auf Doppik umzustellen.

Bad Lausick. Das aber fordert das Land Sachsen. Die Zeche, die sich in Bad Lausick auf eine sechsstellige Summe belaufen dürfte, zahlen die Kommunen. Im Bad Lausicker Stadtrat sorgte das für Kontroversen.

Bis zu 35 000 Euro soll ein Berater bekommen, der der Bad Lausicker Stadtverwaltung den Weg in das neue Doppik-Zeitalter - das der Freistaat Sachsen zwar verordnet, aber nicht bezahlt und selbst auch nicht nachvollzieht - weist. Darin ist kein Euro eingepreist für die unverzichtbaren Schulungen, für die Erfassung der Bad Lausicker Werte, auf die sich das neue System gründet. Einfach Ja zu einem solchen Beratervertrag zu sagen, dazu hatte der Bad Lausicker Stadtrat wenig Lust - und tat es am Ende doch.

„Um 30 000 Euro einzusparen, schalte ich nachts den Leuten das Straßenlicht ab und schließe andererseits einen Beratervertrag über 35 000 Euro ab. Das passt nicht", befand Cordula Drechsler (FDP). „Das ärgert mich wahnsinnig", bekannte Tim Barczynski (Linke). Sein Vorschlag: Sächsische Kommunen, die ja alle in ähnlicher Art betroffen seien, sollten bei der Doppik-Einführung kooperieren, um wenigstens Kosten zu senken.

Werner Moh (CDU) sah vielmehr die Landkreise als die den Kommunen übergeordnete Ebene in der Pflicht, so etwas in die Wege zu leiten: „In der Privatwirtschaft kann ich mir so ein Vorgehen, wie es hier praktiziert wird, nicht leisten." Der Kreis, der von den Kommunen die Kreisumlage kassiere, müsse sich Gedanken machen. Bernd Neitsch (Dorfentwicklung) sah einen anderen Adressaten eines solchen Hilferufes: den Sächsischen Städte- und Gemeindetag: „Alle Kommunen haben doch jetzt das gleiche Problem." Für zentrale Schulungen plädierte auch Manfred Hönig (SPD): „Die Beratergesellschaften verdienen sich sonst dumm und dämlich daran."

Unabhängig von dem genannten Beratervertrag wollte Cordula Drechsler in der Oktober-Sitzung eine Aufstellung auf dem Tisch haben über die Gesamtkosten, die die Doppik der Stadt Bad Lausick beschere. Da musste Kämmerin Karla Vierig passen: „Das kriegen wir, glaube ich, so schnell nicht zusammen." Vierig sagte, auf externe Hilfe von Fachleuten, die speziell auf die Bad Lausicker Gegebenheiten zugeschnitten sei, könne man kaum verzichten: „Die Buchhaltung wird viel komplizierter. Da sind besondere Fachkenntnisse nötig." Darüber hinaus stimme man sich schon mit benachbarten Kommunen ab und nutze Erfahrungen jener, die eine solch tiefgreifende Umstellung des städtischen Haushaltwesens bereits bewerkstelligen mussten.

Der ausufernden Debatte nicht viel abgewinnen mochte Claus-Peter Steinbach (CDU). Bei allem Groll gegen diese von oben verordnete Änderung „müssen wir das Beste draus machen". Die Abstimmung erbrachte schließlich zwar sieben Enthaltungen, aber keine Gegenstimme. Der Bürgermeister ist damit ermächtigt, einen Beratervertrag über maximal 35 000 Euro abzuschließen. Würde der Beratungsbedarf geringer sein, schöpfte die Stadt diese Summe nicht aus.

Ekkehard Schulreich

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