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Geithain Bad Lausick: Menschen mit Handicap finden mit Bilderschau Bestätigung
Region Geithain Bad Lausick: Menschen mit Handicap finden mit Bilderschau Bestätigung
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10:36 13.07.2016
Rolf Frank Müller mit zwei seiner Bilder in der Ausstellung im Untergeschoss vom Haus Herrmannsbad in Bad Lausick. Die Bilder haben keine Titel. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Bilder, die den Seelenzustand des Malenden nicht verbergen. Bilder, die den Betrachter, selbst in Zweifeln, teilhaben lassen an einer solchen Erkundung: Kunstwerke dieser Art sind im Untergeschoss von Haus Herrmannsbad, einer Reha-Einrichtung der Michels-Unternehmensgruppe zu sehen. Die Dauerschau könnte nicht besser platziert sein als in einem Haus, das sich psychosomatisch Erkrankten zuwendet. „Die Bilder sprechen die Menschen an, sprechen ihnen aus dem Herzen, ermutigen sie“, sagt Dr. Rolf Frank Müller, der die Schau initiierte und der damit auch im Haus Herrmannsbad auf offene Ohren traf.

Der Begriff Dauerausstellung trifft in mehrerer Hinsicht: Seit einem halben Jahrzehnt schon werden die Wandflächen vor dem Matthessaal, unmittelbar unter dem Foyer des Hauses gelegen und durch eine breite Treppe erreichbar, als Galerie für diese Arbeiten genutzt. Müller, der Zahnheilkundler, der im mittelsächsischen Erlau lebt und der seit Jahrzehnten schon das Malen als ein Hobby und ein Medium der Verständigung pflegt, hatte bei einem Kuraufenthalt in Bad Lausick Kontakte geknüpft und zu Beginn Eigenes ausgestellt – mit einiger Resonanz. Inzwischen ist es die in Leipzig Ende vergangenen Jahres gegründete Gruppe „Hobby-Art – therapeutisches Malen“, die das Gros der Bilder beisteuert. Sonnenuntergänge und Porträts, filigrane Naturstudien und surrealistische Kompositionen – und immer wieder Blätter, die Sinnbilder sein möchten: „Die Laienkünstler, die sich hier einbringen, sind in ihrer Gesundheit eingeschränkt“, sagt Müller, meint in besonderer Weise das Seelische, meint kognitive Einschränkungen. Die aktuelle Hinwendung zu den alten Meistern, das Nachvollziehen von deren malerischer Präzision, sei vor diesem Hintergrund eine besondere Herausforderung.

Für die Mitglieder der Gruppe, unter ihnen sein Sohn Sven Müller, und Andreas Sonnenschmidt aus Chemnitz, biete das kreative Tun, das eigene Ich in die Balance, das Leben in neue Strukturen zu führen. „Es geht nicht nur um die Kunst. Kommunikation ist wichtig und ein Erfolgserlebnis“, weiß er aus medizinischer Sicht: „So eine Ausstellung ist wie ein Schulterklopfen, eine ganz wichtige Bestätigung.“

Regelmäßig, mitunter mehrmals pro Woche trifft sich die Gruppe, um in verschiedenen Techniken zu malen. Ein Teil der Bilder, die dabei entstehen, sollen auch in Bad Lausick zu sehen sein. Auf diese Weise schreibe sich die Ausstellung fort, gebe es für die Betrachter die Möglichkeit immer wieder auch Neues zu entdecken, sagt Rolf Frank Müller. Einen Teil der Bilder habe er zuvor schon in Mittweida und Freiberg gezeigt. Das Bad Lausicker Haus Herrmannsbad, das zur Sachsenklinik gehört, sei aber eine in besonderer Weise geeignete Adresse: „Hier ausstellen zu dürfen, ist allen Ansporn. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Von Ekkehard Schulreich

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