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Geithain Bad Lausick: Vorträge drehen sich um Folgen von Funkwellen
Region Geithain Bad Lausick: Vorträge drehen sich um Folgen von Funkwellen
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18:43 23.10.2012
Silvia Czub mit einem Hochfrequenzanalysegerät. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Sensibel reagiert die Steinbacherin auf diese Thematik, denn sie leidet unter Elektro-Hypersensibilität (EHS). Die Stadtväter möchte sie für ein Mobilfunkvorsorgekonzept für die Kurstadt gewinnen. Auch Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) und Stadträte waren unter den rund 20 Teilnehmern.

Das Leiden sei manchmal schlimm, aber sie nehme die Strahlung wenigstens wahr, sagte die 47-Jährige. Nachdem unsere Zeitung im Juli über sie geschrieben hatte, und eine Fernsehsendung folgte, hätten sich zahlreiche Menschen aus der Region, aber auch bis Frankfurt/Main an sie gewandt – hoffen auf Hilfe. Einigen hat sie mit ihrem Hochfrequenzanalysegerät mehr Klarheit verschafft.Laut brummend und knatternd reagierte es Montagabend auf das Einschalten eines WLAN-Routers für drahtloses Internet. Noch heftiger fielen die hörbar gemachten Funkwellen bei einem schnurlosen Telefon aus. Schnell schaltete Czub beide Geräte wieder aus. Ihr Herz gerate angesichts gepulster Hochfrequenz aus dem Rhythmus, Schlafstörungen und Schwindelgefühle sind nur einige weitere Symptome.

Gern wäre die Lehrerin am Sonnabend in München bei der Kundgebung der Umwelt- und Verbraucherorganisation „Diagnose Funk" für umwelt- und gesundheitsverträgliche Funktechnologien dabei. Doch wo könnte sie dort geschützt vor Strahlen übernachten? Selbst Zug fahren kann sie angesichts des dortigen Internetangebotes nicht.Doch auch, wer Strahlung nicht so sensibel wahrnehme, sei ihr ausgesetzt, betonte Czub und zählte mögliche Folgen von Kopfschmerzen und Schlafstörungen bis Krebs und Leukämie auf.

Gottfried Mann, Mitglied vom Landesvorstand Sachsen beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lobte in der Diskussion Silvia Czubs Initiative, mit Vorträgen Aufklärung zu leisten und lud sie nach Dresden ein. Der BUND habe auch Anti-Atom-Demonstrationen mit organisiert, Veranstaltungen gegen Gen-Mais. „Das hat ganz klein angefangen – wie hier. Man muss sich zusammentun und das Thema öffentlich machen", erklärte er. „Ich bewundere sie, dass sie versuchen, die Leute aufzuklären", so die Bornaerin Ina Elsner. Doch am Ende sei jeder für sich verantwortlich – was der Verbraucher nicht kaufe, könne auch nicht hergestellt werden.

„Wir sind keine Gegner einer modernen Technologie – man muss sie entschärfen", betonte der pensionierte Physiker Stefan Spaarmann aus Taucha, Sprecher der Arbeitsgruppe Elektro-smog und Strahlenschutz beim BUND in Sachsen. Er bot Bad Lausick Unterstützung an. Laut Czub müsste aufgelistet werden, was es an Mobilfunksendern schon gibt, „um zu verhindern, dass unendlich aufgerüstet wird".Heute, 19.30 Uhr, lädt Silvia Czub zum Vortrag ins Steinbacher Herrenhaus ein. Anfang Dezember soll es auch in Borna eine Veranstaltung geben.

Inge Engelhardt

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